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Indonesiens aufstrebende Konsum-Welt

Indonesiens aufstrebende Konsum-Welt


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Die Nahrungsmittelindustrie in Indonesien rüstet auf: Mit einer Bevölkerung von etwa 235 Millionen Einwohnern mausert sich der Inselstaat zu einem dynamischen Markt, auch für die Lebensmittelindustrie. Starke Impulse gehen von den vielen jungen Verbrauchern aus. Die großen internationalen Nahrungsmittelkonzerne haben die Nation dieser aufstrebenden Konsumenten längst entdeckt - und das Interesse an Investitionen im Lande ist groß.

Indonesien verspricht ein Markt mit großem Wachstumspotenzial zu werden: Die große und jährlich etwa um 1,4 Prozent wachsende Bevölkerung sorgt für eine stetig steigende Nachfrage. Rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung ist zwischen 15 und 44 Jahre alt. Eine Zielgruppe, die sich neuen Produkten, die mit einem modernen Lebensstil in Verbindung gebracht werden, gegenüber sehr aufgeschlossen zeigt. Ansprechende Verpackungen, neue Produktvarianten und eine Steigerung der Qualität sind stark gefragt. Nach einer Untersuchung des Zentralamts für Statistik geben Indonesiens Konsumenten im Durchschnitt über die Hälfte ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus - Tendenz steigend. Etwa 65 Prozent der Verbraucher gehören zur so genannten Mittelschicht, sind weder reich noch arm. Sie können sich erstmals Markenartikel leisten, und bis zu zwei Drittel der Ausgaben für Essen entfallen inzwischen auf verpackte Nahrungsmittel. Allerdings leben aktuell noch etwa 14 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Parallel zur einheimischen wächst auch die Exportnachfrage. Nach Angaben der Indonesian Food and Beverage Producers Association (GAPMMI) erreichte sie im Jahr 2009 ein reales Wachstum von rund sechs Prozent. Mittelfristig wird mit einer Expansion von rund zehn Prozent gerechnet.

Hoher Rationalisierungsbedarf

Diese optimistischen Absatzperspektiven bewirken, dass die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten ausweiten und kräftig in moderne Technik investieren. Der Bedarf an Rationalisierung ist groß, modernste Automatisierungstechnik soll für mehr Effizienz in den Betrieben sorgen. Steigende Qualitätsansprüche und wachsendes Gesundheitsbewusstsein machen moderne Maschinen und Technologien für Herstellung und Verpackung unabdingbar. Nach Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) werden die Investitionen in neue Maschinen und Anlagen vornehmlich im Ausland getätigt. Deutschland und Italien sind die wichtigsten Lieferanten.

Während die großen Unternehmen Nahrungsmittelmaschinen nach internationalen Standards einsetzen, werden von den kleinen und mittleren Firmen eher Ausrüstungen für kleinere Kapazitäten und Verpackungseinheiten nachgefragt. Neben den großen Konzernen wie Unilever und Nestlé besteht die Nahrungsmittelindustrie in Indonesien aus rund 6.300 größeren bzw. mittelständischen Betrieben mit etwa 750.000 Beschäftigten. Die Produktion wurde für 2008 auf rund 37,4 Milliarden Euro geschätzt. Daneben existieren noch rund eine Million kleine Hersteller, die insgesamt etwa 2,6 Millionen Menschen beschäftigen, und bei der Versorgung der Bevölkerung nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Produziert werden in erster Linie Instantnudeln, Backwaren, Getreideerzeugnisse, Milchprodukte, Speiseeis, Saucen, Snackwaren, konservierte Lebensmittel und Süßwaren. Die Modernisierung des Einzelhandels durch die Eröffnung von Super- und Hypermärkten und die Veränderung des Konsumverhaltens sorgen zunehmend auch für die Produktion von Tiefkühlkost, Snacks und Diätprodukten.

Große Wachstumschancen

Besonders große Wachstumschancen wird dem Markt für Biskuitwaren prognostiziert, und die Unternehmen der Branche investieren laufend in neue Anlagen. Laut gtai soll die Inlandsnachfrage nach Keksen und ähnlichem Feingebäck von 236.000 Tonnen im Jahr 2009 auf voraussichtlich 343.000 Tonnen im Jahr 2014 steigen.

Auch der Markt für Molkereiprodukte bietet gute Wachstumschancen: Derzeit müssen für den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von noch nur zehn Litern etwa 75 Prozent in Form von Milchpulver aus Australien und Neuseeland importiert werden. Für die Erhöhung der lokalen Produktion sollen nach Berechnungen des Landeswirtschaftsministeriums 329 Millionen US-Dollar investiert werden.

Hinzu kommen der Produktionsausbau von Palmöl, Zucker und der Fastfood-Anbieter. Die weltweit steigende und vor dem Hintergrund der Klimaduskussion sicher profitable Nachfrage nach Biotreibstoffen aus Palmöl wird wohl zu einem besonders raschen Wachstum der Produktionsstätten in Indonesien führen. Malaysia und Indonesien produzieren aktuell etwa 85 Prozent des weltweiten Bedarfs an Palmöl, das derzeit jedoch noch vornehmlich für die Lebensmittelproduktion und die Kosmetikindustrie verwendet wird.

Regierung erleichtert Investitionen

Wegen der reichlichen Verfügbarkeit von Rohstoffen besteht in Indenosien darüber hinaus ein erhebliches Exportpotenzial. Das Interesse internationaler Nahrungsmittelunternehmen an Investitionen im Land wächst zusehends. Zur Erleichterung ausländischer Investitionen veröffentlichte die indonesische Regierung jüngst einen ganz aktuellen Maßnahmenkatalog, der die bisherigen Bestimmung aus dem Jahr 2007 ersetzt. Damit soll das Investitonsklima in Indonesien weiter verbessert und den Anforderungen der ASEAN Economic Community Rechnung getragen werden. Die Regierung hat sich in den nächsten fünf Jahren ein wirtschaftliches Wachsum von durchschnittlich sieben Prozent zum Ziel gesetzt - Investitionen sollen hier der entscheidende Motor sein. Damit sollen die Arbeitslosigkeit auf fünf bis sechs Prozent reduziert und der Anteil derjenigen, die unter der Armutsgrenze leben, auf unter zehn Prozent gedrückt werden.

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