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Ketchup in der Cola-Flasche

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Ketchup in der Cola-Flasche


Große Umstellung beim amerikanischen Ketchup-Hersteller Heinz: Im März 2011 wurden in den USA alle herkömmlichen 500 Milliliter Ketchup-Flaschen durch die von der Coca-Cola Company entwickelte, auf Pflanzenrohstoffen basierte „Plant Bottle“ ersetzt.

Als Heinz im Jahr 1983 die Einführung von Kunststoffverpackungen für seinen Ketchup ankündigte, galt dies als erste große Veränderung in der Markengeschichte. In diesen Tagen vollzieht sich eine zweite „Revolution“: Im Rahmen einer Partnerschaft mit der Coca-Cola Company tauscht Heinz ab sofort in einem ersten Schritt alle 500 Milliliter-Flaschen in den USA durch die kürzlich von Coca-Cola eingeführte „Plant Bottle“ aus.

Guess what my bottle is made of?

Die „Plant Bottle“ sieht nach Unternehmensangaben aus wie die herkömmlichen Kunststoffflaschen, fühlt sich genauso an und bleibt vollständig recycelbar. Allerdings werden bis zu 30 Prozent des Materials aus Zuckerrohr Ethanol aus Brasilien hergestellt – mit dem Ziel, bis zum Jahr 2015 Treibhausgas-Emissionen, Abfall, Wasser- und Energieverbrauch um mindestens 20 Prozent zu senken. Die pflanzlichen Bestandteile ersetzen einen Teil des zur herkömmlichen Kunststoffproduktion erforderlichen Erdöls. Zusätzlich werde für die Produktion der Flaschen in Europa bis zu 50 Prozent recycelter herkömmlicher Kunststoff (PET) eingesetzt, heißt es bei Coca-Cola. Ab Juni werden die neuen Verpackungen mit einem speziellen Logo gekennzeichnet, so dass der Konsument die neuen Flaschen an On-Pack-Nachrichten und am Packaging Logo „Guess what my bottle is made of...?“ auf einen Blick erkennen kann.

2011: 120 Millionen Ketchup-Plant Bottles

Coca-Cola hat die „Plant Bottle“ für den eigenen Bedarf bereits im Jahr 2009 eingeführt, und 2010 wurden schon mehr als eine Milliarde „Plant Bottles“ hergestellt. Auch auf der Expo 2010 in Shanghai wurde die 200-Milliliter Coca-Cola-„Plant Bottle“ vorgestellt. Derzeit wird sie in Kanada, Mexiko, Chile, Brasilien, Japan, Dänemark, Schweden, Norwegen und den USA für verschiedene Produkte aus dem Hause Coca-Cola eingesetzt. Im laufenden Jahr 2011 sollen weitere Märkte folgen. In dieser Zeit sollen insgesamt fünf Milliarden Flaschen verwendet werden. Bis 2020 sollen alle Kunststoffverpackungen der Coca-Cola Company durch die umweltfreundliche Variante ersetzt worden sein. Nach Angaben des Unternehmens konnten in den ersten beiden Jahren nach der Einführung bereits mehr als 14 Millionen Liter Erdöl eingespart werden. Heinz Ketchup US plant, noch in diesem Jahr bis zu 120 Millionen Plant Bottle-Flaschen einzuführen.

10,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz

Der US-amerikanische Ketchup-Hersteller Heinz ist einer der führenden Nahrungsmittelhersteller weltweit mit einem jährlichen Umsatz von rund 10,5 Milliarden US-Dollar. Als Henry John Heinz das Unternehmen vor 140 Jahren gründete, füllte er seine Produkte nicht in den damals üblichen dunkelgrünen oder braunen Glasgefäßen ab, sondern nutzte bereits glasklare Flaschen, die den Blick auf die Qualität des Inhalts freigeben sollten. Er setzte sich mehr als zehn Jahre lang für die Einführung von Qualitätsstandards ein und legte sogar den Grundstein für das im Jahr 1906 vom US-Kongress verabschiedete Lebensmittelgesetz (Pure Food and Drug Act). Im Mai 2008 startete Heinz ein weltweites Projekt zur Verringerung des CO2-Ausstoßes um 20 Prozent bis zum Jahr 2015.

Pepsi kündigt Bio-Flasche an

Auch der US-Getränkeriese Pepsi kündigte im März 2011 eine aus pflanzlichen Materialien hergestellte PET Flasche an, die landwirtschaftliche Nebenprodukte wie Rutenhirse, Pinienrinde und Maisstroh als Rohstoffbasis nutzen soll. An weiteren Quellen für Rohstoffe aus organischen Abfällen aus der Landwirtschaft wird nach Unternehmensangaben derzeit geforscht. Die Pepsi-Flasche soll 2012 eingeführt werden.

Zeichen setzen für Nachhaltigkeit

Die Partnerschaft von Heinz und Coca-Cola soll ein Zeichen setzen und zeigen, wie Lebensmittel- und Getränkeindustrie zusammenarbeiten und intelligente Technologien nutzen und weiter entwickeln können, um wirklich nachhaltig zu wirtschaften. Unternehmensangaben zufolge arbeitet Coca-Cola schon heute an der Entwicklung einer Flasche, die zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird.

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