Wein für unterwegs aus PET Gläsern. © HEBA Food & Beverages

Wein für unterwegs aus PET Gläsern. © HEBA Food & Beverages

Verpackungstrends im Bereich Wein - Plastikflaschen immer beliebter

Wine to go: Einfach Lasche abziehen und genießen! © HEBA Food & Beverages

Wine to go: Einfach Lasche abziehen und genießen! © HEBA Food & Beverages

 2010 stellte Marks & Spencer das komplette Sortiment Kleinflaschen auf PET um.  Lange Zeit galten edle Tropfen nur als wirklich edel, waren sie in Glasverpackungen mit 0,75 Liter Fassungsvermögen und Naturkork abgefüllt.

Mittlerweile werden auch unter Kennern PET-Flaschen mit Kunststoffverschluss nicht mehr als Zeichen niederer Qualität des Inhalts angesehen. Steigende Ansprüche an Umweltschutz und ein prognostizierter Mangel an Naturkork lassen den Absatz der Plastikflaschen für Wein weiter ansteigen.

In Deutschland dominiert die klassische Glasflasche – wie sieht es in anderen Ländern aus?

Unzerbrechlich und von geringem Gewicht: Eine 0,7-Liter-PET-Flasche wiegt mit rund 50 Gramm nur ein gutes Zehntel ihres Pendants aus Glas. Fluggesellschaften weltweit greifen daher gern auf Wein in Plastikverpackungen zurück, doch auch am Boden nimmt der Absatz von Wein in PET-Flaschen zu.

Scheinen deutsche Verbraucher dennoch ein wenig skeptisch, sind andere Nationen bereits einen Schritt weiter:

  • Spanien / Südafrika: Das spanische Weingut ‚Bodega Matarromera’ gilt als Vorreiter im Abfüllen von Premium-Weins in Plastikflaschen. In Südafrika ersetzt das ‚Welmoed Wine-Estate’ nach und nach seine traditionsreichen 750 ml-Glasflaschen durch Bag-in-Box-Lösungen.
  • Großbritannien: Supermarktriese ‚Marks & Spencer’ verkauft seit bereits gut sechs Jahren sämtliche 0,25 Liter Weinflaschen seines Sortiments ausschließlich in PET.
  • USA: In den Vereinigten Staaten stehen 187 Milliliter Weinflaschen im Viererpack hoch im Kurs. Die Verpackung besteht aus einer geschmacksneutralen Innen-, einer reißfesten Mittel- sowie einer bedruckbaren Hochglanz-Außenschicht.
  • Australien, Neuseeland, Skandinavien: In Down Under ebenso wie im europäischen Norden liegen die Umsatzzahlen von Weinschläuchen im Pappkarton bei mehr als 50 Prozent.

Pro & Contra

Gegner der Kunststoffflaschen verweisen auf höhere UV-Einstrahlung und Sauerstoffmigration, durch die der Geschmack und damit die Qualität des alkoholischen Getränkes beeinflusst sowie dessen Haltbarkeit reduziert würden. Nach Analysen der Forschungsanstalt Geisenheim indes könne mittels moderner Verfahren die Gasdichte der inneren Beschichtung verbessert, und damit eine Geschmacksneutralität gewährleistet werden. Darüber hinaus garantierten luftdichte Verschlüsse bei angebrochenen Verpackungen sogar eine längere Haltbarkeit gegenüber Glas. Für den Wein aus PET sprechen die Recyclingfähigkeit, geringe Kosten bei Produktion und Transport, Platzersparnis bei der Lagerung. Für den Verbraucher entstehen direkte Vorteile durch die Leichtigkeit des Materials und die Möglichkeit, Wein auch dort zu konsumieren, wo Glasflaschen verboten sind; beispielsweise bei Konzerten oder Festivals.

Weitere Trends im Bereich Wein

Neben Kunststoffflaschen werden auch andere Verpackungslösungen immer beliebter. Auf der ProWein in Düsseldorf präsentierten im März 2016 über 6.000 Aussteller auffällige Neuheiten einem internationalen Publikum.

Bag-in-Box

3-5 Liter Wein im Schlauch, handlich im Karton mit Tragegriff verpackt. Diese Form der Verpackung ist schon 30 Jahre alt. 1955 erfand der US-Chemiker William R. Scholle den Schlauch aus Plastik oder Aluminium mit Zapfhahn im Karton. Die Beliebtheit der Weinkartons ist in Deutschland noch zurückhaltend; in Ländern wie Großbritannien, Australien, oder Neuseeland wird aber gern zu den praktischen und kostengünstigen Großpackungen gegriffen. Vorreiter sind die skandinavischen Länder mit einem Bag-In-Box-Anteil von über 50 Prozent.
Schlicht und elegant: Die Designlinie der Weinkellerei Peter Mertes spricht besonders das weibliche Publikum an. © Peter Mertes

Schlicht und elegant: Die Designlinie der Weinkellerei Peter Mertes spricht besonders das weibliche Publikum an. © Peter Mertes

Design mit Toucheffekt

Gefragt sind außerdem ausgefallene und ansprechende Designverpackungen. Die Weinkellerei Peter Meters gewann mit ihrer BREE-Weinlinie sogar einen „red dot award“. Die Satinierung der Flasche spricht vor allem Frauen an, die bei der Weinauswahl, gern ins Regal greifen und sich von der Haptik der Flasche inspirieren lassen.
Sechs unterschiedliche Weine von fünf Jungwinzern in Glas als Sixpack zum Probieren. © Rhodter Vielfalt

Sechs unterschiedliche Weine von fünf Jungwinzern in Glas als Sixpack zum Probieren. © Rhodter Vielfalt

Zum Probieren

Ebenfalls auf Design setzen fünf junge Winzer aus der Pfalz. Sechs 0,25 Liter Glasflaschen mit Kronkorken, verpackt als Sixpack, sechs unterschiedliche Weine und fünf Paten, die die Sorten kreiert haben. Knut Fader, Thorsten Krieger, Stefan Meyer, Marius Meyer und Christian Heußler allesamt mit ihrem Konterfei auf der Flasche zu sehen.

EICHENHOLZ FÜR WEINFLASCHEN

Flasche aus Holz: Dass Wein und Whiskey in Holzfässern reifen, ist bekannt. Neu ist, dass der Wein auch in Holzflaschen abgefüllt mit nach Hause genommen werden kann. Auf diese Idee kam Andrea Calisi aus Italien, als er seine „Ponocchio-Flasche“ erdachte. Mittlerweile exportiert er die Flasche aus Eichenholz in über 50 Länder.

Nachahmer hat Andrea Calisi mittlerweile einige. Seine Weinflasche aus Holz wurde unter anderem von Campari aufgegriffen. © Pro Wein, Messe Düsseldorf

Nachahmer hat Andrea Calisi mittlerweile einige. Seine Weinflasche aus Holz wurde unter anderem von Campari aufgegriffen. © Pro Wein, Messe Düsseldorf