Sie befinden sich hier: interpack Magazin. Trends & Design.
Ein Fan von Faltschachteln
Artikel
Ein Fan von Faltschachteln
29.12.2011
Geboren in Schweden, war er beinahe 40 Jahre verantwortlich für die Entwicklung kreativer Designlösungen für strategische Marken von Nestlé: Lars Wallentin. „Für diejenigen von Ihnen, die sich nicht trauen, gute Verpackungen zu gestalten – dieses Buch wurde geschrieben, um Ihnen Mut zu machen“, sagt er. Und, wenig überraschend: Wallentin ist ein Fan von Kartonverpackungen.
Wie erkennen wir eine gute Verpackung, wenn wir sie sehen? Sie ist funktionell gestaltet. Sie nimmt Rücksicht auf die Umwelt. Haptische Qualitäten sind bedacht. Sie kommuniziert. Und sie sieht interessant aus. Nur sehr wenige Verpackungen erfüllen diese Forderungen zu 100 Prozent.
Es gibt einen Grund dafür, dass der kommunikative Aspekt so wichtig ist: In einem modernen Supermarkt ersetzt die Verpackung den Verkäufer. Es gibt dort niemanden, der Sie in die verschiedenen Produkte einführt, niemanden, der Ihnen hilft, das Richtige auszuwählen, niemanden, der die Vorteile eines speziellen Produktes erklärt und Sie beim Einkauf unterstützt. All dies muss die Verpackung tun.
Es gibt einige sehr einfache Regeln oder Richtlinien, um mit einem Verpackungsdesign Erfolg zu haben: (1) muss gesehen werden; (2) maximal appetitanregend; (3) Einfachheit; (4) gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; (5) Einzigartigkeit. Verpackungsdesign kann herausragend sein und den Umsatz erheblich steigern, wenn diese fünf Ratschläge befolgt werden. Leider ist dies selten der Fall, denn wir leben in einer risikoscheuen Gesellschaft und kaum jemand traut sich, etwas zu wagen, um die Verpackung zu verbessern.
Wenn der Konsument zum Schluss kommt, dass er mehr erhält als erwartet, wird er oder sie immer wiederkommen. Dabei kann das Design der Verpackung eine wichtige Rolle spielen, indem sie nicht zu viel verspricht oder in die Irre führt. Ehrlichkeit ist Pflicht – das schließt aber nicht aus, das Produkt in hellerem Licht zu fotografieren oder den Kontrast zu verstärken. Eine wiederverschließbare Verpackung, leicht zu öffnen, der man einzelne Portionen entnehmen kann, ist eine weitere Möglichkeit, Mehrwert für das Produkt zu schaffen, was der Konsument zu schätzen weiß.
Viele Produkte sind von Natur aus sehr ähnlich. Zum Glück können wir jedes einzelne durch Verpackungsdesign einzigartig machen. Da wäre zuerst der einzigartige Schriftzug der Marke. Die Verpackung kann auch eine besondere Form haben, was allerdings oft zu Mehrkosten führt. Ein dritter Weg ist die Verbindung verschiedener Materialien, zum Beispiel eine Kartonverpackung mit Plastikfenstern. Einzigartigkeit kann auch durch ein besonderes Layout erreicht werden, man muss nicht immer das Standardlayout nehmen: Logo oben, Abbildung darunter und „Neu“ in der Ecke.
Zehn Arten, Ihr Verpackungsdesign zu verbessern
Verpackungsdesign ist eine fachübergreifende Tätigkeit. Für den Erfolg brauchen Sie Kenntnisse in vielen Bereichen. Hier die zehn wichtigsten:
1. Den Konsumenten verstehen: Um herauszufinden, was der Konsument mag oder wünscht, sollten Sie zuerst an sich selbst denken.
2. Die Bedeutung der Einfachheit verstehen: Zweifellos enthalten Verpackungen heutzutage viel zu viele (unnötige) Informationen.
3. Die Positionierung verstehen: Die Gestaltung einer Verpackung muss die Idee einer Marke (oder eines Produkts) unterstützen.
4. Die Hierarchie verstehen: Es gibt immer etwas, das am wichtigsten ist.
5. Die Gesetzgebung verstehen: In diesem Bereich laufen die Dinge oft falsch, weil wir nicht zwischen Vorschriften und Richtlinien unterscheiden.
6. Das Material verstehen: Dass Kartonverpackungen mit durchsichtigen Fenstern heutzutage sehr beliebt sind, sagt der Hausverstand. Die meisten Konsumenten möchten sehen, was sie kaufen.
