Vom Industriemechaniker ein Verpackungsenthusiast – warum Carsten Peters seit fast 40 Jahren von der Branche begeistert ist
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Selbstverständlich war er auch auf der interpack 2026: Carsten Peters arbeitet inzwischen als Sales Engineer bei OPTIMA. / Bild: Messe Düsseldorf
Vom Industriemechaniker ein Verpackungsenthusiast – warum Carsten Peters seit fast 40 Jahren von der Branche begeistert ist
Lesezeit: 3 Minuten / Veröffentlicht: 10.07.2026
Fast vier Jahrzehnte in der Branche – und seine Begeisterung ist noch immer zu spüren. Carsten Peters hat die Verpackungsindustrie von der mechanisch geprägten Maschinenwelt der 1980er-Jahre bis ins Zeitalter von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz begleitet. Im Gespräch blickt der Sales Engineer von OPTIMA auf seine erste interpack 1988 zurück, erklärt, warum ihn die Faszination für Verpackung nie losgelassen hat, und verrät, weshalb die Branche gerade für junge Talente enorme Chancen bietet.
Als der junge Carsten Peters 1980 seine Ausbildung zum Industriemechaniker begann, hätte er wohl selbst nicht gedacht, dass ihn die Verpackungsbranche einmal sein gesamtes Berufsleben begleiten würde. Später machte er seinen Industriekaufmann und Fachwirt, arbeitete in Technik, Vertrieb, Produktmanagement und Marketing – und blieb dabei immer einem Thema treu: der Verpackung.
Seine erste Berührung mit der Branche hatte er bei Breitner. „Von der Verpackungsbranche hatte ich zunächst überhaupt keine Vorstellung“, erinnert er sich. „Es hat einfach Spaß gemacht, ich hatte das Gefühl, etwas zu bewegen.“ Aus der ersten Begegnung wurde eine Leidenschaft. Stationen bei Unternehmen wie Windmöller & Hölscher und Schubert folgten, und bis heute bewegt sich Peters in der „Verpackungsbubble“, inzwischen bei OPTIMA, übrigens schon zum wiederholtem Male. „Wenn man sich einmal in dieser Welt bewegt, ergeben sich so viele Möglichkeiten“, sagt er. Genau diese Vielfalt sei es, die ihn bis heute fasziniert.
Was machte die erste interpack 1988 so besonders?
1988 betrat Carsten Peters zum ersten Mal die Hallen der interpack in Düsseldorf. Seitdem hat er keine einzige Ausgabe verpasst, 15 sind es an der Zahl. Hinzu kommen drupa und K, seine Besuche dort kann er längst nicht mehr zählen.
Die Erinnerungen an die erste interpack sind dennoch lebendig. „Die Branche war damals deutlich mechanischer geprägt. Innovationen ließen sich auf den ersten Blick erkennen, Maschinenfunktionen waren sichtbar und greifbar“, erzählt er. „Heute ist die interpack unheimlich gewachsen – flächenmäßig, aber auch hinsichtlich der Innovationen“, sagt Peters. Doch nicht nur die Messe selbst hat sich verändert. Auch die Geschwindigkeit, mit der Neuerungen entstehen, sei heute eine völlig andere. „Was jetzt neu ist, ist in drei Jahren oft schon wieder ein alter Hut.“
Während die interpack früher vor allem dazu diente, Kontakte anzubahnen, sei die Vorbereitung auf die Veranstaltung heute deutlich intensiver. Digitale Kanäle ermöglichen den Austausch lange vor Messebeginn. „Man muss die Menschen heute schon vorher antriggern, damit man sich dann hier trifft“, beschreibt Peters die neue Realität.
Warum fasziniert die Verpackungsbranche bis heute?
Für Peters liegt die Faszination vor allem darin, dass die Branche Herausforderungen löst, die jeden Menschen betreffen – ohne dass die meisten sie überhaupt wahrnehmen. Wie kommt das Pulver sicher in die Dose? Wie werden Babywindeln hygienisch verpackt? Wie bleibt eine Kaffeekapsel frisch? Wie wird Sterilität bei Pharmazeutika gewährleistet? Hinter scheinbar alltäglichen Produkten stecken hochkomplexe Prozesse, die ständig weiterentwickelt werden müssen.
„Man muss sich immer wieder neu auf diese Herausforderungen einstellen“, sagt der Sales Engineer. Genau diese Mischung aus Technik, Kreativität und Problemlösung mache die Arbeit so spannend.
Wie hat die Digitalisierung die Branche verändert?
Wenn Peters auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurückblickt, staunt er selbst über die Geschwindigkeit des technologischen Wandels. „Mitte bis Ende der 1980er Jahre haben wir die ersten PCs ins Büro bekommen. Die Technik damals war noch sehr überschaubar.“
Die Unterschiede zu heute seien enorm. Digitalisierung prägt nahezu jeden Bereich der Verpackungsindustrie. Maschinen können Bedienern sprachgestützt helfen, Informationen in verschiedenen Sprachen bereitstellen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz qualifizierte Antworten liefern.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen stetig. Die Lebenszyklen von Produkten werden kürzer, hygienische Standards höher und die Prozessteuerung komplexer. Hinzu kommen neue regulatorische Vorgaben wie die PPWR, die Unternehmen vor zusätzliche Aufgaben stellt. „Ich hätte nie gedacht, in welch kurzer Zeitspanne diese Entwicklung vorangeht“, sagt Peters. Gerade dieser permanente Wandel sorge jedoch dafür, dass die Branche nie langweilig werde.
Was macht den Spirit der Branche aus?
Bei allen technologischen Veränderungen gibt es für Carsten Peters einen Faktor, der über die Jahrzehnte gleich geblieben ist: die Menschen. „Der Spirit des Miteinanders und des Füreinanders ist sehr erfüllend“, sagt er. Auf der interpack sei dieser besondere Zusammenhalt auch in diesem Jahr wieder spürbar gewesen. „Jeder strahlte Engagement und Spaß aus.“
Die Verpackungsbranche sei vergleichsweise klein. Man kenne sich, begegne sich immer wieder und arbeite oft gemeinsam an Lösungen. Dabei gehe es zunächst nicht um Kosten oder Konkurrenz, sondern darum, technische Herausforderungen zu meistern. Peters formuliert es mit einem Schmunzeln: „Wir sind eben Spielkinder.“ Der Enthusiasmus, gemeinsam die beste Lösung zu entwickeln, sei ein Markenzeichen des Maschinenbaus und der Verpackungswelt.
Warum lohnt sich die Verpackungsbranche gerade für junge Menschen?
Wer Carsten Peters zuhört, merkt schnell: Seine Begeisterung für die Branche ist auch nach Jahrzehnten ungebrochen. Deshalb hat er eine klare Botschaft für den Nachwuchs: „Für junge Menschen eröffnet die Verpackungsbranche unglaublich viele Möglichkeiten. Man kann so viel bewegen.“
Besonders schätzt er die Kultur auf Augenhöhe. Dabei spiele es keine Rolle, ob jemand 15 Jahre Berufserfahrung mitbringt oder gerade erst das Studium abgeschlossen hat. „Man schätzt sich wert. Das ist ein hohes Gut. Wir lernen gegenseitig voneinander.“
Für Peters ist genau das einer der größten Vorzüge der Branche: die Kombination aus technischem Fortschritt, spannenden Herausforderungen und einer Gemeinschaft, die Menschen zusammenbringt.
Ein perfekter gemeinsamer Übergang: Richard Clemens (l.) übergibt die Leitung des VDMA Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen an Johannes Schmid-Wiedersheim. / Bild: VDMA