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Düsseldorf

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Drei Jahre...

...sind vorüber: die Interpack nähert sich mit großen Schritten. Doch ist es nicht nur die größte Verpackungsfachmesse der Welt, die im Mai die Besucher in Scharen nach Düsseldorf bringt. Auch der 56. Eurovision Song Contest, findet, zeitgleich zur interpack, in der Düsseldorfer Esprit-Arena statt.

Der 56. Eurovision Song Contest

Fast dreißig Jahre mussten die Fans auf ein Gastspiel des ESC in Deutschland warten. Doch dank des famosen Finalsieges von Lena Meyer-Landrut im vergangenen Jahr in Oslo ist es nun soweit.

Für den 56. ESC in Düsseldorf haben sich nicht nur Lena und ihr Mentor Stefan Raab, sondern auch die Veranstalter viel vorgenommen: In der ganzen ersten Maihälfte finden überall in der Stadt musikalische Begleit- und Rahmenveranstaltungen statt. 35.000 Zuschauer sollen allein am Samstagabend die nahezu ausverkaufte Esprit-Arena füllen, während das Spektakel an den TV-Geräten oder in ‚Public Viewing’-Bereichen von weltweit 120 Mio. Zuschauern verfolgt werden wird.

Hier in Deutschland hoffen Organisatoren und Vermarkter auf warmes Wetter, Fahnenmeere in Schwarz-Rot-Gold und eine ähnliche Euphorie wie zur FiFA-Fußball-WM 2006. Falls Lena das Unglaubliche schaffen und ihren Titel tatsächlich verteidigen sollte, hätte man es in der Tat mit dem Deutschen Frühsommermärchen 2011 zu tun, das wiederum eine treffliche Vorlage für die Frauen-Fußball-WM einige Wochen später abgeben würde.

Das offizielle Motto des diesjährigen Eurovision Song Contests lautet: „Feel your heart beat!“. Mögen also Lena und ihre erfolgreiche Performance in der größten Unterhaltungsshow des Jahres unsere Herzen höher schlagen lassen!

Japan und Düsseldorf

Japan schickt freilich keinen Wettbewerber ins Rennen um den Titel des ESC; doch wenn die japanische Community in Düsseldorf geschlossen für Lena stimmen würde, wäre das schon ein mächtiges Votum für die gebürtige Hannoveranerin. Denn in Düsseldorfs Stadtgrenzen befindet sich mit 6500 Mitgliedern die größte japanische Gemeinschaft Deutschlands.

Die Landeshauptstadt ist seit nunmehr 50 Jahren ein wichtiges europäisches Zentrum für die japanische Wirtschaft. 2008 beispielsweise wurden allein im Großraum Düsseldorf von 450 japanischen Unternehmen über 23.000 Arbeitsplätze gestellt und mehr als 33 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Für mittelfristige Projekte und zu Fortbildungszwecken entsenden japanische Firmen zahlreiche Fach- und Führungskräfte in die Landeshauptstadt. Deren Familien begleiten sie oft dabei und bereichern seit Jahrzehnten auch die kulturelle Vielfalt der Stadt. Ihre Kinder besuchen hier deutsche Schulen oder studieren, zum Beispiel an der Musikhochschule oder der Kunstakademie.

Ende 1951 ließ sich der erste japanische Geschäftsmann in der Landeshauptstadt nieder. Am 2. Dezember 1955 registrierte die Düsseldorfer Gewerbeaufsicht eine Niederlassung der Keiretsu Mitsubishi auf der Ratinger Straße 49; dort, wo der ehemalige Preußische Vizekonsul in Nagasaki, Louis Kniffler, von 1884 bis 1885 sein Handelshaus betrieben hatte. Es folgten allmählich weitere Unternehmen, was nicht zuletzt das Ergebnis einer gezielten Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt war.

Im Düsseldorfer Stadtteil Stadtmitte gibt es ein etwa 30 Hektar großes, stark japanisch geprägtes Areal. Zwischen Berliner Allee, Klosterstraße, Charlottenstraße und Graf-Adolf-Straße finden sich zahlreiche Niederlassungen japanischer Unternehmen. Das „Deutsch-Japanische Center“ in der Immermannstraße beherbergt zudem den Sitz der japanischen Handelskammer, das Generalkonsulat und den europäischen Hauptsitz des Marubeni-Konzerns. Neben japanischen Handelsunternehmen, Banken, Versicherungen, Transportunternehmen und Werbeagenturen bedienen zahlreiche Dienstleister, Gastronomen und Einzelhändler die Bedürfnisse ihrer japanischen Klientel.