7. Das Layout verstehen: Tief verwurzelt unter den Marketingleuten ist das „Obere-linke-Ecke-Syndrom“. Bei der Verpackung ist JEDES Layout möglich.
8. Ökologie verstehen: Wäre es nicht eine gute Idee, Verpackungen zu nützen, um die Konsumenten zur Nachhaltigkeit zu erziehen?
9. 3D verstehen: Ein vollwertiger Verpackungsdesigner ist nicht nur Grafiker. Er oder sie muss auch Silhouetten und Formen verstehen und wissen, wie man sie erzielt.
10. Umfassendes Verpacken verstehen, das heißt den Synergieeffekt: Bis heute habe ich niemals einem Meeting beigewohnt, bei dem alle folgenden verantwortlichen Personen anwesend waren: Projektleiter, Designer, technischer Designer, Kreativdirektor, Rechtsberater und ein Vertreter des Handels.
Für den Erfolg kann gutes Design ausreichen, aber besser noch ist gutes Design-Management. Der Erfolg von Swatch und Nespresso gründet sich nicht nur auf ihre Namen oder Designs oder ihre Prospekte, Werbung oder Verpackung. Der Erfolg solcher Marken kommt daher, dass Design in alle Bereiche einfließt. Erfolgreiche Unternehmen wie Apple, P&G oder Bang & Olufsen haben ein Design-Management, das Design in der gesamten Organisation verbreitet und nicht nur ein Produkt oder eine Verpackung unterstützt.
Mein Lieblingsmaterial: Holzfasern
Nachdem ich im Verpackungsdesign tätig bin, interessieren mich natürlich alle Materialien, denn alles hängt davon ab, welches Produkt verpackt werden soll. Konsumenten der westlichen Welt erfahren mehr und mehr über Materialien, entweder als Kinder in der Schule oder durch Fernsehprogramme, Websites und Zeitungsartikel. Alle diese Informationen vermitteln ein positives Bild von Kartonverpackungen, weil die Konsumenten verstanden haben, dass sie (1) leicht zu recyceln sind; (2) biologisch abbaubar sind; (3) leicht sind; (4) aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden, das heißt aus Holz; (5) leicht in Öfen verheizbar sind. Jede Tonne Karton, die die Wertschöpfungskette durchläuft, ist reine Bioenergie und kann fossiles Öl ersetzen.
So weit, so gut, aber es gibt noch viel mehr zu sagen über Karton, insbesondere aus ökologischer Sicht. Die meisten Konsumenten wissen noch nicht, dass (1) die Forstindustrie mindestens zwei Bäume pflanzt, wenn sie einen schlägert; (2) die Bäume mehr CO2 binden, als sie abgeben, weil Bäume im Wachstum CO2 aufnehmen und dieses zum Teil im Boden in Wurzeln und Baumstümpfen speichern; (3) junge Bäume mehr CO2 absorbieren als ältere, das heißt, es schadet nicht, alte Bäume zu fällen; (4) der Karton, den wir verwenden, von Bäumen aus der nördlichen Hemisphäre kommt und nicht aus Borneo oder vom Amazonas; (5) zahlreiche Kartonhersteller in den kommenden Jahren keine fossilen Brennstoffe mehr benötigen werden, weil sie ihren Energiebedarf aus Holzabfällen decken; (6) Holzfasern, die anfangs recht lang sind, vier bis fünf Mal wiederverwendet werden können, bevor sie zu kurz sind, um wieder zu Karton verarbeitet zu werden.
Ich sehe Karton auch deshalb so positiv, weil er sich sehr oft gut mit anderen Materialien kombinieren lässt. Es gibt zahlreiche laminierte Kartons, entweder mit Aluminiumfolie, mit Wachs oder Kunststoff. Obwohl Stahl und Aluminium ebenso wie Glas natürliche Materialien sind. in dem Sinn, dass das Rohmaterial zurückgewonnen werden kann, wird Karton doch als das natürlichere Material gesehen.
