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Süßwaren im Wandel der Zeit

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Süßwaren im Wandel der Zeit


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Die internationale Süßwarenwirtschaft ist geprägt von ständigen Veränderungen: in der demographischen Entwicklung, in der Handelslandschaft und im Konsumverhalten. Globale Zusammenhänge, Veränderungen und neue Perspektiven stehen auch für die internationale Süßwarenindustrie im Fokus des Interesses.

So stand auch der diesjährige internationale Süßwarenkongress, veranstaltet vom internationalen Süßwarenhandelsverband Sweet Global Network, unter dem zentralen Motto: "Die Süßwarenwelt im Wandel der Zeit". Rund 550 Führungskräfte der Süßwarenwirtschaft aus elf Ländern versammelten sich Mitte November in Berlin, um sich zu Themen wie "Einfluss der demographischen Entwicklung auf die Süßwarenmärkte", "Süßwaren und Mittelstand" sowie "Nachhaltigkeit und Rohstoffe" zu informieren und auszutauschen. Denn die Verantwortlichen der weltweiten Süßwarenindustrie sind ebenfalls immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Demographische Entwicklung

Dass die globale Demographie-Entwicklung zum Teil dramatische Auswirkungen auf die Sozial- und Wirtschaftsverhältnisse haben wird, thematisierte Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. "Es gibt ein immer größer werdendes Ungleichgewicht zwischen Regionen mit schrumpfenden und stark wachsenden Bevölkerungen. So soll Afrika im Jahr 2050 seine Einwohnerzahl auf zwei Milliarden verdoppelt haben; noch mehr Neubürger seien in Asien zu erwarten und in den USA soll es bis dahin so viele Menschen mehr geben, wie heute allein in Deutschland leben. Indien soll schon bald China als bevölkerungsreichstes Land abgelöst haben. In Deutschland hingegen soll bis 2050 zu erwarten sein, dass jeder siebte über 80 Jahre alt ist. Hier hat sich die Zahl der Neugeborenen von 1960 bis 2009 auf 665.000 halbiert.

Konsumverhalten

Das Verhältnis zwischen Hersteller, Handel und Konsument beleuchtete Prof. Hendrik Schröder, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seiner Auffassung nach ist der heutige Kunde sehr flexibel und veränderlich, seine Bedürfnisse erweitern sich ständig und beinhalten zunehmend Werte wie Stressfreiheit, Entschleunigung, Gesundheit, Convenience und Nachhaltigkeit. Der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Handelskonzepts liege in einem grundlegenden Vertrauensverhältnis zum Kunden, so Schröder.

Markterweiterung und Markenstärkung

Andreas Gabel, Sales Director der Wrigley GmbH, sieht der demographischen Entwicklung mit Optimismus entgegen. Eine älter werdende Gesellschaft sei kein Unheil, sondern die Chance zur Markterweiterung und Markenstärkung. Am Beispiel seiner Marke zeigte er auf, wie ein Produkt über viele Jahrzehnte hinweg erfolgreich bleiben kann: mit innovativen und zukunftsweisenden Produktideen und -entwicklungen. Das Thema Kaugummi hat sich zeit- und verbrauchergemäß weiterentwickelt und basiert heute (und in Zukunft) vor allem auf den Faktoren "Gesundheit" und "Zusatznutzen", aber auch "Lifestyle" und "moderner Genuss". So habe die überaus erfolgreiche Markteinführung der Lifestyle-Marke "5 GUM" eindrucksvoll gezeigt, dass auch bei Stammverwendern neue Potenziale geweckt werden können, wenn Trends mit einer glaubwürdigen Markenpositionierung umgesetzt würden. Sein Fazit: Das Potenzial der Marke und des Segments schlägt die Demographie. So könnten auch ältere Zielgruppen erreicht und an eine Marke gebunden werden.

Wachstumsmarkt Indien

Bernhard Steinrücke, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer, befasste sich mit dem weltweit größten Wachstumsmarkt Indien. Hier gestaltet sich der Süßwarenmarkt ganz anders als in den europäischen Ländern und beläuft sich auf einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro. Bisher werden nur 2,5 Prozent des Verbauchs an Süßwaren importiert, und lediglich 30 Prozent werden überhaupt industriell produziert. Der Rest wird nach traditioneller Art zu Hause oder in Kleinstbetrieben hergestellt. Die Einfuhr ausländischer Süßwaren wird derzeit durch die hohen Einfuhrzölle erheblich erschwert, die die Ware entsprechend verteuern. Außerdem sei es nach wie vor schwer, in Indien ein durchgängiges Vertriebsnetz aufzubauen, betonte Steinrücke.

Zukunftsfähig sein

Alfred Ritter, Inhaber von Ritter Sport, referierte über nachhaltige Projekte und bevorzugt den Begriff der "Zukunftsfähigkeit": "Wenn etwas zukunftsfähig sein soll, darf man beim heutigen Handeln das spätere Weitermachen weder behindern noch gar verunmöglichen. Das macht auch das nachhaltige oder zukunftsfähige Investieren aus. Es geht nicht nur darum, Geld so einzusetzen, dass künftig ein Gewinn entsteht, sondern es geht darüber hinaus darum, Geld auch so einzusetzen, dass für die Gemeinschaft ein Gewinn entsteht." So setze sein Unternehmen ganz konkret schon seit 1980 auf Ökostrom, schone generell Ressourcen, sehe sich den Mitarbeitern gegenüber in einer sozialen Verantwortung und kaufe die Kakaobohnen direkt und "fair" bei den Bauern vor Ort.

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