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Aus der Messe
INTERPLASTICA 2010: Aussteller spüren positive Bewegung im russischen Markt
08.02.2010
Verlauf der internationalen Messe für die Kunststoff- und Kautschukindustrie in Moskau über den Erwartungen
Es komme wieder Bewegung in den russischen Markt, so der durchgängige Tenor zur INTERPLASTICA 2010, Internationale Fachausstellung Kunststoff & Kautschuk, der führenden Fachmesse der Region. Die 13. INTERPLASTICA fand vom 26. bis 29. Januar 2010 auf dem Moskauer Messegelände Krasnya Presnya erneut zeitgleich zur Verpackungs-Fachmesse UPAKOVKA/UPAK ITALIA statt. Die insgesamt rund 800 Aussteller belegten zusammen etwa 15.000 Quadratmeter reine Ausstellungsfläche.
Die optimistische Stimmung war nicht zuletzt Ergebnis einer guten Besucherresonanz von 21.000. Dabei lag die Qualität der Gespräche über den Erwartungen der ausstellenden Unternehmen, die sich vor allem von den konkreten Anfragen und Investitionsabsichten der Besucher angetan zeigten. Zwar sei dies noch keine Garantie für eine Rückkehr zur alten Marktdynamik, aber dennoch ein optimistisch stimmendes Zeichen. Die vorangegangenen Monate waren als Folge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise durch ein schwieriges konjunkturelles Klima mit deutlichem Auftragsrückgang geprägt gewesen.
"Die konjunkturelle Talsohle scheint nun durchschritten und es geht offensichtlich langsam wieder aufwärts für den russischen Markt. Davon profitieren insbesondere die Unternehmen, die auch die schwierige Phase für mittel- und langfristige Geschäftsanbahnung beziehungsweise Kundenpflege genutzt haben. Die INTERPLASTICA bietet dafür die ideale Plattform", so Erhard Wienkamp, als Mitglied der Geschäftsleitung Messe Düsseldorf zuständig für die Auslandsmessen.
Die INTERPLASTICA wird von der Messe Düsseldorf und ihrer Tochtergesellschaft OOO Messe Düsseldorf Moskau veranstaltet. Maschinenbauer, Rohstofferzeuger, Produzenten von Erzeugnissen aus Kunststoff und Kautschuk, Logistikunternehmen sowie Dienstleister präsentierten ihr Angebot. Offiziell geförderte Länderbeteiligungen waren aus Deutschland, Italien, China, Österreich, Taiwan, Frankreich sowie Portugal vertreten. Unter allen beteiligten Nationen waren deutsche (135), russische (129) und italienische (61) Unternehmen zahlenmäßig am stärksten präsent. Insgesamt nahmen Anbieter aus 28 Ländern an der INTERPLASTICA teil, die den Besuchern einen umfangreichen Angebotsquerschnitt präsentierten.
Russland bzw. Osteuropa ist mit Platz drei im Exportranking nach wie vor einer der bedeutendsten Märkte für die deutschen Anbieter von Kunststoff- und Gummimaschinen. In den ersten drei Quartalen 2009 wurde laut Zahlen des VDMA Equipment im Gegenwert von 96,7 Mio. Euro Russland exportiert. Dies entsprach einem Einbruch von beinahe fünfzig Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor der weltweiten Krise war der Absatz in die Region durch jahrelanges stetiges Wachstum gekennzeichnet. Bernd Nötel vom VDMA Fachverband Kunststoff und Gummimaschinen bestätigt jedoch die Zeichen für eine Trendwende: "Die positive Grundstimmung zur INTERPLASTICA – übrigens auch bei vielen Erstausstellern – ist nicht nur im psychologisch wichtigen Jahr der weltweit größten Messe der Branche, der K, von großer Bedeutung. Sie zeigt auch, dass die russischen Abnehmerbranchen weiter sehr an Investitionen in moderne Technik interessiert sind, um im Wettbewerb den Anschluss zu halten. Eine Schlüsselfrage bleibt allerdings die Finanzierung der Investitionsvorhaben."
Alessio Fineo vom italienischen Maschinenbauverband Assocomaplast bestätigt – wenn auch etwas verhaltener – den Eindruck seines deutschen Kollegen: "Zwar ist die Anzahl der italienischen Aussteller im Vergleich zum letzten Jahr gesunken, aber die Unternehmen, die dieses Jahr teilgenommen haben, berichten von qualitativ hochwertigen Kontakten und zeigen sich zufrieden. Insgesamt scheinen die Anzeichen auf eine Besserung zu deuten, aber die Abnehmerbranchen sind zu diversifiziert für ein allgemeingültiges Urteil. Beispiel für eine recht krisenresistente Entwicklung ist der Medizinbereich.“ Auch für die italienischen Unternehmen der Branche ist der russische Markt von wesentlicher Bedeutung: Sie stehen an zweiter Stelle der Lieferanten für die Region.
Die nächste INTERPLASTICA findet vom 25. bis 28. Januar 2011 erneut parallel zur UPAKOVKA/UPAK ITALIA in Moskau statt. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.interplastica.de und bei der Messe Düsseldorf GmbH, Ayfer Kurt, Tel. 0211/4560-7768, Email: KurtA@messe-duesseldorf.de
Ausstellerzitate INTERPLASTICA 2010
Kautex Maschinenbau GmbH, Hubert Moritz, Sales Director
"Bisher sind wir sehr zufrieden mit der Messe. Wir hatten mehr Besucher als erwartet. Man muss derzeit allerdings noch kompromissbereit gegenüber den Kunden sein, etwa wenn es um flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten geht."
Windmöller & Hölscher Vostok, Vasilij Novoselov, General Director
"Bei uns war der Stand immer voll und das ist ein gutes Zeichen, da war es im letzten Jahr deutlich ruhiger. Eine Prognose zu wagen ist sehr schwierig, aber unsere Kunden sind etwas optimistischer als noch vor einiger Zeit."
AZO GmbH + Co. KG, Wolfgang Schmitt, Geschäftsbereichsleitung AZOPoly
"Die Anfragen unserer Besucher werden konkreter und es zeichnet sich eine leichte Besserung ab. Das erkennt man daran, dass ehemals gestoppte Projekte nun von unseren Kunden wieder angegangen werden. Die schwierige Finanzierung bleibt aber vorerst noch ein Thema."
Mikrosan, Berkay Sönmez, International Trading Director
"Nach einem ruhigen ersten Tag waren wir am zweiten Messetag richtig gut besucht. Die Krise scheint unsere Kunden nun etwas weniger zu beeinflussen als vorher. Wir hoffen nun auf ein gutes Jahr 2010."
Brückner Maschinenbau GmbH & Co KG, Karl Zimmermann, Sales Director
"Unser Eindruck der Messe ist gut bisher. Zwar sind wir noch nicht ganz aus dem Tal der Tränen heraus, aber wir sind zuversichtlich, dass sich dies in den kommenden Monaten ändern wird. Die Tendenz ist jedenfalls positiv. Das haben wir hier dadurch erfahren, dass sich unsere Kunden wieder mit neuen Themen und Projekten befassen. Wesentlich ist allerdings, dass ihre Finanzierungsprobleme zukünftig gelöst werden können. Wichtig ist es übrigens gerade in Russland, auch in schwierigen Zeiten präsent zu sein und Kundenpflege zu betreiben. Erst dann zu kommen, wenn es schon aufwärts geht, ist da der falsche Ansatz."










