Robotik in der Sekunde: Wie moderne Greifer Verpackung revolutionieren
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Verpackungsrobotik von Schubert: Intelligente Greifer und Echtzeit-Sensorik sorgen für maximale Präzision und Effizienz bei der automatisierten Handhabung empfindlicher Produkte. / Bild: Constanze Tillmann, Messe Düsseldorf
Robotik in der Sekunde: Wie moderne Greifer Verpackung revolutionieren
Lesezeit: 4 Minuten / Veröffentlicht: 22.07.2026
Ob zerbrechliches Gebäck, empfindliches Obst oder sensible Pharmaerzeugnisse: In der Verpackungsindustrie entscheiden heute Millisekunden über Qualität, Effizienz und Ausschuss. Unternehmen wie die Schubert-Gruppe zeigen, wie moderne Robotik und adaptive Greifer diese Herausforderungen meistern – mit fein abgestimmter Mechanik, intelligenter Sensorik und Systemen, die zunehmend „fühlen“ und „sehen“ können.
In hochautomatisierten Verpackungslinien laufen Prozesse in atemberaubendem Tempo: Produkte werden sortiert, ausgerichtet und verpackt, oft mehrere hundert Male pro Minute. Zugleich steigen die Anforderungen. Konsumgüter werden immer individueller – und empfindlicher. Besonders deutlich wird das bei Produkten wie Keksen oder frischem Obst: Bereits minimale Druckunterschiede können hier zu schlicht unverkäuflicher Ware führen. Dabei kommen je nach Produkt unterschiedliche Technologien zum Einsatz: Leichte Backwaren wie Kekse werden meist angesaugt, während Greifer vor allem bei schwereren oder schwer handhabbaren Produkten wie Kuchen oder Croissants eingesetzt werden.
Präzision und Geschwindigkeit: Hier sind die Roboter
Lösungsansätze für diesen Bereich kommen vor allem aus der modernen Robotik. Ein Beispiel liefert die international tätige Schubert-Gruppe aus Crailsheim. Gegründet 1966 als Hersteller von Verpackungsmaschinen, gilt das Familienunternehmen heute als Vorreiter bei der Integration von Robotiklösungen:
Von starr zu adaptiv: Greifsysteme im Wandel
Klassische Greifer arbeiten mit Standards: feste Formen, definierte Kräfte, wenig Spielraum für Variation – zu wenig für eine zunehmend flexible Produktionswelt. Adaptive Greifer eröffnen hier neue Möglichkeiten. Mithilfe von flexiblen Materialien sowie hochpräziser Feinmechanik vermögen sie sich an unterschiedliche Formen, Oberflächen und Materialien anzupassen. Produkte werden so deutlich schonender gehandhabt. Gleichzeitig steigt die Linienflexibilität – ein entscheidender Faktor in Märkten mit hoher Variantenvielfalt.
Haptische Intelligenz: Maschinen lernen „fühlen“
Ein weiterer zentraler Innovationssprung liegt in der Integration taktiler Sensoren, die Druck, Kontakt und Widerstand messen und Steuerungssysteme kontinuierlich mit Daten füttern. In Kombination mit intelligenten Algorithmen entsteht dabei eine Art „haptische Intelligenz“. Der Greifer erkennt beispielsweise, wie empfindlich ein Produkt ist, wie viel Druck ausgeübt werden darf und ob ein Objekt sicher gegriffen wurde. Anpassungen finden so nahezu in Echtzeit statt – das reduziert Beschädigungen und ermöglicht höhere Taktzahlen.
Sehen, erkennen, reagieren: 3D-Vision im Einsatz
Neben dem „Fühlen“ gewinnt auch das „Sehen“ zunehmend an Bedeutung. Moderne 3D-Vision-Systeme erfassen Produkte in Echtzeit, selbst wenn sie ungeordnet auf einem Förderband liegen. Die Kombination aus Bildverarbeitung und Sensorik ermöglicht es, Lage und Orientierung von Produkten präzise zu bestimmen, Greifpunkte dynamisch anzupassen und auch bei variierenden Produktformen zuverlässig und effizient zu arbeiten.
Dieses Zusammenspiel verschiedener Datenquellen gilt als zentraler Baustein moderner Verpackungsrobotik. Unternehmen wie Schubert integrieren diese Technologien direkt in ihre Verpackungsmaschinen, mit dem Ziel, ganzheitliche Systeme zu schaffen. Typische Anwendungsfelder für solche Lösungen sind empfindliche Süßwaren und Backwaren, frische Lebensmittel mit variabler Form sowie pharmazeutische Produkte mit hohen Sicherheitsanforderungen.
Innovation und Integration: Quo vadis, Robotik?
So vielversprechend die technologischen Fortschritte sind, ihre Umsetzung in der Praxis bleibt anspruchsvoll. Adaptive Greifsysteme müssen sich nahtlos in bestehende Linien integrieren, große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten und dabei wirtschaftlich skalierbar bleiben. Auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst – sowohl in der Entwicklung als auch im Betrieb der Systeme.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die Entwicklung mit hoher Dynamik voranschreitet, angetrieben durch Künstliche Intelligenz, verbesserte Sensorik und lernfähige Systeme. Künftige Robotiklösungen werden noch stärker in der Lage sein, sich eigenständig an neue Produkte und Anforderungen anzupassen, bis hin zu vollständig adaptiven Verpackungslinien.
Unternehmen wie Schubert arbeiten bereits heute an solchen Konzepten und sehen darin einen entscheidenden Hebel für die Zukunft der Branche.
Die Schubert-Gruppe
Die Schubert Group ist ein international tätiger Anbieter von Verpackungsmaschinen mit Fokus auf integrierte Robotiklösungen und modular aufgebaute, flexible Anlagen. Das 1966 gegründete Familienunternehmen wird bis heute von der Inhaberfamilie geführt und steht zugleich für die konsequente Verbindung von Mechanik, Software und Sensorik sowie für die kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Verpackungsprozesse.