Eine Stimme für Europa – und für eine Branche im Wandel
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Präsident des neu gegründeten Verbands Europama: Riccardo Cavanna. Bild: UCIMA
Eine Stimme für Europa – und für eine Branche im Wandel
Lesezeit: 2 Minuten / Veröffentlicht: 20.05.2026
Europa kann Verpackung. Europa kann Maschinenbau. Und Europa kann Zusammenarbeit. Doch wie lässt sich diese Stärke in Zeiten wachsender Regulierung, globalem Wettbewerb und technologischer Umbrüche bündeln? Genau hier setzt Europama an! Auf der interpack 2026 in Düsseldorf haben führende nationale Verbände der Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinenindustrie einen neuen Dachverband ins Leben gerufen – die Processing & Packaging EU Federation. Mitglieder aus Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz – darunter VDMA, UCIMA, Evolis, AMEC, Automate UK und Swissmem – vereinen ihre Kräfte, um künftig mit einer Stimme auf europäischer Ebene zu sprechen.
Was passiert, wenn nationale Champions plötzlich europäisch denken?
Damit entsteht mehr als nur ein Verband. Europama sieht sich als dauerhafte Koordinationsplattform für die gesamte Branche – als Ort des Austauschs, als Impulsgeber für gemeinsame Positionen und als strategisches Netzwerk. Ziel ist es, die Interessen der Industrie gegenüber europäischen Institutionen zu bündeln, regulatorische Entwicklungen aktiv mitzugestalten und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Maschinenbaus langfristig zu sichern.
Die Gründung fällt nicht zufällig in eine Zeit tiefgreifender Transformation. Neue EU-Vorgaben, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Themen wie KI, Datenregulierung und die Verpackungsverordnung PPWR setzen die Branche unter Druck – und eröffnen zugleich enorme Chancen. Gerade in diesem Spannungsfeld wird klar: Einzelne nationale Perspektiven reichen nicht mehr aus. Gefragt sind abgestimmte, europäische Antworten.
Wie stark ist Europas Ausgangsposition eigentlich?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund zwei Drittel der weltweit gehandelten Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinen stammen aus Europa. Allein im Jahr 2024 exportierte die Branche Maschinen im Wert von etwa 35 Milliarden Euro. Deutschland und Italien zählen dabei mit jeweils rund 20 Prozent Marktanteil zu den globalen Spitzenreitern.
Der Verband will die strategische Bedeutung der Branche sichtbarer machen und Europas Rolle als führender Standort für Processing- und Packaging-Technologie festigen. Im Fokus stehen dabei Themen wie industrielle Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität, Nachhaltigkeit und fairer Wettbewerb auf globalen Märkten.
Mit Riccardo Cavanna, Präsident des italienischen Verbands UCIMA, steht ein erfahrener Branchenvertreter an der Spitze der neuen Föderation. Unterstützt wird er von Markus Rustler (VDMA) als Vizepräsident. Gemeinsam repräsentieren sie eine neue Form der europäischen Zusammenarbeit – pragmatisch, industriegetrieben und zukunftsorientiert.
Was bedeutet das für die Zukunft der interpack und der Branche insgesamt?
Die Gründung von Europama sendet ein starkes Signal: Die europäische Verpackungs- und Prozesstechnik rückt enger zusammen. Wo bislang nationale Verbände die Interessen ihrer Mitglieder vertreten haben, entsteht nun ein gemeinsames Sprachrohr – direkt in Richtung Brüssel.
Europama
Weitere Informationen zum Verband Europama gibt es hier.
„Noch sehr viel Ausbaupotenzial“: Tanaro Schädler von der Uhlmann Group spricht in der aktuellen Podcastfolge von Packaging People über KI und deren Einsatz im Maschinenbau. / Bild: Tanaro Schädler