Verpackungsbranchen-Experte Philipp Keil: „Die PPWR ist kein Innovationskiller, sondern ein Beschleuniger“
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Kenner der Verpackungsbranche: Philipp Keil. Bild: Daniel Schwarz Fotografie
Verpackungsbranchen-Experte Philipp Keil: „Die PPWR ist kein Innovationskiller, sondern ein Beschleuniger“
Lesezeit: 1 Minute
Das Jahr 2026 wird für die Verpackungsbranche herausfordernd bleiben und spürbare Veränderungen mit sich bringen. Die schrittweise Einführung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), strengere Vorgaben zur Recyclingfähigkeit und verbindliche Quoten für den Einsatz von Rezyklaten sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Strategien grundlegend überdenken müssen. Darüber spricht Gastgeber Matthias Laux mit Verpackungsbranchen-Experte Philipp Keil in der neuen Ausgabe von Packaging People, dem Podcast von Packaging Journal und interpack. Beide analysieren, welche Entwicklungen die Märkte in den kommenden Monaten prägen und weshalb vielerorts noch Zögern statt Handeln dominiert.
Keil, der seit vielen Jahren in der Branche arbeitet, aktuell bei der WEIG-Gruppe, macht deutlich, dass Regulierung Fortschritt nicht automatisch bremst. Vielmehr sieht er die PPWR als zentralen Treiber, der verbindliche Ziele schafft, an denen sich Marken und Industrie ausrichten müssen. „Die PPWR ist kein Innovationskiller, sondern ein Beschleuniger“, sagt er. Unternehmen würden gezwungen, Verpackungen ganzheitlich zu betrachten – vom Design über die Materialauswahl bis hin zur Kreislauffähigkeit und der nötigen Datentransparenz. „Einen so schlechten Ruf hat die PPWR deshalb, weil sie Unsicherheit schafft, etwa in Bezug auf Mindestrezyklatquoten und Recyclingfähigkeit.“
Wer bleibt wettbewerbsfähig?
Ein weiterer Fokus der beiden liegt auf faserbasierten Verpackungskonzepten, neuen Materialalternativen und der Frage, wie Nachhaltigkeit wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden kann. Keil warnt zugleich vor zu einfachen Antworten: Nicht jedes Material lasse sich problemlos austauschen. Entscheidend sei immer die Gesamtsicht – inklusive Produktschutz, Logistik, Wiederverwertbarkeit und Kosten.
Darüber hinaus geht es im Podcast um die Bedeutung enger Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um Potenziale im Bereich Mehrweg – und um die Gefahr, dass sich die Branche in Vorreiter und Zaudernde spaltet. Wer früh aktiv werde, könne sich klare Vorteile sichern; wer abwartet, riskiere dagegen zunehmenden Druck. „Wer 2030 noch wettbewerbsfähig sein will, muss sich heute positionieren“, mahnt Keil.