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Heißgeliebte Tiefkühlkost
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Heißgeliebte Tiefkühlkost
Der 6. März 1930 markiert die Geburtsstunde von Tiefkühlkost: In den USA konnten zum ersten Mal Lebensmittel in tiefgefrorener Form gekauft werden. Heute sind Tiefkühlprodukte aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken, die Branche verzeichnet seitdem kontinuierliches Wachstum. Nachhaltigkeitsbestrebungen und neue Verpackungsformen prägen den Markt.
Als Erfinder der Tiefkühlkost gilt der amerikanische Meeresbiologe Clarence Birdseye, der auf seinen Reisen nach Neufundland erlebte, dass die Eskimos ihr Hauptnahrungsmittel Fisch einfroren, um ihn haltbar zu machen: Sie hängten ihren frischen Fang in den eisigen, bis zu minus 45 Grad kalten Wind, und in kürzester Zeit war er tiefgefroren. So hielten die Lebensmittel den ganzen Winter über und blieben frisch. Aus diesen Beobachtungen heraus entwickelte er die ersten Möglichkeiten für Tiefkühlkost in unseren Breitengraden, und die ersten TK-Produkte konnten vor genau 80 Jahren im US-amerikanischen Massachusetts gekauft werden. Der Handel nutzte zunächst die schon vorhandenen Eiscreme-Truhen. In Europa kamen die tiefgekühlten Produkte erst in den 1950-er Jahren auf den Markt.
TK-Konsum: USA an der Spitze
Zu der Zeit lag der Pro-Kopf-Verbrauch an Tiefkühlkost in den USA schon bei rund 16 Kilogramm im Jahr. In Deutschland dauerte es etwas länger, bis sich die Verbraucher für Tiefgekühltes interessierten: 1960 kaufte der Bundesbürger durchschnittlich rund 400 Gramm. 2009 waren es dann rund 40 Kilogramm.
Der Pro-Kopf-Verbrauch tiefgekühlter Lebensmittel - ohne Speiseeis - lag 2006 in den USA bei 51,8 Kilogramm. Damit sind die US-Bürger Spitzenreiter beim Verzehr tiefgekühlter Lebensmittel im Vergleich ausgewählter Länder. Die kanadischen Nachbarn kamen nur auf 35,5 Kilogramm im Durchschnitt. In Europa sind es vor allem die Briten, die zu Tiefkühlkost greifen. Sie verzehrten im Jahr 2006 44,7 Kilo pro Kopf. Auch in den südlichen Ländern Europas werden tiefgekühlte Produkte immer beliebter. In Spanien kletterte der Verbrauch im Jahr 2006 auf 31,9 Kilo. Das waren knapp zehn Kilo mehr als im Jahr 2001. Bei den Italienern stieg der Pro-Kopf-Verbrauch auf 16 Kilo, was einem Plus von über vier Kilo entspricht. Gründe für die weltweit steigende Nachfrage sind vor allem der Rückgang der Anzahl der Lebensmittelgeschäfte, die verbesserte Ausstattung der Tiefkühlabteilungen des Handels, die wachsende Anzahl berufstätiger Frauen sowie die Zunahme der Single-Haushalte in westlichen Ländern.
Produkte aus der Tiefkühlkette stehen also ganz oben auf der Einkaufsliste - bei den Entscheidern in der Außer-Haus-Verpflegung genauso wie beim privaten Verbraucher. Gerade Profi-Köche schätzen neben Qualität, Geschmack und hygienischer Sicherheit besonders die kalkulatorischen Vorteile von Tiefkühlkost. Vor allem Tagungen und Kongresse mit Catering sind ohne Tiefkühlkost kaum mehr zu realisieren. Hinzu kommen vermehrt "Sonderwünsche" der Gäste in der Gastronomie, die ohne das breite Tiefkühlsortiment nur begrenzt umsetzbar wären. Auch die Qualitätsansprüche der Kunden sind in den letzten Jahren - parallel zum Wellness- und Bio-Trend - enorm gestiegen. Tiefgefrorene Produkte haben sich während der letzten 20 Jahre laufend in der Qualität verbessert und heute einen häufig vollkommen fehlerfreien Qualitätsstandard erreicht.
Eine zentrale Rolle fällt der richtigen Verpackung zu: Sie schützt das Tiefkühlprodukt vor dem Austrocknen, dem Befall durch Mikroorganismen und anderen nachteiligen Beeinflussungen von außen. Außerdem können auf ihr alle relevanten Produktinformationen aufgeführt werden. In den meisten Ländern darf Tiefkühlkost nur verpackt angeboten werden.
So sind viele Gerichte aus der Tiefkühltruhe heute nach der Zubereitung nicht mehr von frisch zubereiteten Gerichten zu unterscheiden. Tiefkühlprodukte erfüllen den Wunsch der Konsumenten nach Convenience plus Frische optimal.
Frischer als frisch
Zu den am meisten verkauften Tiefkühlprodukten gehört die Pizza. Auch Fisch und Gemüse gelten in tiefgekühlter Form als "frischer als frisch". Sie werden direkt nach dem Fang bzw. der Ernte tiefgefroren und bieten so auch hygienische Sicherheit. Das Angebot an tiefgekühltem Fisch ist heute sehr vielfältig und viele Fisch- und Seafood-Spezialitäten könnten so manches europäische Land in anderer Form gar nicht mehr frisch erreichen.
Dass Nachhaltigkeit mehr ist als nur ein Wort, hat inzwischen natürlich auch die internationale Tiefkühlbranche erkannt. Das deutsche Tiefkühlinstitut e.V. (dti) startete jüngst einen Pilotversuch im Bereich "Klimaschutz und Tiefkühlkost". Erste Ergebnisse zeigten, dass Tiefkühlkost in Bezug auf die Klima-Aspekte gegenüber anderen Angebotsformen - wie Konserve, Kühlkost oder die Selbstzubereitung - unter Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette nicht schlechter abschneidet.
Bestseller: Pizza
Eine ganz besondere Erfolgsstory schreibt die Tiefkühl-Pizza. Sie begann ihren Siegeszug ausgehend von Italien über die USA zurück in die übrigen europäischen Länder. Ende der 1960-er Jahre wurde in Europa erstmals Tiefkühlpizza industriell und in großen Mengen produziert. Die übliche Verpackungsform war eine handliche Alubackform. Andere Hersteller folgten rasch und der Aufschwung verlief rasant. Parallel dazu musste eine völlig neue Produktionstechnik entwickelt werden, die erste vollautomatische Pizzafertigung - von der Teigzubereitung über die Belegung bis zur Verpackung - entstand. Heute übernehmen multifunktionelle und effiziente Anlagen mit innovativen Verteil-, Befüll- und Belegsystemen die Aufgaben von Produktion und Verpackung des heißgeliebten Bestsellers.
Inzwischen beherrschen weltweit unzählige Pizza-Varianten in sämtlichen Größen die Tiefkühlabteilungen der Supermärkte. Das Unternehmen bofrost, das mit 232 Niederlassungen in 12 europäischen Ländern und rund vier Millionen Kunden, tiefgekühlte Produkte direkt in die Haushalte liefert, führte jüngst eine neue Verpackungsform für die TK-Pizza ein: In fünf neuen Sorten wird die in Italien hergestellte Pizza des Unternehmens nun - statt in Folie eingeschweißt und im üblichen Umkarton - im Kunststoffbeutel vertrieben. Der Beutel fasst je zwei Pizzen pro Sorte und soll so – vor allem in kleineren Haushalten mit entsprechend kleineren Kühlkapazitäten - weniger Platz einnehmen.










