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Ist Kunststoff nachhaltig?

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Ist Kunststoff nachhaltig?


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Ohne Kunststoff würden erheblich mehr Energie verbraucht werden und auch entsprechend mehr Treibhausgase ausgestoßen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die im Auftrag von PlasticsEurope eine Antwort auf die Frage suchte: Ist Kunststoff nachhaltig?

Noch immer leidet Kunststoff im Vergleich zu anderen Materialien in Europa unter einem eher schlechten Image, wenn es um Umweltaspekte und den Verbrauch von Ressourcen geht. Im Auftrag des Verbandes der Kunststofferzeuger PlasticsEurope e.V. untersuchte die Denkstatt-GmbH mit der Studie "Die Auswirkungen von Kunststoffen auf Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Europa" die tatsächlichen Auswirkungen typischer Kunststoffprodukte während ihres gesamten Lebenszyklus. Die Studie stellt den Einfluss auf Energieverbrauch und Klimawandel in den Fokus.

Positiver Beitrag fossiler Kunststoffe

Bei den Beispielen für Kunststoffprodukte, die näher betrachtet wurden, handelte es sich ausschließlich um Kunststoffe, die aus fossilen Energieträgern hergestellt werden, auch wenn die Rolle erneuerbarer Ressourcen in der Kunststoffindustrie immer wichtiger wird. Ziel der Studie war nach Ausage von PlasticsEurope in erster Linie der Beweis, dass auch die Nutzung fossiler Kunststoffe einen beträchtlichen positiven Beitrag zu den Zielen von Energie-Effizienz und Klimaschutz leisten.

Der erste Teil der Untersuchung aktualisiert eine vorangegangene Untersuchung aus den Jahren 2004/2005. Hier wird der Gesamtmarkt der substituierbaren Kunststoffprodukte mit dem Mix alternativer Materialien verglichen. Im zweiten Teil geht es um die Nutzeffekte von Kunststoffen hinsichtlich der Verbesserung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes jetzt und in Zukunft und soll, wie es in der Einleitung heißt, die "Dinge ins rechte Licht" rücken.
Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten werden Energieressourcen genutzt, derzeit zu einem Großteil aus nicht erneuerbaren Quellen, durch deren Verbrauch Treibhausgase freigesetzt werden. Dennoch - so das Ergebnis der Studie - würden noch mehr CO2-Emissionen entstehen, wenn man Kunststoffprodukte durch alternative Materialien ersetzte.

Kunststoff nutzen - Ressourcen schonen

Die Ergebnisse zeigten, dass die für die Produktion, Nutzung, Verwertung und Entsorgung von Kunststoffen erforderliche Energie in Europa derzeit bei 4.300 Millionen Gigajoule pro Jahr liegt, die Gesamtemissionen an Treibhausgasen bei jährlich 200 Millionen Tonnen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Kunststoffprodukte vor allem dadurch dazu beitragen, Energie zu sparen und die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren, dass sie traditionelle Materialien ersetzt haben. Sowohl der Energieverbrauch, als auch die Menge der ausgestoßenen Treibhausgase würde erheblich ansteigen, wenn Kunststoffprodukte bis zu einem theoretischen Maximum durch andere Materialien erstetzt werden sollten. Beispielweise, so hat Denkstatt errechnet, würde die Substitution von Kunststoff in ganz Europa den Energieverbrauch um etwa 2.100 Gigajoule erhöhen, die Menge der ausgestoßenen Treibhausgase würde dabei um 110 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente steigen. Für die Zukunft sieht Denkstatt bei den Kunststoffen noch sehr viel Potenzial: Im Jahr 2020 könnten demnach die geschätzten Nutzungsvorteile neun bis 15 Mal höher sein als die Emissionen aus der Produktion und dem Abfallmanagement. Die zu errechnenden Energieeinsparungen variieren natürlich je nach Anwendungsbereich, wobei die Verpackung die weitaus größere Rolle spielt.

Beispiel Nahrungsmittelverpackung

Ein wichtiger Aspekt sind die Auswirkungen der durch den Einsatz von Kunststoffprodukten vermiedenen Verluste, wie zum Beispiel von Nahrungsmitteln durch schützende Verpackungen. So verhindern Kunststoffverpackungen häufig den frühzeitigen Verderb frischer Nahrungsmittel. Die so vermiedenen Lebensmittelverluste bedeuten gleichzeitig weniger Energieverbrauch und Treibhausgase, die mit der Produktion neuer Nahrungsmittel verbunden wären. Laut Studie habe eine Schätzung gezeigt, dass der CO2-Nutzen dieser nicht entstandenen Nahrungsmittelverluste im Ausmaß von zehn bis 20 Prozent der Produktmasse im Durchschnitt vier bis neun Mal höher ist, als die CO2-Emissionen, die bei der Produktion von Verpackungen anfallen. Die Nutzungseffekte hätten einen deutlich größeren Einfluss auf die Treibhausgasemissionen als die Produktion der Verpackungen für diesen Anwendungsbereich.

Gehe man davon aus, dass 70 Prozent aller Nahrungsmittelverpackungen - also auch die aus anderen Materialien - den Verlust von 20 Prozent der verpackten Nahrungsmittel abwenden und dasselbe CO2-Verhältnis für die Verpackungsherstellung und Nahrungsmittelproduktion annimmt wie bei den oben genannten Beispielen, dann könne der entsprechende CO2-Nutzen für Nahrungsmittelverpackungen aus Kunststoff auf 190 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen geschätzt werden, heißt es weiter. Durch das Abwenden der oben genannten rund zehn Prozent an Lebensmittelverlusten könnten gemäß den Berechnungen der Studie weitere 22 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen vermieden werden.

Die komplette Studie steht unter www.plasticseurope.org zum Download zur Verfügung.
- www.plasticseurope.org

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