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A star(ch) is born

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A star(ch) is born

Amflora BASF
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Amflora heißt der neue Star am Himmel der Pflanzenbiotechnologie. Doch an der jetzt genehmigten Freisetzung der Industrie-Kartoffel scheiden sich die Geister. Während die einen sich von der optimierten Stärkezusammensetzung der gentechnisch veränderten Pflanze große Fortschritte für technische Anwendungen versprechen, befürchten andere nicht absehbare Risiken für Mensch und Umwelt.

Amflora ist eine gentechnisch veränderte Kartoffel, die eine für technische Anwendungen optimierte, reine Amylopektinstärke bildet. Während die Stärke in „normalen“ Kartoffeln aus den beiden Komponenten Amylose und Amylopektin besteht, hat der Chemiekonzern BASF eine Kartoffel entwickelt, die fast ausschließlich Amylopektin enthält, das in vielen technischen Anwendungen benötigt wird. Amylopektin wirkt verdickend, Amylose gelierend und stört in zahlreichen Anwendungen. Das Gen, das den Aufbau des unerwünschten Bestandteils Amylose steuert, wurde bei Amflora gezielt ausgeschaltet. Mit Hilfe der Antisense-Strategie wurde eine spiegelbildliche Kopie des Gens in die Erbsubstanz der Kartoffel eingepflanzt, wodurch die Information zur Bildung des Enzyms blockiert wird.

Bisher wurde die gelierende Wirkung der Amylose verringert, indem man sie vor der Anwendung chemisch modifizierte, was mit einem erhöhten Verbrauch von Wasser und Energie einhergeht. Eine Trennung beider Komponenten ist zwar möglich, aber wegen des hohen Energieaufwands unwirtschaftlich.

Fortschritt für technische Anwendungen

Rund zwei Millionen Tonnen Kartoffelstärke werden pro Jahr allein in Europa produziert. Ein großer Teil davon dient dem Einsatz in technischen Anwendungen, für die sich Kartoffelstärke besser eignet als beispielsweise Weizen- oder Maisstärke. Laut BASF ist Amflora dank ihres optimierten Stärkegehalts ein nachwachsender Rohstoff, der hilft Material, Energie und Kosten zu sparen. Reine Amylopektin-Kartoffelstärke ermöglicht eine sehr einheitliche Oberflächenstruktur und gleichzeitig eine hohe Viskosität, Stabilität und Transparenz. Amflora soll zum Beispiel in der Papier- und Verpackungsindustrie sowie in der Klebstoffproduktion zum Einsatz kommen. So soll Druckpapier dank Amflora stärker glänzen, die Druckfarben besser annehmen und es hochwertiger machen. Klebstoffe sollen länger flüssig bleiben, und auch der Textil-, Bau- und Kosmetikindustrie bietet die innovative Stärke zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.

Ein langer Weg

Es war ein langer Weg, den Amflora vom Labor bis aufs Feld zurücklegen musste. Forscher der BASF Plant Science entwickelten die Industriekartoffel, deren Zulassungsverfahren vor fast 13 Jahren mit dem im August 1996 eingereichten Antrag auf Zulassung begann. Zwischen 1998 und 2004 wurden für gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU überhaupt keine Zulassungen erteilt, 2003 und 2005 folgten weitere Anträge der BASF. 2006 veröffentlichte die EU-Kommission zwei EFSA-Bewertungen, die zu dem Schluss kamen, dass Amflora für Mensch, Tier und Umwelt genauso sicher sei wie jede herkömmliche Kartoffel auch.

Es folgten zahllose weitere Anträge, Empfehlungen, Abstimmungen, Einschätzungen und Debatten bis hin zur Untätigkeitsklage der BASF Plant Science beim Europäischen Gericht erster Instanz in Luxemburg gegen die EU-Kommission im Juli letzten Jahres. Nach weiteren Verzögerungen meldete das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Mai 2009 dann die Genehmigung von Versuchsfeldern mit Amflora an zwei deutschen Standorten.

Amflora wurde bereits seit mehreren Jahren in Freilandversuchen auf Ertrag, Schädlings- und Krankheitsresistenz sowie auf gesundheitsschädliche Wirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt untersucht. Diese Freisetzungsversuche fanden in Tschechien, den Niederlanden und in Schweden statt. Amflora wird von der Saatgut- bis zur Stärkeproduktion in einem geschlossenen Verbund-System angebaut und ausschließlich im Vertragsanbau produziert. Gemäß der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ist die Gen-Kartoffel genauso sicher wie jede andere Kartoffel. Trotzdem unterliegt sie einer umfangreichen Sicherheitsbewertung und strikten Auflagen, denn nur als sicher geltende Pflanzen werden von den europäischen Behörden genehmigt.

Ablehnung von Umweltschützern

Trotzdem lehnen einige Umweltschutzorganisationen den kommerziellen Anbau der Industrie-Kartoffel strikt ab. Befürchtet wird eine unbeabsichtigte Vermischung mit herkömmlichen Speise- und Futterkartoffeln und das in Amflora enthaltene Markergen, das eine Antibiotikaresistenz gegen Kanamycin vermittelt. Das Gentechnik-Expertengremium der EFSA erklärte Amflora jedoch auch in dieser Hinsicht für unbedenklich. Ein Transfer des Gens von einer gv-Pflanze auf Bakterien sei extrem unwahrscheinlich, die Wirksamkeit von Antibiotika damit nicht gefährdet.

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