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Recyceltes Polyethylen: Beste Umweltindikatoren bei Müllbeuteln
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Recyceltes Polyethylen: Beste Umweltindikatoren bei Müllbeuteln
Im August dieses Jahres veröffentlichte das ifeu-Institut in Heidelberg die Ergebnisse einer neuen Ökobilanz zu Restmüllbeuteln. Das Ergebnis: Müllbeutel aus recyceltem Polyethylen sind allen anderen Materialien überlegen.
In der aktuellen Ökobilanz wurden die Umweltwirkungen von Müllbeuteln für den Restmüll aus Primär-PE (Polyethylen) und aus vollständig oder teilweise rezykliertem PE miteinander verglichen. Daneben wurden die Umweltwirkungen von Müllbeuteln aus biologisch abbaubaren Materialien untersucht, die aktuell im französischen und deutschen Handel verkauft werden – mit dem Ziel, die zukünftigen umweltbezogenen Potenziale von „Biobeuteln“ einschätzen zu können. Auftraggeber waren europäische Unternehmen, die Müllbeutel aus verschiedenen Materialien herstellen und vertreiben.
Je dünner, desto besser
Die wesentlichen Beiträge zu den Umweltwirkungsprofilen der untersuchten Müllbeutel stammten laut ifeu aus der Rohmaterialproduktion. Die Beiträge aus der Verarbeitung zu Müllbeuteln und dem Transport zu den Verkaufsstellen sei wesentlich weniger relevant. Lediglich die Müllverbrennung im Anschluss an die Restabfallsammlung lieferte auf Grund der dabei freigesetzten CO2-Emissionen wichtige Beiträge zur Wirkungskategorie „Klimawandel“. Entsprechend sei die Umweltleistung aller Müllbeutel-Typen umso besser je dünner – und damit leichter – sie sind. Die funktionellen technischen Anforderungen setzen der Gewichtsreduktion allerdings Grenzen. Diese wiederum sind vom verarbeiteten Material abhängig.
Für die Studie wurde eine Reihe von Umweltwirkungskategorien verwendet, um die Umwelteigenschaften der untersuchten Müllbeutel einzuschätzen. Es wurden Indikatoren gewählt, die in europäischen Ökobilanzen weithin verwendet werden. Das ist zum einen die reccourcen-bezogene Kategorie „fossile Ressourcen“, die sich auf den Abbau fossiler Energie-Ressourcen bezieht. Desweiteren gab es die emmisions-bezogenen Kategorien wie „Klimawandel“, „Photooxidantienbildung“ und Versauerung. Auch die terrestrische bzw. aquatische Eutrophierung, d.h. alle Belastungen durch überhöhte Nährstoffzufuhr in Ökosysteme wie Böden oder Gewässer, wurden berücksichtigt.
Umweltfreundliche PCR-Müllbeutel
Als Fazit stellte das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) fest, dass Müllbeutel aus echtem PCR (Post Consumer Recyclate) insgesamt die besten Umweltwirkungsprofile haben und damit das umweltfreundlichste Rohmaterial für Müllbeutel darstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass die PCR-Beutel mit ähnlichen Folienstärken wie PE-Beutel hergestellt werden und die funktionell-technischen Anforderungen erfüllen. Auf Platz zwei folgten die Restmüllbeutel aus Polyethylen-Neuware. Damit waren die Polyethylen-Materialien sogar in den emissionsbezogenen Kategorien – wie zum Beispiel dem CO2-Ausstoß – überlegen.
Die derzeitig im Markt befindlichen Biobeutel, also die so genannten biologisch abbaubaren Müllbeutel, hätten weniger günstige Umweltwirkungsprofile gezeigt als die in der Ökobilanz untersuchten PE- und PCR-Beutel, heißt es. Die Nachteile der Bio-Beutel erklärten sich vor allem durch die recht hohe Folienstärke und die damit verbundene Materialmenge in Verbindung mit dem relativ hohen Gehalt fossiler Rohstoffe. (In diesem Zusammenhang wurde explizit darauf hingewiesen, dass die BASF die von ihr hergestellten Biokunststoffe in Biobeuteln nicht für die Restabfallsammlung empfiehlt, sondern ausschließlich für Bio-Müll.)
Verbesserungen erwartet
Speziell bei Biobeuteln sind jedoch in Zukunft weitere Verbesserungen zu erwarten. Diese sollen vor allem durch die Errichtung von größeren Produktionsanlagen und weiteren Gewichtsreduktionen durch optimierte Produkteigenschaften erreicht werden. Auf der anderen Seite wies das ifeu-Institut darauf hin, dass bei keinem der hierzu durchgeführten Optimierungsszenarien absehbar war, dass die Umweltperformance der im Augenblick verwendeten PE-Beutel dadurch übertroffen würde.
Aus Sicht der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. zeigten diese wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass Diskriminierungen herkömmlicher Kunststoffe im Rahmen von gesetzgeberischen Maßnahmen - wie sie zwischenzeitlich in Frankreich geplant wurden – nicht gerechtfertigt seien.
Das ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung wurde vor über 30 Jahren gegründet und beschäftigt etwa 50 Mitarbeiter. Die Fachkompetenz schließt Gebiete wie Transport, Energieversorgung und erneuerbare Energien, Ökobilanzen, Luftreinhaltung, nachhaltige Entwicklung, Umweltwirkungsabschätzung und Umweltmanagement mit ein.
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