Der Barcode wird erwachsen: Wie 2D-Codes Verpackungen smarter machen
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Mit einem Scan zum vollen Überblick: 2D Codes machen Verpackungen digital erlebbar. Bild: Marti Rossello Garrido
Der Barcode wird erwachsen: Wie 2D-Codes Verpackungen smarter machen
Lesedauer: 3 Minuten
Die Einführung von 2D‑Barcodes gewinnt an Tempo – nicht nur durch neue EU‑Vorgaben, sondern auch durch erste Praxistests im Handel. Tesco zeigt bereits, wie der Umstieg funktionieren kann. Für die Verpackungsbranche markiert das den Beginn einer neuen Phase: Verpackungen werden zum digitalen Informationsknotenpunkt.
Der britische Händler Tesco testet seit 2024 2D‑Barcodes (GS1 Digital Link) direkt im Markt. Das Ziel: Haltbarkeitsdaten besser nutzen, Food Waste reduzieren, abgelaufene Ware automatisch am POS stoppen und Kund:innen per Scan zuverlässiger informieren. Die Tests laufen in ausgewählten Kategorien und zeigen bereits jetzt, wie sich 2D‑Codes in zentralen Handelsprozessen bewähren. Für die Verpackungsbranche ist das ein deutliches Signal: Kennzeichnung wird zur datengetriebenen Schnittstelle – direkt auf der Packung, in Echtzeit.
Was Tesco gerade macht, beobachten viele Marken sehr genau. Der Umstieg vom klassischen Strichcode, der zu wenig für eine komplexe Welt erzählt, auf dynamische 2D‑Codes nimmt Fahrt auf – angetrieben von steigenden Transparenzanforderungen, neuen EU‑Regelwerken und der GS1‑Initiative Sunrise 2027. Für Verpackungsprofis heißt das: Der Code auf der Packung wird zum Zugangspunkt für Daten und Services, er verbindet analoge Verpackung mit digitaler Intelligenz.
Wie lässt sich mehr Transparenz entscheiden?
Kund:innen möchten heute wissen, was sie kaufen: Woher kommt das Produkt? Wie wurde es hergestellt? Was steckt drin, und wie nachhaltig ist es? Auf der Verpackung ist dafür kaum Platz. Ein 2D‑Barcode sorgt hier für Klarheit: Ein Scan, und alle relevanten Infos stehen bereit – von Zutaten und Herkunft bis zu Zertifikaten oder Rezeptideen. Die Inhalte lassen sich zudem jederzeit aktualisieren. Mit GS1 Digital Link lässt sich diese Lücke elegant schließen.
EU‑Vorgaben wie der Digitale Produktpass (DPP) erhöhen den Informationsbedarf rund um Herkunft, Zusammensetzung und Nachhaltigkeit. Statische Etiketten geraten dabei schnell an Grenzen. 2D‑Codes lösen dieses Problem, indem sie:
chargen- bis serialisierte Informationen abbilden,
Inhalte flexibel an Märkte und Sprachen anpassen und
Updates ermöglichen, ohne die Verpackung neu gestalten zu müssen.
Zudem helfen digitale Haltbarkeitsdaten, Abfall zu reduzieren – etwa durch automatisierte Preisreduzierungen oder Warnungen am POS, wenn Ware abläuft.
Gesundheit & Wellness: Wie liefern 2D-Codes genau dann verlässliche Infos, wenn sie gebraucht werden?
Für viele Menschen spielen Inhaltsstoffe, Allergene und Clean‑Label‑Transparenz eine entscheidende Rolle. 2D‑Codes bieten hier einen klaren Vorteil: Sie verlinken direkt auf verlässliche Nährwertangaben, Allergenhinweise, Rezepturupdates oder Rückrufinformationen – immer aktuell. 2D‑Barcodes liefern die nötige Datentiefe – zum richtigen Zeitpunkt, direkt am Regal.
Was bedeutet das für die Verpackungspraxis?
Das Beispiel Tesco unterstreicht, dass 2D‑Codes entlang der gesamten Wertschöpfungskette Vorteile bringen:
Design & Artwork: Platzierung, Kontrast und ein klarer Hinweis wie „Jetzt scannen“ sollten früh eingeplant werden.
Datenmanagement: Produkt- und Chargeninformationen müssen strukturiert hinterlegt werden, idealerweise nach GS1 Digital Link.
Produktion & Qualität: Rückrufe, MHD‑Überwachung und Traceability werden präziser und effizienter.
Handel: Digitale MHD‑Informationen erleichtern Abschriften, automatische Preisupdates und POS‑Sperren.
Über die Initiative
Die GS1‑Initiative „Sunrise 2027“ bereitet den internationalen Umstieg vom klassischen Strichcode auf 2D‑Barcodes wie den GS1 Digital Link vor. Da 1D‑Codes den wachsenden Informationsanforderungen nicht mehr genügen, ermöglichen 2D‑Codes künftig per Scan Zugriff auf deutlich mehr Produktdaten – etwa zu Herkunft, Zutaten, Nachhaltigkeit, MHD oder Rückrufen. Ab 2027 sollen sie verstärkt zum Einsatz kommen, weshalb Marken und Verpackungshersteller ihre Verpackungen sowie die zugrunde liegenden Daten- und Prozessstrukturen entsprechend vorbereiten sollten.