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Schokolade: Vom Luxusartikel zum Massenprodukt

Schokolade: Vom Luxusartikel zum Massenprodukt


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Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde aus dem Luxusartikel Schokolade ein Nahrungsmittel für breitere Bevölkerungsschichten. Dies geschah zum einen durch eine Ausweitung der Kakaoanbaugebiete, zum anderen durch technische Weiterentwicklungen. Heute ist das Geschäft mit Schokolade ein weltweit boomender Wirtschaftsfaktor.

Der bislang älteste Nachweis von Kakao wurde auf Tongefäßen aus der Zeit um 1150 vor Christus aus Honduras gefunden. Genaueres zum Genuss der aus der Frucht der Kakaopflanze gewonnenen Bohne gibt es dann erst wieder von den Maya. Die von ihnen konsumierte Schokolade unterschied sich sehr von der heute üblichen Form; zudem wurde sie offensichtlich nur getrunken, nicht gesüßt und schmeckte demnach herb und bitter. Kakao war bei den Maya - wie auch generell in seiner langen Geschichte - kein Massenprodukt, sondern ausschließlich dem Adel vorbehalten.

Erster Handel

Bei den Azteken hatte Schokolade einen sehr hohen Stellenwert. Der Genuss blieb weiterhin dem Königshaus, dem Adel und Würdenträgern vorbehalten. Zudem wurde Kakao auch als Zahlungsmittel verwendet. Da die Azteken nicht über eigene Anbaugebiete verfügten, wurde der Kakao bereits über Abgaben und Handel ins Land geführt.

Als Kolumbus vierte Reise ihn im Jahr 1502 nach Guanaja führte, traf er als erster Europäer auf Kakao. Später, nachdem sich die Schokolade bei den in Mittelamerika eingewanderten Spaniern immer größerer Beliebtheit erfreute, gelangte sie auch an den spanischen Königshof - und hatte damit den Sprung auf den europäischen Kontinent geschafft. Die wohl wichtigste Änderung, die der Schokolade zum Durchbruch verhalf, war die Idee, das Getränk mit Rohrzucker zu süßen. Die Europäer waren seinerzeit fast süchtig nach Süßem, seitdem im mittelalterlichen Europa der Zucker eingeführt worden war. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts dann begann sich die Schokolade als beliebtes Getränk am spanischen Königshof und beim spanischen Adel durchzusetzen. Für die Verbreitung im Rest von Europa waren vor allem die Beziehungen der Königs- und Fürstenhäuser und der rege Austausch unter den Klöstern verantwortlich.

Fortschritt durch Industrialisierung

Um 1800 begann die industrielle Revolution mit ihren gewaltigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. Davon war auch die Schokoladenindustrie betroffen, und die technischen Entwicklungen machten aus Schokolade und Kakao schließlich ein Massenprodukt. Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Kakaoverbrauch immens gestiegen, das Wachstum ging kräftig weiter, und der Anbau dehnte sich von Mittel- und Südamerika auch nach Asien und Afrika aus. Die größten Konsumenten waren 1911 die USA mit 59.000 Tonnen. Dann folgten Deutschland, England und Frankreich.
Kurze Zeit nach dem ersten Weltkrieg florierte das Geschäft erneut, bis im Oktober 1929 die Weltwirtschaftskrise selbst die Branchenriesen hart traf. Im Verlauf des zweiten Weltkriegs gab es keine Schokolade mehr für den zivilen Gebrauch in Deutschland, und auch bei den Alliierten bedeutete der Krieg eine Einschränkung im Schokoladenkonsum. Erst mit Beginn des Wiederaufbaus lief auch die Schokoladenproduktion wieder an. Bedingt durch die sich stetig stärker entwickelnde Automatisierung der Produktion von Schokoladenwaren konzentrierte sich der Markt in den folgenden Jahrzehnten auf immer weniger große Hersteller. Mit dem gleichzeitigen Wirtschaftsboom wurde Schokolade endgültig zum Produkt für die breiten Massen.

Asiaten holen auf

Noch heute sind viele der großen Hersteller in Europa ansässig. Diese Vorherrschaft in der Produktion zeigt sich auch im Konsum: Während der Schweizer jährlich rund 12 Kilogramm Schokolade nascht, liegt der Pro-Kopf-Konsum in China noch bei rund 200 Gramm.

Aber die Asiaten holen auf: Schokolade wird immer beliebter und scheint die traditionellen gesalzenen Trockenfrüchte - zumindest bei den jüngeren Chinesen - abzulösen. In den nächsten Jahren soll sich China nach Meinung von Experten zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Schokoladenprodukte entwickeln. Bisher macht der chinesische Schokoladenmarkt nur rund ein Prozent des Weltmarktes aus, aber der Konsum steigt um zehn bis 15 Prozent pro Jahr.

Auch Russland ist einer der aktuell weltweit wichtigsten Märkte für Süßwaren, besonders für Schokolade. Prognosen sagen dem Markt ebenfalls ein jährliches Wachstum um rund 14 Prozent voraus. Entwicklungen, die natürlich auch positive Auswirkungen auf die Importe von Verpackungsmaschinen haben. Hier wird langfristig auf großes Potenzial gebaut. In der Türkei liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Schokolade zwar mit 1,5 Kilogramm noch weit unter den in einigen europäischen Ländern erreichten acht bis 12 Kilogramm, doch der Wert soll sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Gleiches gilt für Polen: Der Markt wächst stetig. Die polnischen Verbraucher werden immer anspruchsvoller und sind bereit, für gute Qualität auch mehr zu bezahlen. Schokolade und Pralinen stehen für einen gehobenen, westlichen und neuen Lebensstil. Die Kunden wünschen außergewöhnliche Geschmacksrichtungen - und raffinierte Verpackungen. Polens Süßwarenwirtschaft ist definitiv am internationalen Markt angekommen.

Verarbeitungsintensive Schokolade

Schokolade war und ist auch heute noch ein verarbeitungsintensives Produkt. Die Maschinentechnik hat schon sehr früh eine wichtige Rolle gespielt. Als bedeutender Ingenieur und Erfinder tat sich Heinrich Stollwerck hervor, der 1873 ein Fünf-Walzenwerk zur Herstellung präsentierte. Heute gelten besonders hohe Anforderungen an den Verpackungsbereich: Damit das Kakaopulver einwandfrei zu den Abnehmern gelangt, werden Automatisierungsgrad und Prozess-Sicherheit immer weiter erhöht. Hinzu kommen die Anforderungen an verbesserte Produkt-Aufmachungen und reduzierten Packmittel-Einsatz. Gefragt sind flexible und rationale Hochleistungs-Verpackungsanlagen, damit die nach wie vor begehrte Kakaobohne sicher und vor schädlichen Einflüssen geschützt von der Plantage über die Produktion bis zur fertigen Schokolade zum Verbraucher gelangt.

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