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Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik

Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik

(Photo: Nora Frohmann)

In einer Verpackung treffen sich die Forderungen der Hersteller und Kunden mit den Ideen des Marketings und den Möglichkeiten der Verpackungsmaschinen. Für diese spezielle Verbindung von Konstruktion, Gestaltung und Bedrucken werden bundesweit an fünf Hochschulen Spezialisten ausgebildet: in Stuttgart, Leipzig und Berlin (jeweils Verpackungstechnik) sowie München (Verfahrenstechnik Papier und Verpackung) und Kempten (Lebensmittel- und Verpackungstechnologie).

Die Bachelor- und Masterstudiengänge bieten eine sehr vielseitige Ausbildung, die Spannbreite reicht von naturwissenschaftlichen Fächern über Maschinenbau bis hin zu Design und Verpackungsrecycling. Durch das Studium werden die Absolventen befähigt, Packstoffe, Packmittel, Verpackungsmaschinen und Verpackungsprozesse zu gestalten, zu bewerten und zu optimieren.

In den ersten Semestern lernen die Verpackungstechniker an jeder der Hochschulen Grundlagen in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Mathematik, Chemie und Physik stehen unter anderem auf dem Stundenplan. Weil es Verpackungen aus so verschiedenen Materialien wie Papier, Karton, Pappe, Kunststoff, Folien, Styropor, Glas, Holz und Metall gibt, ist eine Beschäftigung mit den verschiedenen Werkstoffen vorgesehen. „Wir fragen uns: Wie wird der Rohstoff hergestellt, wo kommt er her und was kann ich mit ihm machen?”, erzählt Thomas Oertel, der gerade an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig studiert.

„Und welche Produktionsanlagen brauche ich dafür?”, fragt Oertel als nächstes. Dafür besuchen die Studenten auch Vorlesungen und Seminare in ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen wie Maschinenbau, Konstruktion und Automatisierung. Diese Kenntnisse sind wichtig, um die Anlagen und Systeme mit ihren Abpack- und Abfüllprozessen zu verstehen. Auch der Aspekt Recycling gehört zum Themenkreis Werkstoffe.

Im weiteren Verlauf des Studiums eignen sich die Studenten Kenntnisse in den Wirtschaftswissenschaften und im Bereich Management und Recht an, um später Führungsaufgaben in den Betrieben übernehmen zu können. Projektmanagement, Logistik, Verpackungsmarketing und Kostenmanagement sind hier wichtig. Auch Fremdsprachenkenntnisse wie zum Beispiel Fachenglisch können erworben werden. An der Hochschule der Medien in Stuttgart liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Gestaltung, sodass dort Grundlagen in Farb- und Kompositionslehre, Wahrnehmungspsychologie und Semiotik vermittelt werden. An allen Hochschulen gibt es individuelle Vertiefungsfächer, mit denen die Studenten ihr Profil schärfen können. Dazu gehören etwa Marketing oder Qualitätsmanagement.

„Wir haben den Ansatz, einen Verpackungstechnologen als Generalisten auszubilden, der die gesamte Bandbreite des Verpackungswesens abdeckt”, sagt Eugen Herzau, Professor für Verpackungstechnologie in Leipzig. Neben dem hohen theoretischen Fachwissen ist der stete Praxisbezug wichtig. „Die Vorlesungsinhalte werden in den meisten Fächern durch praktische Übungen im Labor vertieft”, sagt Herzau. Dafür stehen den Studenten oft moderne Maschinenparks etwa mit Faltschachtelklebemaschinen zur Verfügung, Maschinen zur Verarbeitung von Faserstoffverpackungen und zur Herstellung von Stanzformen sowie Labore mit Schlauchbeutelmaschinen, Spritzgießmaschinen, Streckblasmaschinen, Form-Fill-Seal-Maschinen und Extruder.

Daneben werden Exkursionen für Einblicke in Betriebe aus verschiedenen Branchen angeboten oder ein Modul Projektmanagement, in dem ein von einem Unternehmen gestelltes Projekt bearbeitet wird. Ein besonderer Schwerpunkt der Hochschulen liegt auf dem integrierten praktischen Studiensemester, bei dem Kontakte zur Industrie – etwa für die Bachelorarbeit – hergestellt werden können. „Für die Praktika gibt es recht viele Stellen. Und sie werden mit 400 bis 800 Euro im Monat gut bezahlt”, sagt Oertel. Das kann auch im Ausland sein: Ein Leipziger Student schreibt gerade seine Abschlussarbeit nach einem Praxissemester bei Unilever in England.

Einige Hochschulen kooperieren direkt mit anderen Hochschulen im Ausland. Die Beuth Hochschule für Technik in Berlin hat eine Partnerschaft mit der Université Champagne-Ardenne/ESIEC im französischen Reims, wo ebenfalls Verpackungstechnik studiert werden kann. An der Hochschule der Medien Stuttgart gibt es seit dem Sommersemester 2008 sogar einen deutsch-chinesischen Studiengang Verpackungstechnik. Zunächst findet das Studium und Kurse in chinesischer Umgangs- und Fachsprache in Stuttgart statt, dann absolvieren die Studenten ein praktisches Studiensemester in einem Druck- oder Verpackungsunternehmen in China und lernen in Xi’an an der Technischen Universität. Nach sieben Semestern schließen sie mit einem Doppelabschluss der beiden Hochschulen ab. Auch in den Niederlanden gibt es Kurse in Packaging Design and Management, die im Rahmen des Master-Programms Industrial Design Engineering an der Twente University belegt werden können.

Die Berufsaussichten sind sehr gut, denn der Bedarf von Industrie und Handel auf dem Gebiet der Verpackungstechnik kann europaweit seit Jahren nicht gedeckt werden. „Ich kenne keinen Absolventen, der keinen Job hat”, sagt Oertel. Die Automobilindustrie, der Einzel- und Großhandelsbereich sowie die Lebensmittel verarbeitende Industrie sucht händeringend nach den Absolventen und wendet sich oft direkt an die Hochschulen. Ehemalige Studenten kehren in die Vorlesungssäle zurück und stellen Projekte ihrer jetzigen Arbeitgeber vor. „Es hängen auch sehr viele Stellenausschreibungen an der Pinnwand der Fakultät”, sagt Oertel. „Da ist meistens alles zugepflastert.”

Die Tätigkeitsfelder eines Bachelor of Engineering oder Master of Engineering in Packaging Technology liegen normalerweise in der Verpackungsentwicklung, -prüfung und -beratung, in der Produktion, im Qualitätsmanagement sowie im Produktmanagement. „Verpackungstechnik ist ein sehr interessanter und kurzweiliger Beruf. Jeden Tag hat man die Möglichkeit viel zu lernen und es wird nie langweilig”, bescheinigt die Berliner Beuth-Absolventin Vivien Varduhn.



An diesen Hochschulen kann Verpackungstechnik studiert werden:
Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik - Stuttgart: Hochschule der Medien
Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik - Berlin: Beuth Hochschule für Technik
Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik - Leipzig: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur
Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik - München: Hochschule München (HM), Verfahrenstechnik, Papier und Verpackung
Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik - Kempten: Hochschule für angewandte Wissenschaften
Gefragter Nachwuchs: Absolventen der Verpackungstechnik - Dresden: TU - Institut für Verarbeitungsmaschinen und Mobile Arbeitsmaschinen

 
 

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Photo: Prof. Dr.-Ing. Sabotka

Photo: Prof. Dr.-Ing. Sabotka, Berlin

Bild: Hochschule der Medien, Stuttgart

 
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