Füchschen

Wer sich abends in Düsseldorf aufhält, ob Messe oder nicht, kommt kaum um einen Besuch in der Altstadt herum, die durch eingängiges Liedgut auch als „Längste Theke der Welt“ bekannt ist. Über 250 Kneipen und Bars reihen sich hier aneinander. Bei dieser riesigen Anzahl ist für jeden etwas dabei, und so treffen sich hier Menschen aller Alters- und Bevölkerungsgruppen.

Die Brauerei im Füchschen ist eine traditionsreiche Hausbrauerei in der Altstadt und Namensgeber seines hauseigenen Altbiers, dem Füchschen Alt. Vier Altbierbraustätten gibt es noch in Düsseldorf; das Füchschen ist eine davon.

Mindestens seit 1640 ist für das Grundstück Ratinger Straße Nr. 28, auf dem sich heute die Brauerei und Gaststätte befinden, der Name „Im Füchschen“ geläufig. Seit damals wird auch vermutlich an dieser Stelle Altbier gebraut und in der angeschlossenen Gastwirtschaft verkauft. Doch erst 1848 erhält das Bier den Namen Füchschen Alt, der Fuchs wird zum Wahrzeichen dieses Bieres und ziert nicht nur Flasche, Faß und Glas, sondern auch die Hausfassade an genau der Stelle, wo bei anderen die Hausnummer angebracht ist.

Die Geschäfte werden in vierter Generation im Familienbesitz geführt, Bier und Küche sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt, und das Füchschen ist heute, 370 Jahre später, eine feste Größe im Düsseldorfer Brauchtum.

Köbogen und Medienhafen

Freunde des modernen Städtebaus finden im seit einigen Jahren erweiterten und umgestalteten Düsseldorfer Hafen interessante Ansichten.

Der Hafen war als Stadtteil jahrzehntelang unterrepräsentiert, was auch an seinen meist unzugänglichen Industriearealen lag. Dies änderte sich erst in den den Neunziger Jahren, als er sich durch einen ambitionierten Umbau und den verstärkten Zuzug der Kommunikationsbranche zum „Medienhafen“ wandelte. Medien und Werbung, Mode und Kunst, das Europäische Medien-Institut und die NRW-Filmstiftung, die Landesrundfunkanstalt und die NRW-Architektenkammer logieren hier nun in knapp 1000m Luftlinie zur Altstadt. Zudem bringen ein Multiplex-Kino, zahlreiche gehobene Restaurants, sowie Clubs und Lounges ein reges Nachtleben in den Hafen.

Die Architektur bietet eine sehr gelungene zeitgenössische Mischung. Da sind die Internationalen Steven Holl, David Chipperfield, Frank O. Gehry, Joe Coenen, Fuminiko Maki, Will Alsop und Claude Vasconi. Sie stehen neben Düsseldorfern wie Overdieck, Kahlen und Partner; Prof. Wolfgang Döring und Partner; Thomas Beucker mit dem Büro BHLM; Rohde, Kellermann, Wawrowski; Hentrich, Petschnigg und Partner oder den Kölnern Till Sattler und Norbert Wansleben und den Frankfurtern Walter Kohne und Michael Merill.

Ebenfalls etwas fürs Auge bietet der aktuelle Umbau des KöBogens, der das neue Herzstück der Stadt werden und ab 2015 mit „attraktiven Plätzen, grünen Flaniermeilen und neuen architektonischen Wahrzeichen“ aufwarten wird.

Momentan wird hier staubintensiv gebaut. Doch die Stadt informiert ihre Bürger in einem gläsernen Infopavillon auf dem Schadowplatz. Auf mehreren Ebenen ist das gesamte Projekt dokumentiert, und eine filmische Animation zeigt, wie dieser Stadtteil 2015 aussehen soll.

Wer sich die Baustelle schon jetzt einmal von oben ansehen möchte, dem sei ein Besuch auf der 12m hohen Aussichtsplattform des Infopavillons empfohlen. Ähnlich wie einst an der Großbaustelle Potsdamer Platz in Berlin ist von solch einer Plattform ein beeindruckender Rundblick über den gesamten Bereich möglich. Wer nicht ganz so hoch hinaus möchte, kann sich das Ganze auch im Netz, über eine Webcam ansehen.

Viel Spaß in Düsseldorf - wir sehen uns auf der Interpack!



Quellen und weitere interessante Links:
Düsseldorf - Zur Stadt Düsseldorf
Düsseldorf - Zum Eurovision Song Contest
Düsseldorf - Zur Altstadt
Düsseldorf - Zum KöBogen
Düsseldorf - Zum Medienhafen

 

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