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Chinas Maschinenbauer erobern die Welt


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Von der Weltwirtschaftskrise ziemlich unbeeindruckt zeigte sich der chinesische Maschinenbaumarkt – und startete so auch voller Dynamik ins Jahr 2010. Produktion und Umsätze steigen exorbitant, und die chinesischen Unternehmen werden eine immer härtere Konkurrenz für den Rest der Welt.

Wie die Germany Trade and Invest (gtai) mitteilt, war der Start der chinesischen Maschinenbauer ins Jahr 2010 fulminant. Allein im ersten Quartal erhöhte sich die Bruttoproduktion um 42,3 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Alle Segmente liegen inzwischen wieder stark im Plus: Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen beispielsweise legten um 24,9 Prozent zu, Werkzeugmaschinen sogar um 41,3 Prozent.

Der Maschinenumsatz der größten maschinenproduzierenden Länder hat im Jahr 2009 aufgrund der weltweiten Krise um real etwa 19 Prozent abgenommen. In Europa wird der Maschinenumsatz 2009 voraussichtlich um ein Viertel, in den USA um rund ein Fünftel geschrumpft sein, so die Berechnungen des deutschen Branchenverbandes VDMA. Der japanische Maschinenbau, der mit seiner Produktpalette sehr stark auf Standardmaschinen fokussiert ist, musste 2009 einen Umsatzeinbruch von 40 Prozent verkraften. Der chinesische Maschinenbau konnte hingegen ein Plus von zehn Prozent verbuchen.

Rekordjahr 2010

Den Aufschwung tragen die großen Abnehmerbranchen und der steigende Export. Die Kunden investieren wieder kräftig in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Kapazitäten. Diese Dynamik zeigen auch die aktuellen Produktionszahlen der Abnehmersektoren: vom Schiffbau mit einem Plus von 92,4 Prozent im ersten Quartal bis hin zu Stahl (+ 24,5%) und Kunststofferzeugnissen, deren Ausstoß immerhin um 20,7 Prozent stieg. Hinzu kommen die schnell wachsenden Zukunftsmärkte im eigenen Land und die sich rasant entwickelnde technologische Qualifikation der chinesischen Unternehmen. Der Binnenmarkt wächst ebenfalls sehr schnell und wird zunehmend von den nationalen Unternehmen versorgt.

Auch für den eigenen Export braucht China Qualitätsprodukte. Und dazu streben die Unternehmen auch Kooperationen mit westlichen Partnern an. So steigt das Niveau der chinesischen Produktion stetig. Die chinesischen Unternehmen arbeiten in vielen Bereichen längst auf Augenhöhe mit westlichen oder japanischen Unternehmen und entwickeln sich sehr schnell weiter. Alle Zeichen weisen auf ein Rekordjahr 2010 für die VR China hin. Mit Umsätzen von umgerechnet wohl deutlich über 300 Milliarden Euro im Jahr 2010 wird der chinesische Maschinenbau seine globale Führungsposition noch weiter ausbauen. Diese Zahlen ermittelte eine aktuelle Studie von AlixPartners. Auch Germany Trade and Invest geht davon aus, dass die chinesische Produktion von Maschinen und Anlagen 2010 erneut zweistellig zulegen wird.

Konkurrenz und Chance

Damit wird das Reich der Mitte zu einer großen Konkurrenz für die jahrelang führend gewesenen Maschinenbaunationen wie Deutschland, Japan und die USA. Inzwischen ist der chinesische Maschinenbau Weltmarktführer. Damit steigen aber auch die Chancen für die westlichen Länder, in den Markt einzusteigen. Die Importe haben sich in China seit 2001 mehr als verdoppelt. Und Dr. Manfred Wittenstein, Präsident des VDMA sagte der deutschen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Ohne China hätte uns der Abschwung viel schlimmer getroffen. Das Land hat gewaltig an Bedeutung gewonnen.“ So werden hochwertige und teurere Erzeugnisse im chinesischen Maschinenmarkt stärker nachgefragt. Allerdings gingen die Maschinenimporte der VR China 2009 erstmals seit vielen Jahren zurück: Sie sanken im Vergleich zu 2008 um 12,5 Prozent auf 89,3 Milliarden US-$. Am schwersten von dieser Entwicklung getroffen wurde Japan. Deren Exporte nach China gingen im vergangenen Jahr um 19,4 Prozent auf 21,3 Milliarden US-$ zurück. Auch die Lieferanten aus Deutschland und den USA mussten Einbußen verkraften: So schrumpften die chinesischen Importe aus den USA um 14,1 Prozent auf 11,5 Milliarden US-$, aus Korea um 5,3 Prozent auf 7,1 Milliarden US-$ und aus Deutschland um 3,5 Prozent auf 18,9 Milliarden US-$. Die italienischen Maschinenexporte nach China hingegen stiegen um 4,8 Prozent auf 4,7 Milliarden US-$.

Im ersten Quartal 2010 stiegen die chinesischen Maschinenimporte jedoch wieder, allerdings noch nicht in allen Sektoren: Gewinner sind derzeit die Textilmaschinen (+86 %), auch Druckmaschinen werden vermehrt nachgefragt (+69,0%). Größter Verlierer waren bei dieser Entwicklung die Papiermaschinen (-34,8 %), und auch bei den Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen bleibt die Situation mit einem Minus von 11,3 Prozent schwierig.

Das chinesische Finanzministerium veröffentlichte jüngst Maschinenkataloge, aus denen hervorgeht, dass Peking den Import bestimmter Technologien fördern will und bei vielen Maschinenbau-Erzeugnissen die Einfuhrumsatzsteuern und Zölle abschaffen will. Eine große Rolle spielt die Umwelttechnik.

Dennoch fürchten die Experten viele Risiken und niemand weiß, wie nachhaltig der aktuelle Boom wirklich ist. Auch das nach wie vor bestehende Problem der Produkt- und Markenpiraterie, der erzwungene Technologietransfer und die intransparenten Rahmenbedingungen der chinesischen Export- und Innovationsförderung führen weiterhin zu Verunsicherung.

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