„Vielfalt ist wertvoll“: Jill Evanko bei „Women in Packaging“
Werbung
-->
-->
Jill Evanko, CEO von Duravant. Bild: Duravant, LLC
„Vielfalt ist wertvoll“: Jill Evanko bei „Women in Packaging“
Lesezeit: 3 Minuten
Mit „Women in Packaging“ setzt die interpack 2026 ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Austausch und Karriere-entwicklung in der internationalen Processing- und Packaging-Industrie. Das Format bringt Frauen aus unter-schiedlichen Bereichen und Karrierestufen zusammen und bietet unter anderem eine Panel-Diskussion mit Top-Sprecherinnen. Eine von ihnen ist Jill Evanko, CEO von Duravant. Wir haben mit ihr über Herausforderungen der Branche, Führung und persönliche Karrierewege gesprochen.
Die Verpackungsindustrie steht vor großen Herausforderungen wie Fachkräftemangel und rasanten technologischen Veränderungen. Welche Fähigkeiten brauchen Unternehmen, um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein?
Unternehmen müssen ihre eigene Agilität kontinuierlich hinterfragen – insbesondere im Kontext von Investitionsentscheidungen. Wenn etwa der Fachkräftemangel anhält, ist es entscheidend, frühzeitig in Automatisierung zu investieren, vor allem in besonders kritischen Bereichen. Gleichzeitig braucht es eine klare technologische Strategie: Wie schnell will man neue Technologien adaptieren? Wie passen sie zu anderen Prioritäten? Und wie beeinflussen sie die Wettbewerbsposition? Ebenso wichtig ist eine solide Grundlage im Bereich Cybersicherheit, um die eigenen Systeme und Daten zu schützen.
Wie können Unternehmen neue Talente gewinnen und langfristig binden?
Vergütung spielt eine Rolle, ist aber längst nicht der einzige Faktor. Menschen verbringen viel Zeit bei der Arbeit und möchten sich dabei weiterentwickeln und einen Beitrag leisten. Es gibt keine Standardlösung. Deshalb müssen Unternehmen differenziert vorgehen, je nach Person, Rolle und Karrierephase.
Das kann flexible Arbeitszeitmodelle ebenso umfassen wie Weiterbildungsangebote, etwa für technische Fachkräfte. Darüber hinaus sind langfristige Programme wichtig: von Leadership-Entwicklung über Engineering Fellowships bis hin zu Netzwerken für unterschiedliche Karrierestufen. Entscheidend ist, vielfältige Möglichkeiten zu schaffen, damit sich Mitarbeitende mit dem Unternehmen verbunden fühlen.
Welche Veränderungen beobachten Sie im Bereich Diversität und der Rolle von Frauen in technischen Industrien?
Grundsätzlich sind in technischen Industrien alle Menschen willkommen, unabhängig beispielsweise vom Geschlecht. Was sich jedoch zunehmend verändert, ist das Selbstverständnis: Frauen treten selbstbewusster auf und übernehmen häufiger unterschiedliche Rollen in technischen Bereichen. Vielfalt ist sehr wertvoll für unsere Branche, denn wir alle profitieren von unterschiedlichen Perspektiven und Überlegungen. Daher sollten Führungskräfte diese Entwicklung aktiv fördern.
Was macht Formate wie „Women in Packaging“ wertvoll für die Branche?
Ich bin überzeugt davon, dass es wichtig ist, bewusst Raum für Austausch zu schaffen. Genau das leistet „Women in Packaging“. Es geht darum, wichtige Themen offen zu diskutieren, Erfahrungen zu teilen und sich zu vernetzen. Gleichzeitig ist das Format auch eine Möglichkeit, über das Geschäft zu sprechen. So ist es für alle Beteiligten ein Gewinn: Wir unterstützen einander beim persönlichen Wachstum, tauschen uns fachlich aus und knüpfen neue Kontakte, die unseren Business-Alltag bereichern.
Welchen Rat geben Sie Teilnehmerinnen – insbesondere denen, die am Anfang ihrer Karriere oder vor dem nächsten Karriereschritt stehen?
Sich nicht auf einen Jobtitel zu fokussieren, sondern auf die Erfahrungen, die sich bieten. Karrierewege verlaufen selten so, wie man sie zu Beginn plant. Es ist wichtig, offen für neue Perspektiven zu sein – auch wenn das zunächst bedeutet, nicht direkt einen Schritt nach vorne zu machen oder einen ungewöhnlichen Weg einzuschlagen. Eine Vielfalt an Erfahrungen ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Und noch etwas: Es ist möglich, sowohl eine gute Mutter als auch eine erfolgreiche Führungskraft zu sein – auch wenn es sich nicht immer so anfühlt.
Über Jill Evanko
Jill Evanko ist Geschäftsführerin des internationalen Industrieautomationsunternehmens Duravant. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen globale industrielle Fertigung, Energie und Finanzwesen und wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem „ExxonMobil Power Play Rainmaker Award“ und dem „S&P Global Platts Energy Award“. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Vorstands von Greif, Inc. und ehrenamtliches Vorstandsmitglied der National Association of Manufacturers.