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Talsohle der Krise ist überwunden: Behälterglasindustrie zieht positive Bilanz für das 1. Halbjahr 2010
29.07.2010
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch Auswirkungen auf die Behälterglasindustrie in Deutschland gezeigt. Zwar konnte sie das Jahr 2009 im Vergleich zu anderen Segmenten der Glasindustrie mit einem vergleichsweise geringfügigen Minus von 3,7 Prozent im Umsatz abschließen. Der Absatz ging jedoch um 7,2 Prozent im Vergleich zu 2008 zurück. Die Ursache lag neben der schlechten Konjunktur vor allem im Lagerabbau auf Kundenseite. Nach einem schwachen Start in das Jahr 2010 scheint die Talsohle nun allerdings überwunden. Der Absatz konnte im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf ein nominales Produktionsvolumen von rund 1,9 Millionen Tonnen gesteigert werden. Die Absatzmenge in Stück legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 4,5 Prozent zu. „Wir erleben derzeit eine Art Glasrenaissance“, beobachtet Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Glasindustrie e.V. „Viele Verbraucher fragen Glas aktiv nach und der Markt reagiert darauf.“ Diese Tendenz lässt sich vor allem am Markt für Softdrinks und Mineralwässer belegen. Der Absatz stieg in diesem Segment um rund 30 Prozent im Vergleich zum 1. Halbjahr 2009.
Hohe Nachfrage kann zu Lieferverzögerungen führen
Jetzt im Sommer steigt der Absatz in einigen Bereichen weiter. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage muss die Behälterglasindustrie sogar Engpässe befürchten. „Einige unserer Kunden haben die Nachfrage – vor allem im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft – unterschätzt. Infolgedessen wurden Bestellungen nicht oder sehr spät abgegeben. Vor allem im Biersegment kann es daher in den nächsten Wochen zu Lieferverzögerungen kommen“, erläutert Dr. Overath. Denn die Behälterglasindustrie benötigt einen gewissen Vorlauf, der dem Produktionsprozess geschuldet ist.
Starkes Wachstum bei Glasverpackungen für Kosmetik
Getränkeflaschen haben mit 66 Prozent und insgesamt 1,3 Millionen Tonnen den größten Anteil an der Behälterglasproduktion des ersten Halbjahres 2010. Bei Konserven- und Verpackungsgläsern für Lebensmittel verzeichnen die Behälterglashersteller dagegen ein Volumen von rund 0,5 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Anteil von rund 25 Prozent. Die verbleibenden 9 Prozent entfallen auf das Segment Pharma und Kosmetik. Dort lag das Produktionsvolumen bei rund 160.000 Tonnen. Dabei legte vor allem der Kosmetikbereich auffallend zu: Das Produktionsvolumen stieg hier in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um satte 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die aktuellen Zahlen stimmen die Behälterglasindustrie für die nächsten Monate optimistisch: „Wir freuen uns, dass in einzelnen Segmenten ein regelrechter Glas-Boom ausgelöst wurde und blicken zuversichtlich in die Zukunft“, so Dr. Overath.
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