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Nachhaltigkeit ist ein Imperativ

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Nachhaltigkeit ist ein Imperativ


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Dass nachhaltige Konzepte für internationale Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch wie genau funktioniert die Umsetzung? Mit welchen Werkstoffen können nachhaltige Prozesse wirklich realisiert werden? Was versteht eigentlich der Konsument unter dem Begriff? Antworten gaben die Experten beim Trendtag Glas 2009.

Bereits zum vierten Mal fand Anfang Oktober das deutsche Branchen-Event des Aktionsforums Glasverpackung in Hamburg statt. Unter dem Motto „Glas – nachhaltig erfolgreich“ informierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Unternehmen unter Berücksichtigung der internationalen Gegebenheiten über das Nachhaltigkeitsthema.

Mehr Wohlstand mit weniger Naturverbrauch

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Nachhaltigkeit“? Jeder spricht davon, aber für die meisten liegen die konkret daraus folgenden Konsequenzen noch im Dunkeln. Fest steht: Nachhaltigkeit ist ein Imperativ und über alle Grenzen hinaus eines der zentralen Themen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche – und wird es vorläufig bleiben. Da die Welt aber noch nicht gelernt hat, ohne Wachstum und den Wunsch nach Massenwohlstand zu leben, besteht die konstruktive Aufgabe darin, Wohlstand mit wesentlich weniger Naturverbrauch zu erzeugen – so fasste Prof. Dr. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker das Zukunftsziel zusammen.

Dass die Nachhaltigkeitsdiskussion auch für den Handel von entscheidender Bedeutung ist, erläuterte Thomas Maiwald aus Sicht der Metro Group Buying International GmbH. Was erwartet ein Handelsunternehmen von den Verkaufsverpackungen der Zukunft? Schon heute ist in der „Packaging Guideline“ der Metro Group festgelegt, dass alle rechtlichen Verpackungsanforderungen des Empfängerlandes erfüllt werden müssen. Produkt- und Verbrauchersicherheit haben höchste Priorität, und Verpackungen dürfen keinen schädigenden Einfluss auf Produkt und Verbraucher haben. Alle Inhaltsstoffe und deren Migration müssen unterhalb der Grenzwerte liegen, das Verpackungsmaterial muss bis auf ein Minimum reduziert sein. In Zukunft kommt hinzu, dass das LCA (Life Cycle Assessment) der Verpackung in Kombination mit dem verpackten Gut die niedrigste Entropie ausweist und dass Kleber bzw. Leim und Druckfarben für Nonfood-Verpackungen ebenfalls für den Einsatz auf Lebensmittelverpackungen geeignet sein sollten. Ebenfalls im Fokus steht die Modularität (ISO 3394) von Transportverpackungen zur optimalen Raumausnutzung von Paletten, LKW und Regalen.

Ethischer Konsum noch am Anfang

Natürlich war auch der Product Carbon Footprint Thema: Dr. Klaus P. Stadler, Director Environment & Water Resources EU-Group bei Coca-Cola, war der Meinung, dass dieser sich nur bedingt zur Kennzeichnung von Produkten eigne. Die Bewertung eines Produktes allein auf Grundlage der Höhe seines verursachten CO2-Ausstoßes sei zu einseitig: Produkte und deren Verpackungen müssten deutlich differenzierter betrachtet werden. Zahlen und Fakten präsentierte Günter Birnbaum, Division Manager ConsumerScan Beverages, bei der GfK, einem der größten Marktforschungsunternehmen der Welt. Er beleuchtete, welche Rolle nachhaltige Verpackungen für eine möglichst breite Distribution im LEH spielen. Ganz klar: Die gesellschaftlichen Strukturen sind im Wandel. Er unterschied die „neuen“ Käufer als die „verantwortlich Engagierten“, die sich für Mensch und Natur einsetzen und die „kritisch Konsumierenden“, die auf die Ethik von Unternehmen achten. Die „fortschrittlichen Macher“ gehen neue Wege, um gesellschaftliche Verantwortung zu zeigen, und die „ich-zentrierten Genießer“ wollen, dass Staat und Unternehmen Kultur, Sport und Gesundheit fördern. Dem „eigenverantwortlichen Familienmenschen“ liegt vor allem sein näheres Umfeld am Herzen. Sie alle vereint der Wunsch nach Bio, Ökologie und Nachhaltigkeit, der mit Regionalität und Authentizität der Produkte einhergeht. Daher müssen Unternehmen die Relevanz von nachhaltigen Verpackungen erkennen und in konkrete Lösungen umsetzen. Aber: Der ethische Konsum steht noch am Anfang.

Was versteht der Konsument?

Und was genau versteht eigentlich der Verbraucher unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“? Schließlich soll er die nachhaltig produzierten Produkte ja kaufen. Das Thema ist also auch ein entscheidender Faktor in Marketing, Werbung und PR. Exklusiv auf dem Trendtag Glas präsentierte Prof. Dr. Jo Reichertz von der Universität Duisburg-Essen die Ergebnisse einer Befragung und zeigte Praxisbeispiele von Unternehmen, die das Thema bereits in ihre Kommunikation aufgenommen haben. Fazit: Auch wenn soziale, ökonomische und ökologische Werte für den Verbraucher zum immer wichtigeren Kaufkriterium werden, ist der Überbegriff „Nachhaltigkeit“ für viele noch immer viel zu abstrakt und kaum zu verstehen. So sind Unternehmen in der Pflicht, den Begriff „mit Leben zu füllen“ und die Werte entsprechend zu kommunizieren. Mit „Nachhaltigkeit“ zu werben wird in Zukunft unerlässlich sein.

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