Ernteabfälle von den Feldern in Indien könnten demnächst zu Versandtaschen verarbeitet werden. Bild: Rohit Dey
Verpackungen aus Pflanzenresten
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Rund 500 Millionen Tonnen Agrarabfälle entstehen jedes Jahr in Indien. Ein Großteil wird verbrannt und belastet die Luft. Amazon und das Indian Institute of Technology (IIT) Roorkee wollen das ändern: Sie entwickeln aus Ernteresten nachhaltige Versandtaschen.
Wie können Verpackungen leichter, nachhaltiger und regionaler gestaltet werden? In Indien liegt eine mögliche Antwort buchstäblich auf den Feldern: enorme Mengen an Ernterückständen wie Stroh, Weizenresten und Zuckerrohrfasern. Daraus sollen künftig Verpackungslösungen werden.
Bei diesem Vorhaben arbeiten Amazon und das Indian Institute of Technology (IIT) Roorkee zusammen. Während das Institut seine wissenschaftliche Expertise einbringt, steuert das US-Unternehmen seine Erfahrung in der praktischen Anwendung bei. Das gemeinsame Ziel ist es, nachhaltige Verpackungen zu bieten, die Luftverschmutzung zu reduzieren und Alternativen zu Holzfasern zu entwickeln.
„So gehen wir gleichzeitig die Herausforderungen der Stoppelverbrennung und der Abhängigkeit von Frischfasern an“, erklärt IIT‑Direktor Prof. Kamal Kishore Pant. „Indem wir Ernterückstände zu Verpackungen weiterverarbeiten, können wir eine stärker kreislauforientierte Wirtschaft unterstützen und gleichzeitig die Abhängigkeit von konventionellen Materialien verringern“, ergänzt Abhinav Singh, Vice President of Operations, Amazon India.
Wie wird aus Stroh eine Versandtasche?
Das wissenschaftliche Herzstück der Kooperation ist das INNOPAP‑Labor (kurz für „Innovations in Paper and Packaging“), eine Forschungseinrichtung am Department of Paper and Packaging Technology des IIT Roorkee. Dort werden Pflanzenreste zu Zellstoff verarbeitet, gewaschen, gesiebt und anschließend zu Papiermustern gepresst. Das Ergebnis: leichte, stabile, recycelbare und sogar heimkompostierbare Versandtaschen.
Wie weit hilft das der Umwelt?
Wenn Ernteabfälle nicht mehr verbrannt werden, kann das die Smogbelastung in der Region deutlich verringern. Gleichzeitig schont die Nutzung von bislang wenig verwerteten Reststoffen andere Ressourcen. Zudem entsteht ein neuer Markt für Pflanzenreste, der Landwirten zusätzliche Einnahmequellen eröffnet.
Wann kommt das im Alltag an?
Derzeit läuft eine 15-monatige Laborphase. Fallen die Ergebnisse positiv aus, folgen industrielle Tests und möglicherweise eine kommerzielle Produktion – vielleicht schon im kommenden Jahr.