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Ampelkennzeichnung in der EU abgelehnt
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Ampelkennzeichnung in der EU abgelehnt
Der Vorschlag, Lebensmittel-
verpackungen mit den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün zu kennzeichnen, um den Verbraucher über den Zucker-, Salz- und Fettgehalt von Lebensmitteln zu informieren wurde von den Europa-Abgeordneten zurückgewiesen.
Die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas ist in den letzten Jahren weltweit sprunghaft angestiegen. Auslöser sind fast immer falsche Ernährung und mangelnde Bewegung, das Ergebnis häufig schwerwiegende Krankheiten bis zum frühzeitigen Tod. Die dadurch entstehenden Kosten für die Gesundheitssysteme der einzelnen Staaten wachsen ins Unermessliche, Lösungen werden händeringend gesucht. Versprechen nährwertbezogene Angaben auf Lebensmittelverpackungen Erfolg?
Weltweit steigt die Zahl der Dicken, sie werden zunehmend zum Risiko für die internationalen Gesundheitssysteme. Denn die Folgeerkrankungen kosten die Gesellschaften Milliardensummen. Laut EU-Kommission sind in den meisten der EU-Mitgliedstaaten über 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig, und schätzungsweise sieben Prozent der gesamten Gesundheitskosten in der EU werden durch Krankheiten verursacht, die mit Adipositas zusammenhängen.
Keine Ampel auf der Verpackung
Eine europäische Lebensmittel-Ampel wird es nicht geben. Der Vorschlag, die in Großbritannien eingeführten "Ampel-Kennzeichnung" für Fertiggerichte, Snacks und Limonaden wurde vom EU-Parlament abgelehnt. Die Parlamentarier der Europäischen Union haben sich in einer Abstimmung gegen die Einführung entschieden. Mittels der Lebensmittelampel können zum Beispiel Zucker, Salze oder Fette in den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün gekennzeichnet weden. Rot hätte geheißen "zu hoch" und Grün "niedrig".
Der Vorschlag wurde von zwei Dritteln der Abgeordneten zurückgewiesen, und das aus mehreren Gründen: Das Ampelsystem sei für Fertiggerichte in England erstellt worden und funktioniere daher nicht für Grundnahrungsmittel. So würde Cola light beispielsweise ein grünes Licht für seinen Zuckergehalt erhalten, während natürlicher Fruchtsaft ohne künstlichen Zucker allein wegen seines natürlichen Zuckergehaltes "Rot" bekäme. Auch könnte das Ampelsystem nicht zwischen Butter und Halbfettmargarine unterscheiden: Beides hat einen hohen Fettgehalt und wäre "Rot". Gesunde Produkte wie Nüsse bekämen - aufgrund des relativ hohen Fettgehalts - die rote Karte, ohne dass ihr Mineralien- und und Vitamingehalt berücksichtigt würde.
Als weiterer Grund wurde genannt, dass den Erfahrungen aus Großbritannien nach manche Hersteller ihre Produkte veränderten, um bessere Farben zu bekommen. So sollen Zucker durch Speisestärke oder Süßstoffe, Salz durch Glutamat ersetzt und die Verbraucher so getäuscht worden sein.
Was wird sich ändern?
Bisher wurden die Angaben freiwillig von Herstellern und Handel gemacht. Damit sind sie nicht einheitlich. Stattdessen sollen zukünftig Informationen zu Kalorien auf der Vorderseite der Verpackung, Nährwertangaben auf der Rückseite gemacht werden müssen: Die Hersteller sollen zu klaren Angaben über eine Reihe von Bestandteilen wie Fett, Salz, Zucker, Eiweiß oder ungesättigte Fettsäuren verpflichtet werden.
Ein weiteres Problem war und ist die Lesbarkeit. Auch wenn eine Liste der Inhaltsstoffe bereits verpflichtend ist, kann man sie häufig schwer lesen, weil sie zu klein oder schlecht gedruckt wurde. Vor allem für ältere Menschen ein Problem. Dann soll es eine verpflichtende Nährwert-Box geben, die auf der Verpackungsrückseite den Inhalt der wichtigsten Nährstoffe pro 100 Gramm oder 100 Milliliter angibt. Immer am gleichen Platz auf der Vorderseite und in großer Schrift sollen verpflichtende Angaben zum Kaloriengehalt zu finden sein. Darüber hinaus wird es eine eigene Kennzeichnung für so genannte Lebensmittelimitate geben, wie beispielsweise für Käse aus pflanzlichen Fetten. Er sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse - ist aber kein Käse. Und das soll der Verbraucher wissen.
Kritische Stimmen
Zu verhindern sei allerdings, dass die Verpackungen durch eine Mindestschriftgröße unnötig größer werden, so die Kritiker. Die Möglichkeit nationaler Vorschriften könne außerdem zu zusätzlichen Kosten von mehreren Milliarden Euro führen, da viele Lebensmittelhersteller ihre Produkte in ganz Europa vertreiben.










