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13 Ziffern sortieren die Welt
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13 Ziffern sortieren die Welt
Am 1. Juli 1977 wurde der Barcode eingeführt. Damit begann in der Einkaufswelt eine neue Zeitrechnung. Seit mehr als 30 Jahren also informiert das schwarz-weiße Balkenmuster auf den Verpackungen verschlüsselt über Produkt und Hersteller. Der Barcode ist nach wie vor die Basis für den elektronischen Datenaustausch zwischen Handel und Industrie – auch wenn neue Technologien in den Startlöchern stehen.
Ohne die Streifenoptik auf Cola-Dose oder Müsli-Packung geht im weltweiten Handel nichts. Vor 1977 musste noch jeder Artikel einzeln ausgezeichnet und der Preis an der Kasse eingetippt werden. Inzwischen funktioniert das alles nahezu überall auf der Welt automatisch, und der Kassenbon gibt – für uns heute längst selbstverständlich – Aufschluss über jeden Artikel und seinen Preis. Von der Bestellung der Waren per Computer über die sichere Identifikation bis zur ständigen Verfügbarkeit am POS: Mithilfe der international gültigen dreizehnstelligen Artikelnummer können die Unternehmen ihre Geschäftsabläufe nach wie vor perfekt aufeinander abstimmen.
Der Durchbruch
Entwickelt haben den Code zwei Amerikaner – und zwar bereits im Jahr 1949. Die BAN (Bundeseinheitliche Artikel-Nummerierung) wurde 1969 eingeführt, und 1974 wurde in den USA das erste Produkt, eine Packung Fruchtkaugummi, mit einem amerikanischen Barcode (Universal Product Code, UPC) verkauft. 1977 dann einigten sich 12 europäische Länder auf eine mit dem amerikanischen UPC kompatible einheitliche Europäische Artikelnummer (EAN): die Geburtstunde des Barcodes. Eine sinnvolle Verwendung für den neuen Strichcode gab es in den Zeiten von Preisschildchen und Etiketten-Pistolen jedoch noch nicht. Erst 1978 rüsteten einige Unternehmen ihre Märkte vereinzelt mit neuen Kassensystemen aus. Den Durchbruch erlebte der Barcode dann gegen Ende der 80-er Jahre als auch die Discounter und der Einzelhandel mitmachten. Mit der Zeit wurde aus der Europäischen dann die Internationale Artikelnummer. Im Jahr 1999 nutzten dann rund 870.000 Anwender weltweit EAN.UCC Standards.
Der Weg in die Zukunft
Doch der Fortschritt macht natürlich auch vor einer so erfolgreichen Entwicklung nicht Halt. Längst wird an den Standards von morgen gearbeitet: Dazu zählen zum Beispiel der Elektronische Produkt-Code (EPC), der die Radiofrequenztechnologie (RFID) zugrunde liegt. Das Auslesen erfolgt berührungslos und ohne direkten Sichtkontakt. Es ist davon auszugehen, dass der EPC in Kombination mit RFID die unter der Global Location Number (GLN) bereitgestellten Nummernidents – wie Global Trade Item Number (GTIN), EAN oder Nummer der Versandeinheit (NVE/SSCC) mittels Barcodes – mittelfristig ablösen wird. Im Gegensatz zum bestehenden Nummernidentsystem, die lediglich Produktklassen markieren, hat der EPC die Möglichkeit, jedes Endprodukt eindeutig zu identifizieren. Aus diesem Grund wurden einigen Nummernidents wie zum Beispiel dem GTIN (14-Stellige EAN-Nummer) eine Seriennummer angehängt, die sogenannte SGTIN. Entwicklungen, durch die auch das Thema „Smart Packaging“ immer mehr an Bedeutung gewinnt.
RFID in aller Munde
Aber auch wenn RFID-Kennzeichnungssysteme bereits seit Jahren in aller Munde sind, kann wohl niemand behaupten, dass die RFID-Tags die traditionellen Barcode-Labels schon verdrängt hätten. Der Barcode ist in vielen Prozessen der Logistik als wichtige Auto-ID-Technik etabliert und hält sich beharrlich. Er wird überwiegend entweder direkt auf die Verpackung der Objekte oder aber auf ein Etikett gedruckt, das an das Objekt geklebt wird. Bei allen Vorteilen der RFID-Technologie gilt ihr noch verhältnismäßig großes Volumen als hinderlich: Sie sind vergleichsweise unhandlich und schwer zu befestigen. Viel leichter lässt sich ein Transponder in bestehende Prozesse integrieren, wenn er ähnliche Eigenschaften wie die verwendeten Etiketten hat. Aus dieser Idee heraus und im Zuge der fortschreitenden Miniaturisierung der Bauteile wurden die Smart Label entwickelt.
Bei aller Etablierung und weltweiter Standardisierung der Barcodes sind die Vorteile der RFID-Technik nicht von der Hand zu weisen: Durch RFID-Tags können Etiketten deutlich mehr maschinenlesbare Informationen als nur Zahlen enthalten. Zudem können sie an den diversen Stationen entlang der Wertschöpfungskette ergänzt oder geändert werden und lassen sich deutlich schwieriger zerstören. Und während der Barcode-Leser noch Sichtkontakt benötigt, wird das UHF-RFID-Tag automatisch per Funk ausgelesen.
RFID ansich ist jedoch nicht neu, sondern nur die Produktionsverfahren. Das Neue stellen im Wesentlichen die Funktionalitäten der Produkte und die Zielmärkte dar. Als wichtiger Vorläufer der RFID-Technologie gelten die während des zweiten Weltkriegs in britischen Kampfflugzeugen eingesetzten Tags oder Transponder: koffergroß und sehr schwer. In den 60-er Jahren folgten die ersten Vorläufer im zivilen Bereich als Warensicherungssysteme. In den 70-er-Jahren dann wurden RFID-Systeme in der Landwirtschaft zur Tierkennzeichnung eingesetzt bevor in den 80-er Jahren vor allem die USA und einige skandinavische Länder die Technik für ihre Mautsysteme weiter entwickelten. Bis Ende der 90-er Jahre wurden in verschiedenen Ländern verschiedene Standards entwickelt, bis klar wurde, dass nur die Entwicklung eines globalen Standards sinnvoll sein kann. Es ist jedoch nach wie vor fraglich, ob die zunehmende Einführung von RFID den guten alten Barcode so schnell ablösen wird. Auch wenn grundsätzlich wertvolle neue Möglichkeiten der Identifikation entstehen, wird uns der Barcode schon allein aus Kostengründen sicher noch eine Weile erhalten bleiben.
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