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Tee: Wellness aus der Tasse

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Tee: Wellness aus der Tasse


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Tee ist nach Wasser das weltweit am meisten konsumierte Getränk. Die Art und Weise seiner Zubereitung, seine Verpackung und Rituale sind jedoch international sehr verschieden - oft sogar typisch für die jeweilige Kultur. Um Tee und seine natürliche Wirkung ist eine eigene Welt entstanden, die auch den westlichen Megatrends "Gesundheit" und "Wellness" mehr und mehr entspricht.

Tee wird nicht einfach nur getrunken. Der Genuss von Tee wird je nach Nationalität regelrecht zelebriert. Die Chinesen zum Beispiel trinken seit über 5.000 Jahren Tee: Zu jeder Tageszeit und zu jeder Mahlzeit wird grüner Tee - pur und ohne Zusätze - getrunken. Nach chinesischer Tradition werden die Teeblätter insgesamt drei Mal aufgebrüht und werden so vom "Tee des Wohlgeruchs" zum "Tee des Wohlgeschmacks" und schließlich zum "Tee der langen Freundschaft".

Die Engländer sind mit einem Konsum von 171 Millionen Tassen Tee am Tag fast Weltmeister im Teetrinken: Hier geht es vom "early morning tea" über in den "breakfast tea", zwischen Lunch und Dinner gibt es den "five o’clock tea" und zum Abendessen genießt der Brite den "high tea". Hier trinkt man ihn mit viel warmer Milch, reichlich Zucker und genießt dazu traditionelles Brot oder Gebäck. Vor allem der Fünfuhrtee ist den Engländern heilig und seine Zeremonie hat eine lange Tradition, die weit bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

In Indien wird jede Mahlzeit zu einem Fest der Sinne: Die Farben der indischen Gewürze spiegeln das Spektrum des Regenbogens, ihr Geschmack soll nicht nur würzen, sondern auch die Sinne beflügeln. Mehr als 80 verschiedene Sprachen und Kulturen prägen das Land, das jedoch vor allem durch zwei Komponenten vereint wird: Curry und Tee (Chai).

Die Japaner haben das Teetrinken zu einer Art Kunstform erhoben. Eine japanische Teezeremonie wird hier nicht zum Durstlöschen durchgeführt, sondern als Weg zur geistigen Reinheit und vollkommenen Harmonie. Im Zentrum des komplizierten Rituals stehen 24 verschiedene Utensilien sowie der pulverisierte grüne Tee Matcha.

Oder in Marokko: Hier trifft man sich drei Mal am Tag zur traditionellen Tee-Zeremonie. Marokkanischer Tee ist extrem süß: ein halber Zuckerhut pro Kanne. Zucker spendet Energie, die die Oasenbewohner in der Hitze der Wüste brauchen.

Back to the roots

Auch in den westlichen Ländern liegt Tee mehr und mehr im Trend. Auch wenn viele Nationen - wie beispielsweise Deutschland, Italien oder Skandinavien - zweifellos Länder der Kaffeetrinker sind, steigt der Genuss von Tee stetig. Aber auch die westlichen Staaten entdecken zunehmend die wohltuenden Wirkungen von Tee. Und er passt hervorragend in das neue Bewusstsein unserer Generation. Gesundheit und Wellness heißen die allgegenwärtigen Megatrends im Zeitalter der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). Der Wunsch nach Fitness und Wohlbefinden wirkt sich auf die Lebensgewohnheiten der Menschen aus, und auch das Ernährungsverhalten hat sich dementsprechend verändert. Die Lebensmittelindustrie hat darauf in den vergangenen Jahren mit unzähligen Produkten reagiert, die auf diesen gesundheitlichen Mehrwert zielen und mit Zusatzstoffen angereichert wurden, die ausschließlich auf den Verbrauchertrend "Added-Value" fokussiert sind. Langsam, aber sicher macht sich ein Rückwärtstrend bemerkbar und gesucht werden Einfachheit und Natürlichkeit gemäß dem Motto: "Back to the Roots".

Ruhe im Alltag

In diese Wahrnehmung passt Tee optimal: seine positive Wirkung auf Körper und Geist ist seit Jahrtausenden bekannt. Richtig angewendet, wirken die Kräuter beruhigend, stärken die Abwehrkräfte oder wirken anregend. Die "gute Tasse Tee" wird mehr und mehr zum Sinnbild für das kurze Innehalten im Tagesablauf, ein Moment der Ruhe im stressigen Alltag unserer Zeit. Tee, Kräuter und Gewürze stehen für Natürlichkeit und überzeugen durch geschmackliche Vielfalt - von A wie Anis bis Z wie Zitronengras.

