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Schöne bunte Farbenwelt

Auf viele Kinder wirken sie als magischer Anziehungspunkt, und auch bei erwachsenen Konsumenten wecken Sie häufig besonderes Interesse: mehrfarbige Verpackungen. Doch während sie Arzneimittelherstellern vermehrte Sicherheit bieten, laufen Recyclingfirmen und Eltern Sturm.

Kompliziertes Recycling farbiger PET-Verpackungen

‚Plastics Recyclers Europe’ schlägt Alarm und zahlreiche Kunststoffverwertungs-Unternehmen stimmen dem Verband zu: Durch den aktuellen Trend zu vielfarbigen PET-Verpackungen werde das Kunststoffrecycling erheblich erschwert. Der Aufwand, buntes von transparentem Plastik zu trennen, die farbigen Anteile herauszufiltern und am Ende dunkel einzufärben, bürge auf lange Sicht einen erhöhten Aufwand mit unkalkulierbaren Extrakosten. Hält die Nachfrage an, könnte dies europaweit einen Zuwachs farbiger Kunststoffverpackungen in Höhe von rund 300.000 Tonnen bedeuten. Für Haushaltsreiniger über Pflegeprodukte bis hin zu Lebensmitteln werden die mehrschichtigen PET-Schalen und -Flaschen produziert, die zum Großteil nach Gebrauch verbrannt und nicht zu neuwertigen Rohstoffen verarbeitet werden. Dabei können nach Expertenansicht die Kunststoffe PP und PS ebenso problemlos in allen gewünschten Farbkombinationen hergestellt und dabei später wiederverwertet werden.

Die Verlockung bunter Aufdrucke

Auch ‚Foodwatch’ kritisiert farbige Verpackungen – allerdings aus einem anderen Grund. Es hält Lebensmittelproduzenten vor, mit Aufdrucken beliebter Comicfiguren auf Schokolade & Co. Kinder zum Verzehr ungesunder Lebensmittel zu verleiten. Ob Disney-Figuren oder Star-Treck-Helden, Biene Maja oder Wickie: Ginge es nach den Kleinen, würden vor allem derart verpackte Speisen und Getränke im Einkaufswagen landen. Nach den Ergebnissen der gemeinnützigen Verbraucherschutzorganisation jedoch enthalte ein Großteil der 34 untersuchten Produkte mehr Zucker, Fett oder Salz als von der Weltgesundheitsorganisation ‚WHO’ für ausgewogene Lebensmittel empfohlen. Aufgrund der steigenden Anzahl übergewichtiger Kinder in Deutschland sollten Eltern nach Empfehlung der Experten daher auf den Erwerb solcher Produkte verzichten.

Farben als Fälschungsschutz

Es geht auch anders: Individuell zusammengestellte Farbcodes auf Pharmaverpackungen helfen bei der eindeutigen Identifizierung des Inhalts. Während Datamatrix-Codes alleine noch immer nicht absolut fälschungssicher seien, könnte nach Angaben des Kennzeichnungssystem-Herstellers ‚3S Simons Security Systems’ durch eine Kombination mit bunten Mikro-Markierungen höchste Sicherheit erreicht werden.
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