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Großbritannien erhöht Recycling-Ziele

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Großbritannien erhöht Recycling-Ziele


Die Zielquote für das Recycling von Kunststoffverpackungen in Großbritannien soll in den nächsten zwei Jahren von derzeit 29 auf 32 Prozent erhöht werden. Die Zielquote für Stahl wird von 69 auf 71 Prozent angehoben. Die neuen Vorgaben sollen gewährleisten, dass das Vereinte Königreich die in der EU-Verpackungsrichtlinie formulierten Ziele erreicht.

Diese Zahlen gab das britische Umweltministerium Defra für den nationalen Verpackungssektor für die Jahre 2011 und 2012 bekannt. Die Zielquoten für andere Packstoffe wie Papier und Pappe (69%), Glas (81%) oder Aluminium (40%) sollen zunächst auf ihrem jeweiligen Niveau von 2010 bleiben.

Eine Initiative, das „Waste & Resources Action Programme“ (WRAP), soll dank einer Kooperation von Einzelhändlern, Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und Zulieferern dazu beitragen, dass die Menge an Verpackungsabfällen in Großbritannien gesenkt wird. Die öffentlich finanzierte Initiative unterstützt die Regierung dabei, die Ziele des UK Climate Change Act 2008 zu erreichen, laut derer die CO2-Emissionen bis 2020 um 34 Prozent, bis 2050 um 80 Prozent gesenkt werden sollen. WRAP wird zudem vom Einzelhandelsverband British Retail Consortium und von der Food and Drink Federation unterstützt.

Courtauld Commitment

Zum 2005 gegründeten Courtauld Commitment der WRAP-Initiative gehören inzwischen 42 Unternehmen, darunter führende Einzelhändler wie Alliance Boots, ASDA, Marks & Spencer sowie Hersteller wie beispielsweise Coca-Cola, Nestlé UK oder Cadbury. Hauptanliegen der ersten Phase (Courtauld 1) war zunächst, die Menge an Lebensmittelabfällen und Primarverpackungsabfällen im Haushaltsmüll zu reduzieren.

Die zweite Phase des Courtauld Commitments (Courtauld 2) startete im März 2010 und soll noch bis Dezember 2012 laufen. Sie baut auf die erste Phase auf, hat aber vor allem die Verringerung von Verpackungsabfällen zum Ziel. Im Vordergrund stehen die Gewichtsreduzierung von Verpackungsabfällen sowie die Verminderung von CO2-Emissionen in der Verpackungsmittelwirtschaft. Sie sollen bis Ende 2012 um mindestens zehn Prozent im Vergleich zu den Werten von 2009 gesenkt werden. Das soll vor allem durch die Erhöhung der Recyclingquoten von Verpackungen erreicht werden.

Weitere Punkte auf der Agenda: Essens- und Getränkeabfälle in den Haushalten sollen bis Ende 2012 um vier Prozent reduziert, Lebensmittelabfälle und –verpackungsabfälle, die in der Lieferkette der Nahrungsmittelindustrie entstehen, um fünf Prozent gesenkt werden.

Ein konkretes Beispiel ist das Recycling von Getränkedosen. Sie werden in vielen europäischen Ländern bereits zu einem hohen Prozentsatz wiederverwertet und gelten als die am meisten recycelte Getränkeverpackung der Welt. In Großbritannien unterstützt der Verband „Beverage Can Makers Europe“ (BCME) unterschiedliche Sammelprojekte, u.a. die Förderung des Recyclings auch unterwegs mit „Every Can Counts“.

Zielquoten ab 2013

Im Frühjahr dieses Jahres soll dann auch der „Waste Review“ vorliegen, in dem die Zielquoten für die einzelnen Sektoren nach dem Jahr 2013 veröffentlicht werden. Kritik kam jedoch bereits im vergangenen Herbst vom britischen Verpackungsmittelverband PAFA: Die britische Recycling-Infrastruktur könne mit der Anhebung der Zielvorgaben für Kunststoffverpackungen und Stahl kaum Schritt halten.

Zehn Millionen Tonnen Packmittel

Nach Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) werden auf dem britischen Markt jährlich mehr als zehn Millionen Tonnen an Packmitteln umgeschlagen. Davon entfällt etwa die Hälfte auf die privaten Haushalte. Insgesamt machen Verpackungsabfälle rund 20 Prozent der Gesamtabfallmenge in den Haushalten aus. Die übrigen fünf Millionen Tonnen an Packmitteln werden im gewerblichen und im Industrie-Bereich eingesetzt. Hier entfallen rund zehn Prozent des gesamten Abfalls auf Verpackungsmaterialien.

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