Dr. Tobias Jochum vom Fraunhofer IAP spricht im Spotlight Forum am 9. Mai über das Thema SmartID. Bild: Fraunhofer IAP
SmartID: Der digitale Fingerabdruck von Produkten
Lesedauer: 2 Minuten
„In Zukunft werden Produkte und ihre Verpackungen weit mehr sein als nur eine Hülle: Sie werden zu transparenten Informationsträgern.“ - Dr. Tobias Jochum, Koordinator SmartID, Fraunhofer IAP
Mit diesem Gedanken beschreibt Dr. Tobias Jochum die Richtung, in die sich die Industrie bewegt. Was er damit meint? Der Digitale Produktpass (DPP) wird zur Pflicht – doch erst Technologien wie SmartID machen ihn fälschungssicher und in der Praxis wirklich nutzbar.
Thementag „Smart Packaging“ auf der interpack 2026
Einen umfassenden Einblick in die Technologie gibt Dr. Tobias Jochum auch live auf der interpack am9. Mai, 15.40 bis 16 Uhr. Unter dem Vortragstitel „SmartID: Digital product passport and brand protection combined“ erklärt er, wie SmartID den Digitalen Produktpass mit Fälschungsschutz und vollständiger Rückverfolgbarkeit in einer einzigen Lösung vereint.
Der Vortrag ist eingebettet in den Thementag „Smart Packaging“, der sich im Rahmen des interpack Spotlight Forums ganz den Themen digitale Identifikation, 2D‑Codes, vernetzte Systeme und datenbasierte Geschäftsmodelle widmet. Am 9. Mai stehen damit Innovationen wie digitale Produktpässe, Echtheitsprüfung, Rückverfolgbarkeit und integrierte Verpackungslinien im Mittelpunkt.Auch Start‑ups präsentieren an diesem Tag ihre Lösungen im Bereich Smart Packaging, unter anderem im Rahmen der „Start‑up Pitches“.
Wie funktioniert die Technologie?
SmartID nutzt die einzigartige Oberflächenstruktur eines Produkts als natürlichen Fingerabdruck und verknüpft ihn mit einem herkömmlichen QR-Code. Damit entsteht eine untrennbare Verbindung zwischen dem realen Objekt und seinem digitalen Produktpass. „SmartID kann einfach in die App und in die Datenbank des Herstellers integriert werden. Ein simpler Scan mit dem Smartphone genügt, und Kunden oder Händler erhalten sofort Zugriff auf alle Produktdaten – bei gleichzeitiger Überprüfung der physischen Echtheit. Alles in einem einzigen Schritt“, sagt Jochum und ergänzt: „So schaffen wir eine Brücke zwischen der physischen und digitalen Welt, die Track & Trace, Fälschungsschutz und Compliance elegant in einem einzigen, niedrigschwelligen Prozess vereint.“
Worin liegt der Mehrwert?
Der Wissenschaftler, der die Entwicklung auch auf der interpack 2026 vorstellen wird, betont: „Aus meiner Sicht liegt der größte Mehrwert darin, dass wir aus einer gesetzlichen Pflicht einen echten, profitablen Geschäftsvorteil machen – quasi eine smarte 2-in-1-Lösung.“ Für Markenunternehmen wird SmartID dort relevant, wo der DPP allein nicht reicht: Ein QR-Code lässt sich kopieren – die physische Oberflächenstruktur nicht. SmartID erfüllt nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern schafft zusätzliche Vorteile:
Schutz vor Fälschungen und Umsatzverlusten,
lückenlose Transparenz entlang der Lieferkette,
schneller Zugriff auf Produktionsdaten für Qualitätsmanagement sowie
neue Touchpoints für Marketing, Service und Recycling-Hinweise.
Der regulatorische Aufwand wird damit zu einem Instrument für Markenschutz und Kundenbindung.
Ein weiterer Vorteil: SmartID passt sich der Produktion an – nicht umgekehrt. Für die Integration reichen ein handelsübliches Kamerasystem, der SmartID‑Algorithmus und eine kleine Rechnereinheit. Aufwendige Umbauten an Druck- oder Verpackungslinien sind nicht nötig. „Das klingt verblüffend einfach – und in der Praxis ist es das auch“, resümiert Jochum.