Sie befinden sich hier: News. News-Archiv. Nachhaltig verpacken.
Hochwertige Produkte aus Elastomerpulvern
News-Archiv
Hochwertige Produkte aus Elastomerpulvern
01.09.2011
Es fehlten bisher Techniken, um daraus hochwertige Materialien zu entwickeln. Fraunhofer UMSICHT ist es nun gelungen, mit dem Zusatz von Elastomerpulver ("zerkleinerte Gummireste") neue qualitative Werkstoffe zu entwickeln, die gewünschte Materialeigenschaften und Funktionen wie Härte, Elastizität oder Haptik besitzen. Die neu entwickelten Kunststoff-Compounds heißen
Elastomerpulvermodifizierte Thermoplaste (EPMT®).
Ziel der Forschungsarbeiten war es, pulver- und granulatförmige Elastomere systematisch zu analysieren, um werkstoffliches Recycling von Gummiresten zu optimieren. Nun ist bei Fraunhofer UMSICHT die erste Tonne der EPMT produziert und ausgeliefert; die Materialien sind bereits bei den Kunden in der Anwendungsprüfung. Eine breite Spanne von Einsätzen ist möglich: Fraunhofer UMSICHT analysiert hierzu mit den Kunden die Substitutionsmöglichkeiten z. B. für die Anwendung als Rasenmäherreifen.
Die neuen Kunststoff-Compounds erhalten durch das Elastomerpulver die gewünschte Eigenschaft und werden in der Compoundieranlage zusammen mit Thermoplasten und Additiven zu Granulaten verarbeitet. Diese sind wiederum schmelzbar. Das Mahlverfahren, mit dem aus Gummiresten Elastomerpulver wird, ist u. a. entscheidend für die gewünschten mechanischen Eigenschaften der Compounds. Bei den EPMT lassen sich wichtige Funktionen wie Stoßabsorption z. B. für Motorenlagerung oder Reibungsübertragung z. B. für Reifenwerkstoffe einstellen.
"Wir bieten ein umfangreiches Know-how über die gesamte Kette des werkstofflichen Recycling hinweg, da wir nicht nur einzelne Aspekt des Recycling von Elastomeren betrachten. Außerdem verfügen wir über die Technikumsanlagen bis hin zum industriellen Maßstab, die dafür nötig sind", erklärt Holger Wack, Geschäftsfeld Werkstoffe und Interaktion und Projektleiter. Das ermöglicht es, Elastomerreste jeglicher Qualität auf ihre Verwertbarkeit zu prüfen und Werkstoffeigenschaften flexibel nach den Anforderungen von Kunden einzustellen.
Auch bleiben Elastomerreste viel länger im Produktionskreislauf. "Rund 60 bis 80 Prozent an Elastomerpulvern können in die thermoplastische Matrix eingearbeitet werden", erläutert Damian Hintemann, Projektmitarbeiter bei UMSICHT. EPMT sind kostengünstiger als frischer Kautschuk, in Spritzgieß- oder Extrusionsmaschinen einfach verarbeitbar und wiederum recyclierbar.
Quelle: Fraunhofer UMSICHT
www.umsicht.fraunhofer.de









