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Krisenfest: Gesundheit am Golf


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Das Wachstum der Gesundheitsbranche in der Golfregion scheint gegen Wirtschaftskrise und die Negativpresse Dubais immun. Im Mittleren Osten sind Investitionen in Höhe von vielen Milliarden Dollar geplant: Bis 2020 wird dem Geschäft mit der Gesundheit in der Region eine Größenordnung von bis zu 55 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
Immer mehr Scheichtümer und Länder am Golf verbessern ihr Angebot an medizinischer Versorgung. Die Lebenserwartung der einheimischen Bevölkerung wächst, die medizinischen Ansprüche nehmen zu und die Menschen werden von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck nicht länger verschont. Der Gesundheitsmarkt in Bahrain, Qatar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den VAE soll in den kommenden zwölf Jahren um durchschnittlich neun Prozent pro Jahr wachsen. Kurzum: Dem Geschäft mit der Gesundheit sind stabile Expansionsraten sicher. Diese Fakten erhob jetzt die Germany Trade and Invest (gtai).

Allein in Saudi-Arabien soll die Zahl der Kliniken bis 2015 um 30 Prozent steigen, aber auch die anderen arabischen Golfstaaten sowie der Irak und die Maghrebstaaten bauen ihre Gesundheitssysteme aus. Neben den Bereichen wie Medizintechnik, Krankenhausbau, Ausbildung und Gesundheitstourismus zählt die gesamte Pharmaindustrie damit zu den Wachstumsbranchen der arabischen Welt schlechthin. 2,1 Prozent des weltweiten Verbrauchs an Pharmaka entfällt derzeit auf die Region. Das entspricht einem Volumen von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

Behandlung im Ausland

Noch immer verlassen viele Patienten die Region, um sich vor allem in den USA, in Großbritannien oder Deutschland qualitativ hochwertiger behandeln zu lassen. Doch die Scheichtümer und Länder am Golf halten zunehmend dagegen und weiten das eigene Angebot vor Ort aus. Dennoch zeigt sich in den einzelnen Staaten der Region noch ein von den westlichen Industrieländern stark abweichendes Bild: In vielen Golfstaaten gibt es einen extrem hohen Anteil ausländischer Arbeitnehmer, die, wenn sie älter werden, erkranken oder nicht mehr arbeitsfähig sind, in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden. Bei den Einheimischen gibt es währenddessen einen immer größeren Anteil junger Menschen, während die Lebenserwartung der Älteren wächst.

Nationale Versorgung

Als Beispiel nennt die gtai die „Dubai Healthcare City“, die dank ihrer modernen Gesundheitseinrichtungen mehr Golfaraber anzieht und auch zunehmend westliche Arbeitnehmer vor Ort behandelt. Nach offiziellen statistischen Angaben gibt es in den VAE aktuell 19 öffentliche Krankenhäuser, 51 private Krankenhäuser und 915 Privatkliniken – davon alleine 667 im Emirat Dubai. Das gesamte Gesundheitssystem befindet sich im Umbruch, und in den kommenden Jahren wird in allen GCC-Staaten kräftig in die gesundheitliche Infrastruktur investiert werden. Abu Dhabi hat vor wenigen Jahren als erstes VAE-Emirat alle Arbeitgeber verpflichtet, ihre Angestellten – zumindest für eine Grundversorgung – krankenzuversichern.


2006 haben die Gesundheitsausgaben in den GCC-Staaten pro Kopf 630 US-Dollar betragen. Sie betrugen im gleichen Zeitraum 3.330 US-Dollar in Großbritannien, in den USA sogar 6.720 US-Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Wachstumspotenzial der nächsten Jahre in der Region, das auch alle an den Pharmamarkt angrenzenden Industrien betrifft.

Wachstum weltweit

Nach einer aktuellen Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) gilt die Wachstumsprognose nicht nur für die Golregion: Der Markt für Medizintechnik soll in den Industrieländern wie den USA und Westeuropa bis 2020 jährlich um vier, in den Schwellenländern sogar um mehr als zehn Prozent wachsen. Gerade in Ländern wie Brasilien, Indien und China sorgen vor allem Bevölkerungswachstum und steigendes Pro-Kopf-Einkommen für eine zunehmende Nachfrage. In den Industrieländern führt vor allem die demografische Entwicklung zu einer Nachfragesteigerung.

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