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Die Königsklasse
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Die Königsklasse
Was haben Sinalco, Ritter Sport, die Heidelberger Druckmaschinen AG und die STI Group gemeinsam? Sie alle tummeln sich gemeinsam mit zahlreichen anderen Klassikern in der kürzlich in der 16. Auflage erschienenen Markenbibel „Marken des Jahrhunderts“. Wer hier auftaucht, gehört zur Königsklasse.
Auf mehr als 600 Seiten vereint das 2,8 Kilogramm schwere Buch Portraits zu 281 „herausragenden Produkten und Dienstleistungen made in Germany“. So kündigt es der Buchuntertitel an. Der Titel erscheint außerdem in zwei Sonderausgaben: in englischer und chinesischer Sprache. Die Sonderdrucke sollen an Gäste des deutschen Pavillons bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika und zur Weltausstellung in Shanghai verteilt werden. Außerdem liegen Exemplare des Standardwerks zur Deutschen Wirtschaftsgeschichte in allen deutschen Botschaften und Goethe-Instituten rund um den Erdball aus.
Das Buch, herausgegeben von Dr. Florian Langenscheidt im Verlag Deutsche Standards, gibt einen Überblick über Produkte und Objekte, die es geschafft haben, als prominenter Teil für eine ganze Warengruppe oder Branche zu stehen: Persil für Waschmittel, Aspirin für Kopfschmerztabletten, Nivea für Hautcreme oder die STI Group für Verpackungen.
Die Verpackung
Was wäre die hochwertigste Praline, wenn man sie in einer braunen Tüte verkauft? Wie attraktiv wäre ein Spielzeug, das in einer blickdichten Box im Regal steht? Als beispielhafte Adresse für innovative Verpackungsideen wurde in diesem Jahr die STI Group in die Markenbibel aufgenommen. In dem Unternehmen, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1879 im Besitz der Familie Stabernack befindet, arbeiten mehr als 100 Designer und Entwickler weltweit an der Konzeption neuer Verpackunglösungen. Schon in den 1950-er Jahren revolutionierte das STI-Produkt „chrowell“ den Verpackungsmarkt: Erstmals wurde eine einseitige Wellpappe mit einer feinen Außenhaut aus offsetbedrucktem Karton überzogen. So entstand eine stabile Verpackung mit erstklassigen Bedruckungsmöglichkeiten. Außerdem war STI der erste deutsche Hersteller von Wellpappeverpackungen, der mit dem FSC-Signet ausgezeichnet wurde. Gründe genug, um den achtköpfigen Beirat davon zu überzeugen, dass die STI Group weltweit für Verpackungen „made in Germany“ steht.
Die Druckmaschine
Die „schwarze Kunst“ wäre heute ohne Gutenberg so wenig vorstellbar wie ohne die Heidelberger Druckmaschinen AG. Seit mehr als 150 Jahren steht das Unternehmen für den Fortschritt in der Printmedien-Industrie. Während Druckereien lange Zeit nur für das Bedrucken von Papier zuständig waren, bieten sie ihren Kunden heute Dienstleistungen entlang des gesamten Entstehungsprozesses eines Print-Produktes. Seit der drupa 2008 präsentiert sich der weltweit größte Anbieter von Printmedien-Lösungen in einem aktuellen, überarbeiteten Produkt- und Corporate-Design. Die Markenstrategie setzt auf eine klare Positionierung als Dachmarke und ein durchgängiges Erscheinungsbild in allen Bereichen, in denen Kunden angesprochen werden.
Der Dämmstoff
Ebenfalls vertreten ist der berühmte feste, weiße Schaum: Styropor. Ein Jahrhundertwerkstoff, der eigentlich nur zufällig entstand. Der Tüftler Fritz Stastny hatte in der Badischen Anilin- und Sodafabrik, der heutigen BASF, vergessen, eine Dose aus dem Wärmeschrank zu nehmen, in der eine klare Lösung zur Entwicklung einer effektiven Kabellösung lagerte. Am nächsten Tag hatte sich daraus ein starrer Schaumstrang entwickelt. Nach zahlreichen Experimenten gelang es ihm, dem Stoff das noch hohe Raumgewicht zu nehmen – bis der Schaumstoff entstand, den wir heute als Styropor kennen. Das Besondere an dem Material: Styropor ist ein Hartschaumstoff auf der Basis von Polystyrol. Die weißen Perlen bestehen zu 98 Prozent aus Luft, was sie leicht und isolierfähig macht. Außerdem hat der Schaumstoff eine hohe Druckfestigkeit, gute Stoßdämpfung und Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit, Säuren und Laugen. 1951 ließ die BASF Styropor als Marke registrieren und noch im selben Jahr begann die Produktion. Übrigens: Mit dem Slogan „Das leichteste Schiff der Welt“ verteilte das Unternehmen 1952 auf der Düsseldorfer Kunststoffmesse K mit Dampf aufgeschäumte Spielzeugboote. In den 1960-er Jahren eroberte Styropor als Dämmstoff und als Verpackungsmaterial den Weltmarkt.
Quadratisch. Praktisch. Gut.
Auch Ritter Sport hat den Sprung geschafft und gehört zu den Marken des Jahrhunderts. Kurz nach der Heirat von Alfred und Clara Ritter im Jahre 1912 folgte die Gründung des gemeinsamen Betriebs. Der Einfall, Schokolade in einem unkonventionellen Format herzustellen, hat bis heute Erfolg. 1976 wurde der berühmte Ritter Sport Knick-Pack eingeführt, deren umweltfreundliche Verpackung durch die hohe Dichtigkeit einen guten Produktschutz gewährleistet. 2008 kamen auch Bio-Quadrate auf den Markt. Ritter Sport ist heute in über 90 Ländern vertreten und pro Tag werden mehr als zweieinhalb Millionen bunte Ritter Sport Quadrate produziert.
Die Sinalco schmeckt.
Und zwar in rund 50 Länden quer über den Globus. Die Kult-Limo, einst als naturheilkundliche Essenz mit dem Namen „Bilz-Brause“ entwickelt, begann ihren Siegeszug zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Um Nachahmer und Plagiate abzuwehren, entstanden der Markenname Sinalco (vom Lateinischen „sin alcohole“) und später auch das Logo mit schräg gestelltem weißen Schriftzug auf weißem Grund und die typische Formflasche. Sinalco ist einer der ersten europäischen Softdrink-Markenartikel, der auch den Orient, Fernost und Südamerika erobert hat. Sinalco wurde zum Inbegriff für die Gattung Limonade.
Die Liste lässt sich fortsetzen. Marken wie die 1911 entwickelte Nivea-Creme, um die sich inzwischen eine riesige Markenfamilie rankt, oder Penaten, seit über 100 Jahren für Millionen Mütter die Babypflege schlechthin. Aber es gibt auch junge Marken, die nach Ansicht der Jury bereits nach kürzester Zeit zu den „Marken des Jahrhunderts“ zählen. Ein Beispiel sind die Smoothies „true fruits“, ein absolutes Lifestyle-Produkt ohne lange Geschichte. Hochwertig, gesund und in einer Verpackung mit Klarheit und Wahrheit: Glasflaschen mit hochwertigem Keramikdruck. Inzwischen werden monatlich eine halbe Million Smoothies verkauft. Mit dem Eintrag wurden vor allem der Wagemut und Einfallsreichtum eines jungen Unternehmer-Trios belohnt.
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