Deutschlands Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau: Stabilität mit strukturellen Herausforderungen
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Deutschland gehört zu den größten Exporteuren von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Bild: Gilly
Deutschlands Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau: Stabilität mit strukturellen Herausforderungen
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Der deutsche Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten robust. Ein leichtes Produktionsplus, stabile Auftragseingänge und eine insgesamt positive Branchenstimmung prägen das Bild. Gleichzeitig geraten Wettbewerbsfähigkeit und Standortbedingungen zunehmend in den Fokus.
Deutschland bleibt einer der weltweit führenden Anbieter von Maschinen für die Verarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln. Doch der Wettbewerb verschärft sich. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts hat die Branche 2025 einen Produktionszuwachs von zwei bis drei Prozent erzielt. Der Produktionswert liegt damit bei rund 16,5 Milliarden Euro.
Dieses Wachstum basiert allerdings maßgeblich auf hohen Auftragsbeständen, mit denen viele Unternehmen in das Jahr gestartet sind. Der Auftragseingang selbst entwickelte sich im Jahresverlauf schwankend und blieb preisbereinigt mit minus 0,5 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
Wie ist die Stimmung?
Trotz globaler Unsicherheiten zeigt sich die Branche vergleichsweise zuversichtlich. In der VDMA-Konjunkturumfrage vom Januar 2026 bewerteten 40 Prozent der Hersteller von Nahrungsmittel-, Pharma- und Verpackungsmaschinen ihre aktuelle Geschäftslage als gut bis sehr gut. Nur sechs Prozent stuften ihre Lage als schlecht ein, und lediglich zehn Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung. Für das aktuelle Jahr rechnet der Verband mit einem moderaten Umsatzwachstum von drei Prozent. Die Branche zeigt sich damit widerstandsfähiger als viele andere Maschinenbauzweige.
Welche Position hat Deutschland im Welthandel?
Deutschland gehört weiterhin zu den größten Exporteuren von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen weltweit. 2024 erreichte das deutsche Exportvolumen 10,625 Milliarden Euro. Damit liegt Deutschland knapp hinter Italien, das mit 10,914 Milliarden Euro die Spitzenposition einnimmt. Beide Länder vereinen jeweils rund ein Fünftel des weltweiten Handels auf sich.
Insgesamt erreichte der weltweite Außenhandel mit Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 2024 ein Rekordniveau von 54,963 Milliarden Euro. Europa ist dabei mit einem Anteil von 42 Prozent die wichtigste Absatzregion.
Wie ist die Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln?
Auch die Entwicklung im deutschen Lebensmittelmarkt bietet eine solide Grundlage. 2024 war Deutschland mit 30 Millionen Tonnen der größte Einzelmarkt für verpackte Lebensmittel in Westeuropa. Den größten Anteil daran haben Molkereiprodukte und Backwaren. Bis 2029 wird ein moderater Anstieg auf 30,6 Millionen Tonnen verpackter Lebensmittel erwartet.
Die Nachfrage bleibt damit stabil – eine wichtige Voraussetzung für kontinuierliche Investitionen in Produktions- und Verpackungstechnik.
Welche Herausforderungen gibt es?
Trotz stabiler Marktdaten sieht sich die Branche wachsenden Herausforderungen gegenüber. In vielen Auslandsmärkten steigt der Wettbewerbsdruck, insbesondere durch chinesische Anbieter.
Gleichzeitig belasten strukturelle Standortnachteile die Unternehmen in Deutschland. Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie bürokratische Anforderungen wirken sich zunehmend auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit aus. Um die technologische Führungsposition zu sichern, fordert die Branche daher verlässliche politische Rahmenbedingungen und strukturelle Reformen.
Effizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit bleiben zentrale Anforderungen an moderne Maschinenkonzepte. Mit Blick auf die interpack 2026 stehen dabei drei Themen besonders im Fokus: Smart Manufacturing, Innovative Materials und Future Skills.
Sie stellen die Branche vor zentrale Herausforderungen, von der digitalen Vernetzung über neue Werkstoffkonzepte bis zur Qualifizierung von Fachkräften. Gleichzeitig eröffnen sich hier Chancen, die technologische Führungsrolle deutscher Hersteller weiter auszubauen.
Wie bleibt der Standort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig?
Bisher behauptet sich der deutsche Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau in einem anspruchsvollen Umfeld. Produktionsplus, stabile Exporte und ein solides Stimmungsbild zeigen, dass die Branche robust ist.
Doch langfristige Wettbewerbsfähigkeit hängt nicht allein von der globalen Nachfrage ab. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Standortbedingungen zu verbessern und technologische Innovationskraft konsequent weiterzuentwickeln.