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Kunststoffindustrie kämpft sich durch die Krise

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Kunststoffindustrie kämpft sich durch die Krise


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Mit dem Ziel, die gemeinsamen Interessen von Kunststoff-erzeugern, -verarbeitern und Maschinenbauern zu vertreten, wurde jetzt die Wirtschafts-vereinigung Kunststoff (WVK) gegründet. Die internationale Kunststoffindustrie wurde von der globalen Wirtschaftkrise mit voller Wucht getroffen – eine zarte Aufhellung der Stimmung ist jedoch ganz allmählich spürbar.

Gründungsmitglieder des neuen Verbandes sind PlasticsEurope sowie der deutsche Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie, der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA und die BKV Plattform für Kunststoff und Verwertung. Allein in Deutschland zählt die Kunststoffindustrie mit einem Umsatz von über 84 Milliarden Euro und rund 394.000 Beschäftigten in über 3.700 Unternehmen zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige. „Die deutsche Kunststoffindustrie ist die Nummer 2 in Europa“, sagte der Gründungsvorsitzende der WVK Dr. Reinhard Proske. „Wir wollen als Sprachrohr für die gesamte Wertschöpfungskette Kunststoff gegenüber Politik und Öffentlichkeit agieren.“ Die WVK möchte ihre inhaltlichen Schwerpunkte vor allem in die Bereiche Energie und Rohstoffe, Umwelt und Verbraucherschutz sowie Forschung, Innovation und Bildung legen. Auch das Thema Mittelstandsförderung wird im Mittelpunkt stehen.


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Kunststofferzeuger hart getroffen

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat nicht nur die Kunststofferzeuger in Europa hart getroffen. Kunststoff ist ein Querschnittsmaterial, das massiv von der schwierigen Lage der unterschiedlichen Industrien der Kunden betroffen ist. „Wir erlebten im Jahr 2008 ein nie gesehenes Wechselbad zunächst extrem hoher und dann sinkender Rohstoffkosten, einer boomenden und dann partiell zusammenbrechenden Nachfrage und von Preisen, die von diesen beiden Seiten massiv unter Druck standen.“ Im Umkehrschluss müsste die Kunststoffindustrie dann aber auch von einer konjunkturellen Besserung stark profitieren. Damit rechnet man aber nicht vor dem Jahr 2010.
Für das erste Quartal 2009 verzeichnen die deutschen Kunststofferzeuger einen Umsatzrückgang von 35,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Kunststoffverarbeitung weist für den gleichen Zeitraum Umsatzeinbußen in Höhe von 19,8 Prozent aus, und auch der Umsatz im Kunststoff- und Gummimaschinenbau ging mit 27 Prozent ebenfalls stark zurück.

Freier Fall beendet

Die drastischen Rückgänge in Umsatz und Produktion für die seit Jahrzehnten wachsende Kunststoffindustrie markieren einen historischen Einschnitt. Dennoch warnt die WKV vor langfristiger Schwarzmalerei. „Erste Anzeichen auf dem Markt deuten darauf hin, dass sich die Situation, wenn auch auf äußerst niedrigem Niveau, stabilisiert“, meint Proske. Mit einem nachhaltigen Aufschwung sei in diesem Jahr allerdings noch nicht zu rechnen.
Dieser Meinung ist auch Hans-Theodor Kutsch, Chef der Albis Plastics GmbH und stellvertretender Vorsitzender von PlasticsEurope. Er sagte in einem Interview, dass sich die weit fortgeschrittene Konsolidierung in der Kunststoffdistribution wohl noch weiter fortsetzen werde. Die Talsohle sei jedoch erreicht, natürlich auf unbefriedigendem Niveau. Aber der freie Fall sei beendet. Er verwies auch auf die nicht überall gleich dramatische Lage im Ausland: Schweden, Österreich und viele osteuropäische Länder seien von der Krise so gut wie gar nicht betroffen. Länder wie England, Spanien und Frankreich hingegen sehr. Seiner Meinung nach wird sich das Deutschlandgeschäft im vierten Quartal dieses Jahres erholen. Sorge bereitet allerdings die Befürchtung, dass die Umstellung von der Kurzarbeit in vielen Unternehmen zu betriebsbedingten Kündigungen führen könnte. Dies wiederum würde einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen bedeuten – und damit auch das Konsumverhalten beeinflussen. Er hoffe, dass die Binnennachfrage bereits nach den Sommerferien, die Export antreibende Nachfrage aus dem Ausland vermutlich 2010 wieder anziehen werde.


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Kunststoffindustrie setzt auf K 2010

Hoffnung wecken auch die Vorbereitungen zur nächsten K, der Nr.1 für Kunststoff und Kautschuk weltweit: Trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen meldet die Messe Düsseldorf GmbH als Veranstalterin der K 2010, dass alle 19 Messehallen ausgebucht seien. Die namhaften Unternehmen der Branche hätten ihre Teilnahme zugesagt. Insgesamt werden 3.000 Aussteller an der weltweit führenden Fachmesse teilnehmen.

Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, freut sich: „Gerade in der jetzigen Zeit, in der sich die Kunststoff- und Kautschukbranche weltweit mit enormen Einbrüchen konfrontiert sieht, wissen wir das vertrauensvolle Bekenntnis der Unternehmen zu ihrer Leitmesse überaus zu schätzen. Uns alle trägt die Zuversicht, dass im Oktober nächsten Jahres die Talsohle durchschritten ist und der Markt sich wieder in seiner Stärke und Vielfalt präsentieren wird. Seitens der Messe Düsseldorf werden wir alles dafür tun, dass die K 2010 zum geschäftlichen Aufschwung aller beteiligten Unternehmen beitragen wird.“

Eine von Plastics Europe e.V. und der Messe Düsseldorf organisierte Sonderschau „Visions in Polymers“ soll das Angebot der ausstellenden Unternehmen ergänzen. Die K 2010 findet vom 27. Oktober bis 3. November 2010 in Düsseldorf statt.

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