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Schutzgasverpackungen im Kommen

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Schutzgasverpackungen im Kommen


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Im Frischebereich des Lebensmittel-einzelhandels ist der Anteil von MAP-Verpackungen in den letzten Jahren stark gestiegen. Zu den Vorzügen dieser Schutzgasverpackungen zählt nicht zuletzt eine deutlich verlängerte Haltbarkeit der verpackten Produkte. Ihr Einsatz erfolgt vor allem für Waren, die nicht vakuumiert werden können.

Durch das MAP-Verfahren (Modified Atmosphere Packaging) ist es gelungen, die Atmosphäre in Verpackungen dahingehend zu optimieren, dass die Qualität des Packguts über einen längeren Zeitraum hinweg gewahrt bleibt. Wie der Name schon sagt, sind diese Schutzgasverpackungen Folienverpackungen, die mit modifizierter Atmosphäre begast werden. Das sind in der Regel Kohlendioxid, Stickstoff und teilweise Sauerstoff. Die unschädlichen Schutzgase werden aus der Luft gewonnen und müssen hohe Reinheitsanforderungen erfüllen.

MAP-Verpackungen werden auf Tiefziehmaschinen oder Traysealern hergestellt. Die Tiefziehmaschinen verarbeiten Folien von der Rolle, die inline befüllt werden, während Traysealer vorgefertigte Behälter versiegeln. Polypropylen-Schalen bieten einen guten Schutz vor Wasserdampf. Für eine vollautomatische Maschinengängigkeit müssen sie einen planen und breiten Siegelrand haben, sich gut entstapeln lassen und eine hervorragende Boden- und Siegelrandplanlage aufweisen.

Der in der Verpackung vorhandene Sauerstoff wird für die Anwendung – je nach Maschine – vakuumiert oder gespült und dann rückbegast. Für die Schutzgasverpackungen werden Barrierefolien bzw. Verbundfolien eingesetzt. Abhängig vom Anforderungsprofil werden Hart- oder Weichfolien verwendet. Damit das Gas nicht aus der Packung entweicht, sind Barrierefolien mit einer auf das angegebene Haltbarkeitsfenster abgestimmten Barrierewirkung nötig. Neben hoher Transparenz ist ein ausgezeichnetes Anti-Fog-Verhalten wichtig, das eine Tropfwasserbildung an der Folieninnenseite und damit das Beschlagen verhindert. Durch das Schutzgas entsteht innerhalb der Packung ein gasgefüllter Raum, der dem Atmosphärendruck entgegenwirkt, so dass sich auch druckempfindliche Produkte ohne Beschädigungsgefahr mit langer Haltbarkeit verpacken lassen – und das ohne die Zugabe von Konservierungsstoffen.

Die Atmosphären-Anteile und ihre Wirkung

Stickstoff dient als Stützgas, füllt die Hohlräume und sorgt für den Ausgleich des Druckunterschieds zwischen innen und außen. Die Ware liegt also locker in der Packung, ist vor Deformation geschützt, Scheiben verkleben nicht, und der Saftaustritt wird minimiert. Das Kohlendioxid (CO2) löst sich in Wasser und bildet Kohlensäure (H2CO3). Beim Verpacken bildet sich an der Oberfläche wasserhaltiger Produkte ein leicht saurer, konservierender Film. Dieses saure Milieu hemmt das Wachstum der meisten Bakterien und Schimmelpilze. Beim Öffnen der Packungen bzw. beim Erhitzen verflüchtigt sich das Kohlendioxid. Eine hohe Sauerstoff-Konzentration verhindert darüber hinaus die Braunfärbung von Fleischoberflächen durch Desoxidation im Vakuum. Die frische Farbe bleibt also erhalten, Lebensmittel – wie zum Beispiel Obst und Gemüse – können „atmen“. Die gezielte Zuführung von Sauerstoff sorgt außerdem für ein wesentlich längeres Leben vieler Produkte, denn Gärung und ein Übermaß anaerober Bakterien lassen sich so verhindern.

Sinnvoll für vieles

Verpackungen unter Schutzatmosphäre sorgen also für eine längere Haltbarkeit der verpackten Produkte, verringern Ausschussmengen, lassen die Produkte appetitlicher aussehen und vermeiden den Einsatz von Konservierungsstoffen. Damit können sie die Produktivität erhöhen – und neue Märkte erschließen. Viele Produkte sind unter Schutzgas sinnvoll verpackt: Brötchen und Brotwaren zum Aufbacken, pasteurisierte Lebensmittel wie Pasta- oder Fertiggerichte, Frischfleisch, Wurstaufschnitt oder Käse in Scheiben, Würstchen, Frischkäse und geschnittenes Obst. Und natürlich das Frischfleisch, das seine appetitliche Farbe behält, die ein Hauptkriterium für die Verbraucher beim Kauf eines Stücks Fleisch darstellt. Erwartet wird eine frische rote bis hellrote Farbe, bräunlich-graue oder dunklere Farbtöne werden häufig mit „alt“ oder sogar „verdorben“ assoziiert.


Je dünner desto besser

Auch bei den Folien und Schalen gilt: Je dünner desto besser. Materialeinsparungen, Kompensation der höheren Rohstoffpreise und die Schonung von Rohstoff-Ressourcen stehen mehr denn je im Fokus. Darüber hinaus machen bioabbaubare Schalen und Folien von sich Reden. Besonders gute Erfahrungen gibt es mit PLA, das wasserfest und thermoplastisch verarbeitbar ist. Auch die optische Anmutung hat sich inzwischen stark verbessert. Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen sind in diesem Bereich ebenfalls stark im Kommen.

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