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Kunststoff. Eine Erfolgsstory.

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Kunststoff. Eine Erfolgsstory.


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Die weltweite Kunststoffproduktion stieg von ungefähr 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 260 Millionen Tonnen im Jahr 2007. Seit über 50 Jahren schreibt die Kunststoff-Industrie, die sich aus den drei Bereichen Kunststoff-Erzeugung, -Maschinenbau und -Verarbeitung zusammensetzt, Erfolgsgeschichte und wächst stetig. Der westeuropäische Kunststoff-Maschinenbau ist international führend. Insgesamt beschäftigen die rund 50.000 Betriebe der europäischen Kunststoff-Industrie 1.600.000 Menschen und erwirtschaften einen Umsatz von rund 300 Milliarden Euro.

Während der Anteil der Hochleistungskunststoffe für Nischenprodukte und spezielle Anwendungen mit weniger als einem Prozent noch sehr gering ist, eröffnen sie doch außergewöhnliche Einsatzmöglichkeiten. Auch der Anteil der technischen Kunststoffe ist noch relativ klein und liegt bei knapp zehn Prozent. Basismaterialien sind die Standardkunststoffe, die rund 90 Prozent des Marktanteils ausmachen und Polyolefine, PS und EPS, PVC und PET umfassen. Die Kunststoff-Branche verzeichnet seit Jahren schon ein überdurchschnittliches Wachstum, verglichen beispielsweise mit Stahl oder Papier. Lag die durchschnittliche Wachstumsrate in den Jahren von 1970 bis 2007 von Stahl bei zwei Prozent, von Papier bei drei Prozent, so betrug sie bei Kunststoff sechs Prozent. Dieser Trend setzt sich fort: Im Jahr 2007 lag der weltweite Verbrauch von Kunststoff-Werkstoffen bei 215 Millionen Tonnen, 2015 wird er nach Schätzungen von Plastics Europe rund 330 Millionen Tonnen betragen. Das größte Wachstumspotenzial gibt es sicher in den sich schnell entwickelnden Teilen Asiens. In Europa ist vor allem in den neuen Mitgliedsstaaten und deren wirtschaftlicher Entwicklung mit einem schnellen Anstieg des Verbrauchs zu rechnen. Das mit Abstand größte Anwendungssegment von Kunststoff-Werkstoffen ist der Bereich Verpackung. In Westeuropa liegt er bei rund 43 Prozent des Gesamtverbrauchs (4,5 Millionen Tonnen). Verpacken ohne Kunststoff ist aus heutiger Sicht nahezu unvorstellbar.

Wichtiger denn je: Ressourcen schützen

Kunststoffe bieten immer mehr ressourceneffektive Lösungen. Dazu gehören auch ein niedrigerer Energieverbrauch in der Produktion, weniger Materialbedarf und weniger Abfall bei verpackter Ware – dank immer leichterer Flaschen für Getränke oder Reinigungsmittel und dünnerer Verpackungsfolien. In vielen Bereichen können Kunststoffe wieder verwendet werden. So tragen sie mehr und mehr zur Abfallvermeidung bei.
Der Gesamtkunststoffabfall in Europa betrug im Jahr 2007 24,6 Millionen Tonnen. Drei Viertel dieser Menge erzeugen die sieben Länder Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Polen und die Niederlande. Das restliche Viertel teilen sich die übrigen 22 Länder. Im EU-Durchschnitt stammen knapp zwei Drittel der Kunststoffabfälle aus dem Verpackungsbereich. Die Aufgabe des Abfallmanagements liegt darin, Mensch und Umwelt vor potenziellen Risiken zu schützen. Wichtiger denn je ist es, Ressourcen effizient zu nutzen. In neun europäischen Ländern werden bereits heute über 80 Prozent der Kunststoffabfallströme stofflich oder energetisch verwertet. Bezogen auf haushaltsnahe Kunststoffabfallsammlungen werden im europäischen Durchschnitt derzeit etwa 50 Prozent der Kunststoffabfälle verwertet, die andere Hälfte auf Deponien beseitigt. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei Kunststoffen um nachhaltige Werkstoffe, die bei prozessoptimierter und kosteneffizienter Herstellung und Verarbeitung eine hohe Energie-Effizienz mit geringen Emissionen aufweisen und auch anschließend gut verwertbar sind. Die Deponierung gilt als die am wenigsten bevorzugte Alternative, da sie relativ große Mengen an Treibhausgasemissionen verursacht und Ressourcen einfach vergeudet. Zu einem zukunftsfähigen Abfallmanagement gehört sicher, die Deponierung von heizwertreichen Abfällen zu minimieren, die Balance von stofflicher und energetischer Verwertung durch ökoeffizientes Abfallmanagement zu halten und die Abfälle mit definierten Umweltstandards zu behandeln und zu verwerten. Mit einer solchen marktoptimierten Strategie – weg von der Deponie und hin zur Verwertung – können Kunststoffabfälle eine ökologisch und ökonomisch effiziente Klima- und Ressourcenschonung in Europa unterstützen.

Nachwachsende Rohstoffe im Fokus

Vor diesem Hintergrund und angesichts steigender Preise für fossile Rohstoffe sowie der weltweiten Klimadiskussion rücken die nachwachsenden Rohstoffe zunehmend in den Fokus. Schon heute ist die chemische Industrie ein wichtiger Abnehmer nachwachsender Rohstoffe. Etwa zehn Prozent aller eingesetzten Rohstoffe in der chemischen Industrie nutzen nachwachsende Rohstoffe wie Stärke, Zucker, Cellulose, Fette und Öle – unter anderem auch für die Herstellung biobasierter Kunststoffe, die herkömmlich als „Biokunststoffe“ bezeichnet werden. Dieser Begriff ist jedoch mehrdeutig und muss hinsichtlich der Rohstoffbasis und der Funktionalität unterschieden werden. Derzeit basieren weniger als ein Prozent des Kunststoffverbrauchs auf nachwachsenden Rohstoffen, die in erster Linie aus Stärkewerkstoffen, Polymilchsäure (PLA), Cellulosewerkstoffen und pflanzlichen Ölen bestehen. In Zukunft wird wohl die Herstellung der Kunststoffe wie PE, PP oder PVC auf Basis nachwachsender Rohstoffe eine immer wichtigere Rolle spielen.
Aber auch diese Ressourcen sind letztlich begrenzt. Das Ziel aller Aktivitäten sollte eine möglichst effiziente Bereitstellung und Verwendung von Biomasse sein, unter der Voraussetzung von technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Kunststoff ist vielseitig und leistet sicher schon heute einen großen Beitrag zur Ressourcen-Effizienz und Umweltschonung. Nach Angaben von Plastics Europe ist es durch ihren Einsatz möglich, die sonst anfallenden CO2-Emissionen um etwa 56 Prozent und den Energiebedarf um etwa 26 Prozent zu senken.

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