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Schillernder Schutz
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Schillernder Schutz
Hologramme sind weit mehr als faszinierende, wirklichkeitsgetreue und dreidimensionale Abbilder von Gegenständen. In zwei ihrer wichtigsten Anwendungsbereiche werden sie heute als Sicherheitsmerkmal und Datenspeicher eingesetzt. Gerade in der Verpackungsindustrie ist die Holographie oft das Mittel der Wahl im Kampf gegen Fälschungen und Produktpiraterie.
„Holographie“. Das Wort setzt sich zusammen aus den griechischen Vokabeln „holos“ und „graphein“, also „ganz“ und „schreiben“. Holographie ist zunächst ein Verfahren, um die von Objekten ausgehenden Lichtwellen vollständig aufzuzeichnen, also mit ihrer dreidimensionalen Tiefeninformation. Der Begriff des Hologramms wurde 1948 von dem ungarischen Forscher Dennis Gábor geprägt, der einen Weg zur Verbesserung von Elektronenmikroskopen suchte. Hier ging es also noch nicht darum, Objekte dreidimensional abzubilden. Das erste Hologramm, wie wir es kennen, entstand dann 1963 an der Universität von Michigan/USA.
Schutz vor Fälschung
Heute bietet die Holographie-Technik weit mehr Möglichkeiten als die hübscher dreidimensionaler Bilder. Gerade gegen Produktfälschungen bieten Hologramme einen relativ hohen Schutz. Jährlich werden gefälschte Produkte im Wert von vielen Milliarden Euro auf den Markt gebracht. Und dieses Problem wird in Zukunft noch weiter zunehmen, da sind sich die Marktkenner einig. Viele Industrieunternehmen setzen auf Hologramme. Aber Verpackungen und auch die Hologramme sind häufig ziemlich originalgetreu nachgemacht und lassen sich nur in bestimmten Details unterscheiden. So können aufkaschierte, aufgeprägte oder als Etikett zusätzlich angebrachte 2D- oder 3D-Hologramme auf Primär- oder Sekundärverpackungen ein wichtiges Sicherheitsmerkmal sein. Noch größeren Schutz bietet ein Hologramm aber vor allem unmittelbar im Produkt, also als unsichtbares Daten-Hologramm: versteckte Informationen, die nur mit speziellen Lesegeräten entziffert werden können. RFID-Lösungen sind oftmals einfach noch zu teuer.
Neue Photopolymerfilme
Schlagzeilen machte die kürzlich von der Bayer MaterialScience AG vorgestellte Spezialfolie, mit der sich qualitativ hochwertige Hologramme preisgünstig herstellen lassen. Das Team rund um den Forscher Dr. Friedrich-Karl Bruder entwickelte eine neue Grundlage für dreidimensionale und farbige Hologramme. Die neuen Photopolymerfilme, die Bayer MaterialScience 2010 auf den Markt bringen will, bieten im Vergleich zu anderen Holographie-Werkstoffen viele Vorteile: Sie sind einfach zu handhaben und können per Laserlicht sowohl ein- als auch mehrfarbig „beschrieben“ werden. Ein Kunststoffträger wird so beschichtet, dass Bilder oder Daten darauf mit Laserlicht dreidimensional festgehalten werden können. Der spezielle chemische Aufbau der Photopolymerfilme vereinfacht die Herstellung der Hologramme und macht die bisher notwendig gewesene chemische oder thermische Nachbehandlung überflüssig.
Anfang November dieses Jahres erhielt Dr. Bruder für seine Entwicklung den Innovationspreis 2009 des Landes Nordrhein-Westfalen, den mit 100.000 Euro zweithöchst dotierten Preis für Innovationen in Deutschland. Seine Forschung soll nicht nur ein Meilenstein der optischen Technologie sein, sondern auch das Potenzial zur Revolution der Datenspeicherung haben.
Absolute Sicherheit bleibt Illusion
Auch wenn eine 100%ige Sicherheit nicht erreicht werden kann, so gibt es heute doch zahlreiche Möglichkeiten, Markenfälschern das Leben zu erschweren. Im Einzelfall muss jedes Unternehmen für sich abwägen, inwieweit die technischen Möglichkeiten ausgereizt werden sollen oder können. Die COPACO beispielsweise hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Kunden in Sachen Produkt- und Markenschutz zu unterstützen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Situationsanalyse der jeweiligen Branche, der Prüfung des Marktangebots an Sicherheitsmerkmalen und der Beurteilung nach Sicherheitslevel, Produktions- und Kosten-Nutzen-Aspekten. In Zusammenarbeit mit Technologieanbietern und Organisationen werden dann technische Lösungen und spezifische Kundenangebote entwickelt. Als „Produkttresor“ steht die Verpackung fast immer im Mittelpunkt der Überlegungen, um die Originalität eines Produktes nachzuweisen und sie zu diesem Zweck mit entsprechenden Merkmalen zur Identifikation oder mit Sicherheitsmerkmalen auszustatten. Aber das reicht natürlich nicht. Benötigt werden umfassende Schutzkonzepte, bei denen sich die Maßnahmen an der Verpackung in das Gesamtpaket an Schutz- und Gegenmaßnahmen eines Herstellers einfügen und die die gesamte logistische Kette abdecken.
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