Aus: Lars G. Wallentin, The world’s first book about packaging communication. Packaging sense, Book #1, Helloswe, Göteborg 201
Quelle: ProCarton
www.procarton.com
( Quelle: PRO CARTON )
Mehr Informationen
Alle Artikel aus Trends & Design
Positive Resonanz bei örtlichen Schulen Edelmann schafft Unkonventionelles Deutscher Verpackungspreis 2012 startet mit neuen Kategorien und erweitert den Service PepsiCo Brasilien setzt auf die Fülltechnologie von SIG Combibloc Goldmedaille für MicroPast Neues zum Pro Carton-Kongress: Verpackung in einer digitalen Welt SIG Combibloc gewinnt mit drinksplus den Gulfood Award Neuer Workshop der IdeenFactory von SCA Packaging Sprungbrett zwischen Print- und Online-Welt L´Oréal setzt weltweit auf OYSTAR IWK Coca-Cola Design+ Award: Junge Designer und Konzeptideen für die Getränkekiste der Zukunft gesucht! Wettbewerbe Verpackungsdesign Schluck für Schluck: Prebiotische Extras für den gesunden Genuss Wettbewerb: Bundespreis Ecodesign Scharf und bunt: Resin 8 Colors von Hu-Friedy Edelmann verpackt Michalsky Die Faltschachtel in einer neuen Dimension Der Siegeszug technischer Kunststoffe YIN YANG Verpackungsserie – ProCarton/ECMA-Award für Edelmann Ein Fan von Faltschachteln ARGUS wt mit neuem Feature Jenseits der Marke Winter-Erlebnisplatzierung für SystemPartnerAutoteile Mehrfarbige-PET-Flaschen von GIZEH Zwei deutsche Verpackungspreise für SCA Packaging OYSTAR Hassia gewinnt Deutschen Verpackungspreis Fujifilm Speciality Ink Systems erhält Auszeichnung "Save Food" öffnet sich für Unternehmen Der Deutsche Verpackungspreis 2011 Mehrwert am Verkaufsregal Markenklassiker Ritter Sport erhält Auszeichnung des Deutschen Verpackungs-Museums Deutscher Verpackungspreis nominiert Kandidaten Quadratisch, praktisch, gut: der QR Code Plastics - the facts Kunststoffindustrie dokumentiert den Kunststoff-Lebensweg Social Media: best practice in der Krones AG Tube des Jahres 2011: Innovation auf breiter Front Verbraucherschutzminister fordern bessere Preisangaben Packaging in a Digital World - Internationaler ProCarton-Kongress 2012 Auffallen am Point of Sale Montblanc Legend mit Eleganz von Edelmann Eine Norm für alle Packaging in a Digital World - Internationaler ProCarton-Kongress 2012 In Europa werden rund zwei Drittel aller Aluminium-Getränkedosen recycelt OYSTAR gewinnt red dot award Hochwertige Produkte aus Elastomerpulvern interpack wächst in Xing, LinkedIn und Facebook Film "Taste the Waste" dokumentiert globale Verschwendung von Lebensmitteln Gefällt mir – kauf ich! Workshop „Promotional Packaging“ Ethical Coffee fordert Nespresso auch in Deutschland heraus In Europa werden rund zwei Drittel aller Aluminium-Getränkedosen recycelt In Europa werden rund zwei Drittel aller Aluminium-Getränkedosen recycelt Ausgezeichnete Druckergebnisse mit hochauflösendem Flexodruck Neuromarketing - Das Gehirn am Point of Sale Zeitgemäße Displaytechnik im Point of Sale Marketing Pepsi mit EcoGreen-Flasche Was Käufer wollen Edelmann und Bayer HealthCare Pharmaceuticals realisieren neues Verpackungskonzept Volkers modernisiert Flexodruck-Formherstellung Absatzniveau stabil: Behälterglas liegt weiter im Trend Heidelberg mit neuem umfangreichen Paket für den alkoholfreien Druck Cola-Dose für junges Lebensgefühl Blick zurück auf die Interpack: Werte und Innovationen Verpackungsentwürfe für Klebstoffe prämiert VDMA: Kreative Flexibilität - Verpackungstechnologie Auffallen – um jeden Preis 80 Jahre anders Weil’s Spaß macht und schmeckt Der POS aus Sicht des Shoppers Design zum Geburtstag Vom Keks zur Kultmarke Augmented Reality - Mehr als real Südstaaten-Spirit auf der Flasche Ein Teddy zwischen Tradition und Moderne Glanz und Glamour "Kleenex": Auf Zeitreise mit einem Zellstofftuch Design – nur schöner Schein? Die Königsklasse Night of Packaging: Brillante Ideen Capri-Sonne: Ausgezeichneter Klassiker Kurshalten in der Wirtschaftskrise Lifestyle per Paukenschlag Wer packt die schönsten Brötchen? Des Big Macs neue Kleider Erste Hilfe mit Tradition Was macht die Schrift auf der Verpackung? Im Trend? Wein aus der Dose Nicht von Pappe: Umweltfreundliche Bestattung Mineralwasser: „prickelnd“ verpackt Exklusive Design-Flaschen und Karaffen aus Glas VDMA: interpack 2011 Vorschau
Zurück zu allen aus Trends & Design
Dieser Artikel gehört außerdem zu










