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Natürlich grün

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Natürlich grün


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Umwelt- und Gesundheitsschutz sind in aller Munde. Die Industrie setzt zunehmend auf umwelt- und gesundheitsschonende Produkte, die so genannten „Bio-Produkte“. Doch nicht überall, wo „Bio“ draufsteht, ist auch „Bio“ drin. Aber alles, wo „Bio“ draufsteht, ist grün.

Grün ist „in“. Die Natur – Wiesen, Wälder, Blumen – ist grün. Aber die Farbe Grün steht längst für viel mehr, nämlich für die Massentrends Gesundheit, Öko und Bio. Inzwischen ist nahezu alles grün, was modern ist. Die ganze Welt setzt auf Umweltbewusstsein, was grün ist, wird gekauft. Aber mit „Grün“ ist nicht mehr nur eine Farbe gemeint. Grün ist längst vielmehr eine Eigenschaft geworden, mit der Hersteller aller Branchen ihre Produkte am liebsten bewerben – egal ob Lebensmittel, Kraftfahrzeuge, Kosmetik, Mode oder sogar ganze Produktionsprozesse. Und eine „grüne“ Verpackung ist in der logischen Konsequenz das A und O in dieser Kette.

Qualitätsmerkmal: grün

Kaum mehr ein Produkt, das nicht die Farbe Grün im Schriftzug, im Logo, auf der Verpackung trägt und sich nicht als „grün“ bezeichnet. Grün ist überall, und fast alles ist grün. Es gibt Produkte, die die Farbe „Grün“ schon immer in ihrem Markenauftritt hatten; doch viele haben sie erst in umfangreichen Design-Relaunches in den letzten Jahren aufgenommen. „Green ist the new black“: So scheint das Mantra der modebewussten Wirtschaft zu lauten. Googelt man den Begriff „green packaging“, so erscheinen Hunderte Produkte. Aber was sucht der Konsument wirklich? Geht es um die Farbe? Geht es um den Inhalt? Geht es überhaupt noch um die Philosophie hinter dem Produkt? Oder versprechen die Farbe bzw. Eigenschaft „grün“ schon alles, was der Käufer möchte?

Zu diesem Durchbruch hat wohl auch die Tatsache verholfen, dass die Definition „grüner Verpackungen“ sehr weit gefasst ist. Eigentlich zählen alle Materialien dazu, die wiederverwertbar sind oder entsprechende Inhaltsstoffe enthalten, auf toxische Mittel verzichten und beim Produktionsprozess auf erneuerbare Energien zurückgreifen. Auch Fertigungsverfahren, die den Material- und Energieeinsatz optimieren, können schon zum Qualitätsmerkmal „grüne Verpackung“ verhelfen.

USA: Wachstum für „grüne“ Verpackungen

Auch in den USA zum Beispiel wächst die Nachfrage nach „grünen“ Verpackungen überdurchschnittlich. Sie bedienen fast ein Drittel des gesamten Verpackungsbedarfs. Tendenz: weiter steigend. Handelsketten wie Wal-Mart bewerten die Verpackungen ihrer Zulieferer längst nicht mehr zuletzt nach ökologischen und kosteneinsparenden Aspekten.

Das Marktforschungsinstitut Freedonia Group Inc. prognostiziert, dass die Nachfrage nach grünem Verpackungsmaterial von 2008 bis 2013 in den Vereinigten Staaten jährlich um 3,4 Prozent zunehmen wird. Auf dem gesamten Verpackungsmarkt soll der Zuwachs in diesem Zeitraum lediglich bei 1,9 Prozent liegen. Im vorherigen Fünfjahreszeitraum habe das Nachfragewachstum von umweltfreundlichen Verpackungen bei durchschnittlich 4,8 Prozent gelegen. Der Marktanteil von „grünen“ Verpackungen am gesamten Verpackungsmarkt lag in den USA im Jahr 2008 bei 29,2 Prozent und soll bis 2013 auf 31,5 Prozent steigen. Das bedeutet einen wertmäßigen Zuwachs von 37,2 Milliarden auf 43,9 Milliarden US-Dollar.

Robuste Zuwächse für recycelbare Kunststoffe

Während die Nachfrage nach Verpackungen aus wiederverwertbaren Stoffen nach Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) ähnlich stark wie der Gesamtbedarf an „grünen“ Verpackungen steigt, erfahren die Produkte aus recycelbaren Kunststoffen einen robusteren Zuwachs. Die Gründe sollen vor allem in den inzwischen stärkeren Versuchen liegen, das eingesammelte Abfallvolumen zu erhöhen und lebensmittelverträglichere Harze zu entwickeln. Verpackungen aus wiederverwertbarem Papier sollen dagegen ein niedrigeres Wachstum verzeichnen, da sie zum großen Teil durch das schon ausgereifte Marktsegment der Wellpappe und Pappkartons dominiert werden. Auch im Bereich der Mehrwegverpackungen soll bei den wiederverwendbaren Kunststoffbehältern mit den besten Wachstumsperspektiven gerechnet werden können.

Die Bio-Revolution

Die ersten Bio-Verpackungen waren gräuliche Kartons mit einfachen Zeichnungen und sehr simplem Design. Heute sind gerade im Bio-Bereich hochwertigste Verpackungen mit sehr innovativen Design-Ansprüchen am PoS platziert. Die Branche hat in den letzten Jahren einen extremen Image-Wandel vollzogen. Auch im Bereich der Nahrungsmittel speziell für Kinder verzeichnet das Segment beeindruckende Fortschritte. Beispiele sind der US-amerikanische TK-Hersteller Popkoff’s Frozen Foods, der im vergangen Jahr den „Kids Organic Packaging Award“ für seine speziell für Kinder entwickelte Range erhielt. Oder der neue Bio-Kinderjoghurt von Andechser Natur. Entwickelt von der Markenagentur Koye-Brand soll der Verpackungsauftritt für Kinder eine Freude und für die Eltern überzeugend sein. Im Mittelpunkt des Auftritts steht die Sympathiefigur Maxi Murmel. Das Murmeltier mit Lederhose soll eine authentische Herkunft und natürliche biologische Qualität ausstrahlen. Oder die Molkerei Weihenstephan: Ab Herbst dieses Jahres kommt die Frischmilch des deutschen Traditionsunternehmens als 1-Liter Tetra Top-Flasche in den Handel. Durch den Produkt-Relaunch reagiert das Unternehmen auf zwei Top-Trends im Milchmarkt. Das ist zum einen die zunehmende Nachfrage nach pasteurisierter Frischmilch und zum anderen der Wunsch nach Bio-Produkten. Das Besondere an der neuen Verpackung ist die Verschlusskappe, die dafür sorgen soll, dass der Verbraucher sofort und auf den ersten Blick die Bio-Qualität dieser Milch ausmacht. Denn sie ist, wie könnte es auch anders sein: natürlich grün!

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