KHS entwickelte und installierte für den Standort Johannesburg eine komplett neue Linie zur Abfüllung von Säften in PET-Flaschen. Foto: KHS

KHS entwickelte und installierte für den Standort Johannesburg eine komplett neue Linie zur Abfüllung von Säften in PET-Flaschen. Foto: KHS

Hot’n’Cold

Abfüllung von Säften in PET-Flaschen immer beliebter

Das Angebot an Getränken wächst kontinuierlich. Eistees, Energydrinks, Wasser, Limonaden, Smoothies, Säfte. Die Liste kann schier endlos weitergeführt werden. Wichtig sind für die Hersteller nicht nur die Konsumenten, die die Produkte letztlich kaufen, sondern in den Schritten davor vor allem auch kompetente und fortschrittsorientierte Partner, die die Getränke abfüllen und somit marktfertig machen.

Heiß einfüllen – eiskalt genießen

Ein Beispiel hierfür ist die KHS GmbH, die kürzlich für Coca-Cola in Südafrika eine Produktionsanlage mit neuester Technologie aufgerüstet hat. Die Anlage ist eine der größten weltweit, rund 350 Millionen Liter Getränke werden hier jährlich abgefüllt. Besonders für Säfte mit Fruchtfleischanteil ist die KHS-Technik spezialisiert, da sie sich in der Regel mit den bestehenden Linien für PET-Flaschen nicht verarbeiten lassen. Während des Abfüllungsprozesses dürfen die empfindlichen Pulpen nicht beschädigt werden, während gleichzeitig auch bei der Dosierung nur geringe Toleranzen eingeräumt werden.

Hierfür entwickelte KHS ein Verfahren, bei dem mit zwei volumetrischen Präzisionsfüllern gearbeitet wird. Die Fruchtstücke werden in einem ersten Schritt mit etwas Saft eingefüllt, in einem zweiten Schritt wird die restliche Flüssigkeit hinzugegeben.
Säfte und safthaltige Getränke wollen sanft behandelt und in einem hygienisch erstklassigen Umfeld abgefüllt werden. Foto: Valensina

Säfte und safthaltige Getränke wollen sanft behandelt und in einem hygienisch erstklassigen Umfeld abgefüllt werden. Foto: Valensina

Der gesamte Prozess erfolgt im sogenannten Hotfill-Verfahren oder auch Heißabfüllung genannt. Bei dieser Technologie wird der Inhalt auf über 100 Grad erhitzt. Ist das Produkt auf 83 Grad abgekühlt, ist es abfüllbereit und kann in speziell dafür vorgesehene Flaschen gefüllt werden. Um einer Abfülltemperatur zwischen 80-90°C standhalten zu können, werden die besonderen Flaschen in einem Streck-Blasprozess gefertigt und sind mit einer hohen thermischen Stabilität und Kristallinität ausgestattet. Das Erhitzen garantiert, dass keine Mikroorganismen überleben und so die Hygiene und Haltbarkeit des Inhalts gewährleistet ist.
Mit der KHS-Hotfill Technologie-Anlage können bis zu 48.000 Flaschen pro Stunde in Formaten zwischen 0,3 und 1,5 Litern abgefüllt werden. Foto: KHS

Mit der KHS-Hotfill Technologie-Anlage können bis zu 48.000 Flaschen pro Stunde in Formaten zwischen 0,3 und 1,5 Litern abgefüllt werden. Foto: KHS

Brandneu ist das NitroHotfill-Verfahren, das Krones in diesem Jahr für den türkischen Teehersteller Dogus Cay zum Einsatz brachte. Der Vorteil: Drucklufteinsparung. Durch die Installation einer Stickstoffinjektions-Dosage kurz vor dem Verschließer wird die Flasche mit Druck beaufschlagt. Der positive Flaschendruck kompensiert nach dem Rückkühler den Volumenschrumpf des Produkts und verhindert dadurch eine Unterdruckverformung der Flasche. Das bisher zum Ausgleich des Vakuumdrucks bei heiß abgefüllten Produkten erforderliche Panel-Design entfällt damit. Das Verfahren ermöglicht auch den Einsatz von Aluminiumformen und reduziert den Luftverbrauch der Maschine drastisch.
Die aseptische Streckblasmaschine von Krones entkeimt nicht erst die fertigen Flaschen, sondern schon deren Rohlinge. Foto: Contiform AseptBloc @ Krones

Die aseptische Streckblasmaschine von Krones entkeimt nicht erst die fertigen Flaschen, sondern schon deren Rohlinge. Foto: Contiform AseptBloc @ Krones

Kaltabfüllung

Bei hochsensiblen Flüssigkeiten wie beispielsweise Säften müssen besondere Hygienebedingungen berücksichtigt werden. Alternativ zur Heißabfüllung, bei der mögliche Keime durch Erhitzen abgetötet werden, können Flüssigkeiten auch kalt in Flaschen abgefüllt werden. Dabei muss allerdings für eine keimfreie Umgebung innerhalb des Abfüllprozesses gesorgt werden. Seit einigen Jahren hat sich das unter dem Namen ‚Kaltaseptik’ bekannte Verfahren als Alternative zur Heißabfüllung von Fruchtsäften und Fruchtnektaren in PET-Einwegflaschen und Karton-Verpackungen durchgesetzt. Der pasteurisierte Saft wird dabei rückgekühlt auf weniger als 20 °C und unter sterilen Bedingungen in eine sterile Verpackung abgefüllt. Durch die hohen Investitionskosten für kaltaseptische Abfüllanlagen eignet sich das Energie und Kosten reduzierende Verfahrung ausschließlich bei großen Füllmengen und ist daher auf nur wenige Anbieter beschränkt.
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