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USA: „Grüne“ Verpackungen stark nachgefragt
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USA: „Grüne“ Verpackungen stark nachgefragt
Branchenexperten rechnen in den USA mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten von abbaubaren Kunststoffen bis zum Jahr 2014. Als Hauptgründe für die positive Entwicklung gelten in erster Linie Preissenkungen dank der Erweiterung von Kapazitäten sowie verbesserte Produkteigenschaften.
Seit dem Jahr 2000 steigt die Nachfrage nach abbaubaren Kunststoffen in den USA stetig. In den Jahren 2004 bis 2009 stieg ihr Absatz um durchschnittlich 14,4 Prozent im Jahr. Bis zum Jahr 2014 prognostizieren Experten einen jahresdurchschnittlichen Zuwachs von 16,6 Prozent.
„Raus aus der Nische – rein in den Massenmarkt“ – dieses Motto scheint sich auch in den USA zunehmend durchzusetzen. Eine der aktuell noch häufigsten Anwendungen von Biokunststoffen liegt im Segment der Einkaufstüten. Verbraucher- und Umweltverbände fordern die Bio-Tüten zunehmend in den europäischen Ländern, aber auch in Nordamerika und Asien. Aber ihr Potenzial steigt. Lagen die ersten Anwendungen noch im medizinischen Bereich, wie beispielsweise bei abbaubaren Implantaten und Operationsmaterial, so positionieren sich die Biokunststoffe inzwischen recht erfolgreich auch im Hygiene- und Verpackungssektor.
Kosten sparen – Image verbessern
Während die Kunststoffe bis vor Kurzem noch verhältnismäßig teuer waren, häufig in nicht ausreichender Menge zur Verfügung standen und noch mit Mängeln behaftet waren, mussten sie sich lange mit einem Nischendasein begnügen. Doch große Kunststoffverbraucher wie beispielsweise Wal-Mart & Co. verbessern zunehmend ihr „grünes“ Image und wollen gleichzeitig Materialkosten sparen.
Die wichtigsten Hersteller von Bio-Kunststoffen haben ihre Produktionskapazitäten in den letzten Jahren stark erweitert und die Verfügbarkeit der Produkte damit deutlich erhöht. Parallel dazu sinken die Preise der „neuen“ Kunststoffe, während die Preise der Schlüsselrohstoffe für „herkömmliche“ Kunststoffe, Erdöl und -gas, in die Höhe schnellten.
Verbesserte Eigenschaften
Neben den Preissenkungen steuern auch die verbesserten Produkteigenschaften einen wesentlichen Beitrag zur steigenden Nachfrage bei. Durch den Einsatz von fortgeschrittener Polymerisation, Mischtechniken und ertragreicheren Verarbeitungsprozessen wird nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität verbessert. Auch die Einführung technischer Richtlinien und Standards zur Begrenzung des anfallenden Verpackungsmülls erweist sich als absatzfördernd für das abbaubare Material. Hier liegen die USA nach Angaben der Germany Trade & Invest (gtai) allerdings noch weit hinter den westeuropäischen Ländern zurück.
Wenige Hersteller – viele Anwendungen
Die Herstellung von abbaubaren Kunststoffen ist in den USA vergleichsweise schwach entwickelt. Viele kleine Anwendungen auf der Abnehmerseite stehen nur wenigen bedeutenden Herstellern gegenüber. Zu den Marktführern zählen Innovia Films als größter Hersteller von Zellulosefolie, Nature Works für Polylactide (PLA) und Novamont als führender Produzent von Kunststoffen auf Stärkebasis. Andere namhafte Unternehmen sind BASF, Cereplast, DuPont, Telles und StarchTech. Mit dem steigenden Interesse an Bio-Kunststoffen betreten immer neue Anbieter den Markt.
Die Nachfrage nach Kunststoffen insgesamt und Waren daraus zieht in den USA derzeit kräftig an. Während die Einfuhr im Krisen-Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent zurückging, legte sie von Januar bis August 2010 um 25,5 Prozent im Vorjahresvergleich zu.
Die guten Aussichten für biologisch abbaubare Verpackungen generieren dabei auch neue Produkte. Polyhydroxyalkanoate (PHA) weisen dabei mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate von 103,6 Prozent pro Jahr die stärkste Dynamik auf und zählen heute zu den bedeutenden Produktgruppen. Grund dafür ist zum einen der wettbewerbsfähige Preis, zum anderen die Entwicklung von PHA-Produkten für Einwegverpackungen im Lebensmittelbereich oder in nichtgewebten Behältern und Flaschen.
Marktforscher der Freedonia Group Inc. prognostizieren den USA bis zum Jahr 2014 alles in allem eine Umsatzsteigerung von 198 Millionen auf 380 Millionen US-Dollar.
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