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Alufolie: Leichtigkeit ist ihre Stärke
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Alufolie: Leichtigkeit ist ihre Stärke
In diesem Jahr wird die Alufolie 100 Jahre alt. In dieser Zeit hat sie technologische Entwicklungen vorangetrieben, Trends gesetzt und unzählige Schokoladen-Weihnachtsmänner und -Osterhasen gekleidet. Und das sind nur wenige Beispiele aus der langen Erfolgsgeschichte dieses einzigartigen Packstoffs.
Der Bedarf an Aluminium steigt weltweit von Jahr zu Jahr. Viele Anwendungen und Entwicklungen benötigen einen leichten und dennoch stabilen Werkstoff, und beiden Anforderungen entspricht das Aluminium. Es ist enorm vielseitig und findet sich in allen Bereichen der Wirtschaft wieder, von Baumaterialien, Verkehrswesen über den Maschinen- und Anlagenbau bis hin zu Verpackungen. Die ganz große Stärke von Aluminium ist seine Leichtigkeit - bei gleichzeitig hoher Festigkeit, einer guten Leitfähigkeit von Strom und Wärme, einer besonderen Korrosionsbeständigkeit und einer hervorragenden Recyclingfähigkeit. Hinzu kommt, dass Aluminium gesundheitlich völlig unbedenklich ist und in der Natur in Verbindung mit verschiedenen Elementen vorkommt. Spuren von Aluminium sind auch in Backpulver, Scheibenkäse oder Zahnpasta enthalten. So ist der Werkstoff auch aus der Verpackungsindustrie nicht wegzudenken: Es schützt Lebensmittel und chemische Präparate gegen qualitätsmindernde Einflüsse und ermöglicht einen platzsparenden Transport. Ob Osterhase, Joghurt, Fertiggericht, Medikament oder Dosengetränk: Aluminium ist ein flexibler, multifunktionaler und leichter Packstoff, der auch in Sachen Produkt-Design höchste Ansprüche erfüllen kann.
Dünner als ein Menschenhaar
So vielfältig die Einsatzbereiche und Vorteile von Aluminium sind, so variabel sind auch die Verarbeitungsmöglichkeiten. Strangprozess- oder Ziehprodukte, Formguss oder innovative Legierungen - fast alles ist möglich. In Kalt-, Warm- und Folienwalzwerken werden die Alu-Barren auch zu Platten, Blechen, Bändern und Folien gewalzt, die teils nur 6/1000 Millimeter und damit weit dünner als ein Menschenhaar sind.
Als Aluminiumfolie werden Walzprodukte bezeichnet, die weniger als 0,2 Millimeter dick sind. Sie werden heute meist aus Reinaluminium im mehreren Walzschritten kalt gewalzt und gehören damit zum Halbzeug. Ausgangsmaterial sind Vorwalzbänder, 0,6 bis 1,5 Millimeter dick. Zur Herstellung dünner Folien von bis zu vier Tausendstel Millimetern werden zwei Bahnen aufeinander gelegt und gemeinsam gewalzt. Die Außenseiten haben von den Arbeitswalzen eine glatte, glänzende Oberfläche, die Innenseiten haben sich gegenseitig aufgerauht und sind matt. Nach der starken Umformung verfestigt sich das Aluminium, die Folien sind hart und spröde. Erst das anschließende Weichglühen macht sie weich und flexibel - und damit zu einem hervorragenden Packstoff für Lebensmittel- und Medikamentenverpackungen, die zudem auch gas- und lichtdicht sind. Je nach Verwendungszweck sind harte oder weiche Folien gefragt. 54 Quadratmeter Aluminiumfolie mit einer Dicke von sieben Tausendsteln wiegen gerade ein Kilogramm. Diese Leichtigkeit ist ihre ganz große Stärke.
100 Jahre Alufolienproduktion
In diesem Jahr feiert die Alufolie ihren 100. Geburtstag. Am 15. April 1905 erhielt der Schweizer Unternehmer Heinrich Alfred Gautschi das Patent auf die Herstellung von Alufolie nach dem "Paket- bzw. Buchwalzverfahren". Für sie stand ihre Verwendung als Verpackung jedoch nicht im Vordergrund, und es konnten nur relativ kleine Folien hergestellt werden. Der ebenfalls aus der Schweiz stammende Robert Victor Neher entwickelte gemeinsam mit Erwin Lauber und Albert Gmür ein Verfahren endlose Bänder auszuwalzen, das am 27. Oktober 1910 patentiert wurde auch noch zunächst für andere Anwendungen gedacht war. Im gleichen Jahr wurde die "Dr. Lauber, Neher & Cie." im schweizerischen Emmishofen gegründet. 1913 begannen die ersten Versuche, Folienblätter aus Aluminium von Hand zu veredeln. Sie dienten zum Beispiel der maschinellen Verpackung von Schokolade, Schachtelkäse und Zigaretten.
Schnell folgten weitere Anwendungen, wie das Einwickeln von Schokolade oder Brühwürfeln. Ebenfalls 1910 wurden in Teningen die Aluminium GmbH gegründet, 1912 eine Tochter der Emmishofener Firma im deutschen Singen. 1920 eroberte Alufolie die Milchwirtschaft und verdrängte die Zinnfolie mehr und mehr. Ab 1930 wurde Alu-Haushaltsfolie in Europa als Kleinpackung in Rollenform, Abreißblock oder als lose Blätter in Kartontaschen produziert. In den USA wurde Aluminiumfolie ab 1913 für den Markt produziert, um 1920 wurden erste mit Alufolie kaschierten Kartons eingesetzt. Die 50-er und 60-er Jahre waren eine spektakuläre Wachstumsphase für den Packstoff. In den Fabriken von Singen und Teningen wird noch heute Aluminiumfolie hergestellt bzw. veredelt. Beide gehörten bis 2010 zum kanadischen Aluminiumhersteller Rio Tinto Alcan und wurden zwischenzeitlich von der australischen Amcor Flexibles übernommen.
Verantwortung für Zukunft
Heute wird Alufolie in praktisch allen Marktsegmenten eingesetzt. Die Verpackungsanwendungen erstrecken sich auf aseptische Flüssigkeitskartons, verschiedenste Beutelformen, Deckel, Einwickler, Blister- und Streifenpackungen, Folienbehälter, etc. Mit dem neuen Jahrtausend stehen auch neue Herausforderungen für die Hersteller auf den Agenden: Nachhaltigkeit ist das große Thema. Auch erfüllt die Alufolie beste Voraussetzungen. Der Erfolg im "Downgauging" von Alufolie führte zu Materialeinsparungen von mehr als 30 Prozent. Hinzu kommt, dass Aluminium ein nahezu unendlich rezyklierbarer Werkstoff ist: Nach Angaben der Yale University, USA, sind etwa 75 Prozent des jemals produzierten Aluminiums seit dem Jahr 1888 im Metallkreislauf und werden stets aufs Neue verarbeitet.
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