Konzentrierte Natur im Beutel

Kräuterextrakte sind nicht mit künstlichen Aromen zu vergleichen. Für die Gewinnung von konzentrierten Extrakten gibt es verschiedene Verfahren, die allesamt auf der Verwendung natürlicher Rohstoffe basieren. Die Pflanzenteile werden gereinigt, zerkleinert und in der Regel mit Wasser gemischt - das entspricht einem klassischen Teeaufguss.

Genial und einfach für die Aufbewahrung und die Zubereitung von Tee ist der Teebeutel. Der Legende nach wurde der erste Teebeutel 1904 erfunden, als ein amerikanischer Teehändler einige Warenproben in kleinen Seidenbeuteln an seine Kunden verschickte. Diese tauchten die kleinen Beutel direkt ins heiße Wasser, in dem Glauben, das sei so vorgesehen. In den 1910-er Jahren geriet der Teebeutel in Verruf, Nachahmer mischten Zusatzstoffe bei, um die Kosten zu senken. Um das Problem zu beseitigen, wurden die dann aus Papier, später aus Baumwolle bestehenden Teebeutel mit Leim verklebt, der aber den Geschmack beeinflusste.

Der heutige Teebeutel wurde von Adolf Rambold, einem Mitarbeiter der deutschen Firma Teekanne, erfunden. 1929 kam der erste Aufgussbeutel aus geschmacksneutralem Spezialpergamentpapier auf den Markt, fast zeitgleich mit einer eigens dazu entwickelten Teebeutelpackmaschine: 1949 wurde die "Constantia Teepackmaschine" vorgestellt, und am Ende des gleichen Jahres begann auch die Vermarktung des von Teekanne patentierten und bis heute verwendeten Doppelklammerbeutels mit Heftklammerverschluss. Rambold faltete seinerzeit einen rechteckigen Papierstreifen zu einem Schlauch, der etwa in der Mitte geknickt und von beiden Seiten mit Tee gefüllt wurde. Das längere Ende wurde über das andere geklappt und mit einer Heftklammer geschlossen. So entstanden zwei Kammern und der Tee konnte von allen Seiten mit Wasser umspült werden. Das einzige Problem bestand noch lange in der richtigen Verpackung, denn sie musste sowohl reißfest, als auch hitzebeständig und geschmacksneutral sein. Heute sind die kleinen Säckchen aus einem Spezial-Filterpapier und aus Gründen der Lebensmittelreinheit ohne Klebstoff hergestellt. Das Teebeutelpapier wird vorwiegend aus Abaca-Fasern hergestellt, daneben bestehen Alternativen aus Biokunststofffasern (PLA).

Moderne Verpackungsmaschinen befüllen etwa 450 Teebeutel pro Minute. Neben den häufig üblichen tütenförmigen Teebeuteln mit Schnur finden sich international auch viele andere Formen. Und der Fortschritt steht auch hier nicht still. Es kommen immer neue, innovative und außergewöhnliche Formen auf den Markt. So zum Beispiel die seit einiger Zeit gebräuchlichen "Teepyramiden", die ein größeres Volumen und somit gröber geschnittene Zutaten fassen können. Dadurch soll sich das Aroma beim Aufbrühen noch besser entfalten können, und nicht zuletzt mutet die neue Form moderner und "chic" an.

Im Jahr 2008 brachte Sigpack Systems, ein Unternehmen der Bosch Packaging Technology, das neue Verpackungskonzept "Stick Pack im Pull Pack" auf den Markt. Basierend auf dem Packstil von Bistrozucker entstand die Idee, aus dem traditionellen Teebeutel ein modernes Lifestyle-Produkt mit noch mehr Komfort und Convenience zu schaffen. In Zusammenarbeit u.a. mit Alcan Packaging entstand so eine Kombination des perforierten Stick Packs mit einem Pull Pack. Die Erstverpackung des Tees erfolgt mit einer von Alcan Packaging FDA zertifizierten Verbundfolie mit Rückstellungskraft (springback foil). Das Pull-Pack-Verpackungskonzept dient als Zweitverpackung und ermöglicht eine besonders schnelle und exakte Öffnung zur sauberen Entnahme des Teesticks. Sigpack entwickelte die Maschinen sowohl für die Herstellung des Stick Packs, als auch für die Abfüllung und Zweitverpackung.

Die Werke des international tätigen Familienunternehmens Laurens Spethmann Holding (LSH), Seevetal bei Hamburg, stellen ab Herbst 2010 die komplette Jahresproduktion von 13 Milliarden Teebeuteln ohne Aluminiumklammern her. Ein Investitionsvorhaben, in das innerhalb von zehn Jahren 80 Millionen Euro flossen. Entwickelt und eingesetzt wurden dafür eine neue Maschinengeneration und die Umrüstung bestehender Produktionsanlagen mit Nähmaschinen. Die Innovation: eine intelligente Verbindung von Teebeutel und Etikett mit einer raffinierten Knotentechnik.

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