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Umweltfreundliche Verpackungsalternativen auf der Basis von Biokunststoffen
Umweltfreundliche Verpackungsalternativen auf der Basis von Biokunststoffen
Umweltfreundlich: Die biologisch abbaubare Zahnpastatube ist auf dem Markt
Der Biokunststoff-Hersteller FKuR Kunststoff GmbH aus Willich präsentierte 2010 eine vollständig kompostierbare Seifenverpackung und hat jetzt zusammen mit dem schwedischen Verpackungsspezialist Tectubes die weltweit erste biologisch abbaubare und aus natürlichen Produkten hergestellte Zahnpastatube bis zur Marktreife entwickelt. Vom Spritzguss über die Extrusion und die Bedruckung übernimmt Tectubes alle Produktionsschritte als Full-Service Anbieter. „Der Einsatz von Biokunststoffen für solch eine Anwendung stellte uns vor einige Herausforderungen. Die Kompatibilität der verschiedenen Teile untereinander sowie die einfache und passgenaue Zusammenführung dieser im Produktionsprozess waren zwingend erforderlich“, betont Johan Barkentin, Projektleiter bei Tectubes. Die Tube zeichnet sich durch optimale Verpackungs- und Gebrauchseigenschaften aus und hat den Zahnpastahersteller Allveggi in allen Belangen überzeugt. Stefan Lundbladh, Manager bei Allveggi, schenkt der Reichweite dieser Produktentwicklung besondere Aufmerksamkeit: „Es ist für uns von enormer Wichtigkeit, unser Umweltbewusstsein zu unterstreichen und ein nachhaltiges Zeichen zu setzten. Durch die Verwendung von Biokunststoffen können wir unserem Wunsch nach einer ganzheitlichen umweltfreundlichen Lösung nachkommen.“
Nachhaltigkeit: Erster kompostierbarer Klebstoff zertifiziert
Mit der Produktentwicklung Epotal® Eco bietet das Chemieunternehmen BASF den ersten TÜV-zertifizierten kompostierbaren Klebstoff auf Wasserbasis an. Der Klebstoff eignet sich besonders zur Herstellung von Verbundfolien für verschiedene flexible Verpackungslösungen auf der Basis von bioabbaubaren Kunststoffen. Werkstoffe und Materialien gelten nach der Europäischen Norm EN 13432 dann als vollständig biologisch abbaubar, wenn mindestens 90 Prozent des organisch gebundenen Kohlenstoffs des Materials in einem Prüfzeitraum von maximal 180 Tagen umgesetzt worden sind. Der Verrottungstest in Komposterde hat bestätigt, dass bereits nach 70 Tagen 90 Prozent von Epotal® Eco abgebaut sind. Diesen Abbau realisieren Mikroorganismen, die mit der Hilfe von Enzymen die Moleküle des Klebstoffs in Kohlendioxid, Wasser und Biomasse zerlegen. Nach dem Abbau hinterlässt der Klebstoff keine toxischen Rückstände und weist keine negativen Einflüsse auf die Umwelt auf. Neben der Kompostierbarkeit bietet die Neuentwicklung alle Vorteile wasserbasierter Klebstoffe und stellt eine umweltfreundliche und effiziente Alternative zu lösungsmittelhaltigen oder -freien Produkten dar. Sie sind frei von toxischen Bestandteilen und eignen sich für die Verpackung von Lebensmitteln. Verbundfolien, die mit Klebstoffen auf Wasserbasis hergestellt werden, lassen sich sofort weiterverarbeiten und bieten der Verpackungsindustrie dadurch interessante Möglichkeiten zur Zeit-und Kosteneinsparung.
Optimale Barriere-Eigenschaften: Biofolie NatureFlex
Ende letzten Jahres lancierte der Folienspezialist Innovia Films Ltd. mit dem Produkt NatureFlex N913 den ersten Typ einer neuen Foliengeneration innerhalb der etablierten NatureFlex-Linie. Das neue Material basiert wie alle Vertreter dieser Produktfamilie auf einer umweltfreundlichen Zellulose-Folie. Dank einer speziellen Hochsiegel-Schicht stellt die Folie dem Anwender aber signifikant optimierte Barriere-Eigenschaften zur Verfügung. So lassen sich beispielsweise stark verbesserte Siegelfähigkeiten realisieren, die den Inhalt vor Feuchte schützen und Aromen über lange Zeiträume halten. Nach Unternehmensangaben soll die Biofolie hinsichtlich den Barriere- und Siegelfähigkeitseigenschaften konventioneller Folien in nichts nachstehen. Die Neuentwicklung N913 ist wie alle NatureFlex-Folien aus nachwachsenden Ressourcen produziert und entsprechend der europäischen EN 13432 und der amerikanischen ASTM D6400 Kompostiernorm zertifiziert. Die Folie eignet sich neben der Verpackung von Körperpflegeprodukten auch für zahlreiche pflanzliche und tierische Nahrungsmittel.
Themen-Link: Datenbank zu Biokunststoffen
Das Unternehmen M-Base Engineering und Software GmbH aus Aachen hat in Kooperation mit der Fachhochschule Hannover eine Biopolymerdatenbank entwickelt, die eine umfangreiche Datenabfrage und einen direkten Vergleich des Eigenschaftsprofils von unterschiedlichen Biokunststoffen ermöglicht. Das vom deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderte Projekt dokumentiert nahezu alle kommerziell erhältlichen Biopolymere und ist kostenfrei über die Domain www.materialdatacenter.com zu erreichen.
