Nicht nur Lohkamps Aufgaben haben sich verändert – auch der Maschinenbau für die Verpackungsbranche ist deutlich komplexer geworden. Elektronik, Software, Kamerasysteme, Digitalisierung und künstliche Intelligenz spielen eine immer größere Rolle. „Früher bestand eine Maschine vielleicht zu 80 Prozent aus Mechanik und zu 20 Prozent aus Elektronik. Heute liegt das Verhältnis ungefähr bei 50 zu 50. Und es wird sich weiter verändern.“ Auch die Projekte selbst seien aufwendiger geworden. Lastenhefte würden immer umfangreicher, die regulatorischen Anforderungen stiegen.
Damit verändern sich auch die Qualifikationsprofile. Neben Mechanik gewinnen Elektrotechnik, Automatisierung, Software und digitale Kompetenzen zunehmend an Bedeutung. Produktionsleiter müssen ebenso technische Zusammenhänge verstehen wie Prozesse organisieren und interdisziplinäre Teams koordinieren.
Gerade deshalb sieht Lohkamp für Nachwuchskräfte gute Perspektiven. „Wer Spaß an Technik hat und bereit ist, sich ständig weiterzuentwickeln, findet vielfältige Aufgaben – von Mechanik und Elektrik über Programmierung bis hin zur Entwicklung kompletter Maschinen und Produktionslinien.“
Die Aussichten gelten branchenweit als gut. Viele Maschinenbauunternehmen stehen vor einem Generationswechsel und suchen qualifizierte Fachkräfte, die sich zu Spezialisten oder Führungskräften entwickeln möchten. Gleichzeitig entstehen durch Automatisierung, Digitalisierung und KI neue Aufgabenprofile.
Was Lohkamp auch nach 30 Jahren an der Verpackungsbranche besonders begeistert, ist ihre Vielfalt. „KeineVerpackung ist wie die andere“, sagt er. Ob Konservenglas, Shampooflasche oder Karton – jedes Produkt bringe eigene Anforderungen mit sich. Gleichzeitig entwickelten Marketingabteilungen ständig neue Verpackungskonzepte, für die passende technische Lösungen gefunden werden müssten. „Wir beschäftigen uns praktisch jeden Tag mit neuen Fragestellungen und überlegen gemeinsam, wie sich eine bestimmte Verpackung am besten etikettieren oder verarbeiten lässt.“ Genau diese Abwechslung mache den Reiz der Branche aus. „Langweilig wird es eigentlich nie.“