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Bag-in-Box boomt

Bag-in-Box boomt


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Seit über 30 Jahren gibt es Wein in Schläuchen zu kaufen, Saft aus der zehn-Liter-Packung ist nichts Neues mehr und jetzt gibt es sogar Bier aus dem Karton. Bag-in-Box Systeme boomen. Dennoch verhält es sich ähnlich wie mit Bier in PET-Flaschen: eigentlich praktisch, aber noch immer ein wenig verpönt.

Viele Industriezweige steigen auf Bag-in-Box-Systeme als effiziente und produktive Methode zum Verpacken von Lebensmitteln, Getränken, Chemikalien und inzwischen sogar Lacken um. Ist Bag-in-Box heute ein gut eingeführtes Einzelhandelsverpackungsverfahren auf dem Weinmarkt, so wird es auch zunehmend für andere Getränke genutzt - sowohl für den Direktverkauf an den Konsumenten, als auch für lebensmittel- und getränkeverarbeitende Betriebe und das Catering-Geschäft. Bag-in-Box-Systeme sind zu einer innovativen Verpackungslösung geworden.

Klare Vorteile

Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Durch den Ausschluss von Sauerstoff können längere Haltbarkeiten der Füllprodukte erreicht werden. Während Anlieferung und Lagerung erfordern die Systeme einen geringen Raumbedarf und bieten optimale Präsentationsmöglichkeiten durch eine große Druckfläche und hochwertige Veredelungsmöglichkeiten im Offset- wie im Flexodruck. Hinzu kommen deutliche Gewichtseinsparungen: So ist eine drei-Liter-Bag-in-Box für Wein um etwa 38 Prozent leichter als vier Glasflaschen mit 0,75 Litern Inhalt. Darüber hinaus sind sie sowohl mit halb-, als auch mit vollautomatischen Füllmethoden kompatibel und aseptisch abfüllbar.

Die Grundidee besteht darin, dass der flexible Inliner bei der Produktentnahme kollabiert und ein Eintreten von Luftsauerstoff bei der Entnahme - im Gegensatz zu Flaschen oder Kanistern - vermieden wird. So erreichen auch angebrochene Verpackungen eine deutlich längere Haltbarkeit der Produkte. Die Systeme bieten hohe Convenience für End- und Großverbraucher, und ermöglichen ein einfaches Recyceln durch das Trennen von Wellpappeverpackung und Innenbeutel. Die vollständig entleerte Verpackung kann separat entsorgt werden, und die Möglichkeit, Wellpappe der Wiederverwertung zuzuführen, und die steigende Umweltfreundlichkeit der verwendeten Folien machen die Verpackungsart endgültig zu einer zukunftsweisenden, umweltgerechten Lösung.

Schon lange bekannt

Das Prinzip der Bag-in-Box-Verpackungen ist eigentlich seit Jahrhunderten bekannt. Bereits in der Antike wurde Wein in Schläuchen gelagert und transportiert. Dennoch waren Bag-in-Box-Getränke verpönt, setzen sich aber zunehmend auf dem weltweiten Getränkemarkt durch. Moderne Bag-in-Box-Systeme gehen auf den amerikanischen Chemiker William R. Scholle zurück, der im Jahr 1955 erstmals Getränke in Flüssigkeitscontainern abfüllte. Das Prinzip ist bis heute nahezu gleich geblieben: Die Getränke werden in einen hauchdünnen Innenbeutel aus Aluminium oder Kunststoff gefüllt, die zur Stabilisierung von einem Pappkarton ummantelt werden. Über einen in den Innenbeutel integrierten Zapfhahn kann das Getränk entnommen werden.

Beer-in-Box

Lange Zeit konnten nur stille Getränke als Bag-in-Box-Lösung angeboten werden. Am bekanntesten sind Wein und Saft, aber auch beispielsweise Olivenöl in verschiedensten Größen. Die dünnen Schläuche hielten dem Druck von Gärungskohlensäure nicht stand. Erst im September dieses Jahres führte die deutsche Ankerbräu Nördlingen GmbH & Co. KG nach eigener Aussage eine Weltneuheit auf dem Getränkemarkt ein: Beer-in-Box.
Das Bier wird zunächst auf herkömmliche Weise gebraut und gelagert. Nach der Lagerung reduziert eine für dieses Verfahren entwickelter Decarbonator die Gärungskohlensäure des Bieres auf ein Gramm pro Liter. Anschließend wird das Bier in einen Aluminiumbeutel gefüllt, luftdicht verschlossen und in einem Umkarton verstaut. Herkömmliche Edelstahl- oder Kunststofffässer entfallen. Der Carbonator führt dem Bier beim Zapfvorgang die Kohlensäure wieder zu. Schaum- und Geschmacksqualität seien unverändert frisch, versichert der Hersteller. Unterschiede zu frisch vom Fass gezapften Bier gebe es nicht.

Weltweites Wachstum

In Ländern wie Australien und Neuseeland ist das Bag-in-Box-Konzept schon lange akzeptiert. Etwa 70 Prozent der australischen Weine werden in Bag-in-Box-Gebinden angeboten. Auch in Großbritannien und den skandinavischen Ländern ist die Verpackungsform auf dem Vormarsch. Fastfood-Konzerne wie McDonald’s & Co. nutzen die Systeme seit mehr als 20 Jahren für ihre Getränke. Experten prognostizieren der Bag-in-Box-Industrie eine weltweite Zuwachsrate von mehr als zehn Prozent pro Jahr.

 
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