40 % aller europäischen Hersteller für selbstklebende Etiketten drucken bereits Sleeve labels. Foto: Hexachase

40 % aller europäischen Hersteller für selbstklebende Etiketten drucken bereits Sleeve labels. Foto: Hexachase

Positiver Ausblick für EU-Etikettenindustrie

Wachstumsprognose setzt Änderungsbereitschaft voraus

Eine Umsatzsteigerung von mindestens 5 Prozent innerhalb der kommenden zwei Jahre sagt die FINAT der europäischen Etikettenbranche voraus. Es ist allerdings ein Umdenken bei den Produktionsbetrieben gefragt – geschuldet veränderten Kundensprüchen. Denn die Nachfrage an herkömmlichen analogen Auflagen soll um fast ein Viertel, im digitalen Bereich um rund 12 Prozent zurückgehen. Stattdessen sind individuelle Designs gewünscht, Mehrsprachigkeit, aber auch Fälschungssicherheit sowie Rückverfolgbarkeit. Die Verantwortlichen stellen sich den Herausforderungen: Ein knappes Drittel aller befragten Verbandsmitglieder plant, sich noch in diesem Jahr innovative Etiketten-Druckmaschinen zulegen zu wollen. Damit würden konventionelle Geräte zum ersten Mal von Technologien überrundet, die zur Gestaltung von Schrumpf- und Stretch-Sleeves oder auch für In-Mould-Labeling eingesetzt werden können.

Wird der Etikettenmarkt derzeit noch zu 75 Prozent von nur zehn Ländern aus westlichen Ländern beherrscht, stehen auch hier einschneidende Änderungen bevor: Der Bedarf an Etiketten für Arzneimittel-, Kosmetik- und Lebensmittelverpackungen steigt in den osteuropäischen Nationen kontinuierlich an.
Leitfähige Druckfarben werden sich Experten zufolge im Bereich smarter Verpackungslösungen mit gedruckter Elektronik als unverzichtbar erweisen. Foto: ThinFilm

Leitfähige Druckfarben werden sich Experten zufolge im Bereich smarter Verpackungslösungen mit gedruckter Elektronik als unverzichtbar erweisen. Foto: ThinFilm

Energielabels

Eine weitere Marktveränderung ist der Einhaltung vermehrt erlassener EU-Vorschriften für Verpackungsetiketten geschuldet. Ein Beispiel: Der Energieverbrauch jedes in der EU verkauften elektrischen Geräts muss auf einem entsprechend angebrachten Etikett mittels einer Abbildung der Energieeffizienzklasse deutlich erkennbar sein.

Lebensmittel-Informationsverordnung

Auch im Lebensmittelsektor sieht sich die Branche neuen Regelungen ausgesetzt. Bis zum 13. Dezember 2016 haben Unternehmen noch Zeit, ab dann sind spezifisch vorgeschriebene Nährwertangaben laut Lebensmittel-Informationsverordnung auf Lebensmittelverpackungen grundsätzlich verpflichtend.
Derzeitige Anschaffungskosten für digitale Etikettendruckmaschinen: mit US$45.000 für ein hochwertiges 4-Farbdruckgerät extrem niedrig. Foto: printXmedia Süd GmbH

Derzeitige Anschaffungskosten für digitale Etikettendruckmaschinen: mit US$45.000 für ein hochwertiges 4-Farbdruckgerät extrem niedrig. Foto: printXmedia Süd GmbH

Kennzeichnung sicherer Arzneimittel

Arzneimittelfälschung verhindern und kindersichere Verpackungen gewährleisten: Dies soll ebenso Aufgabe des Medikamentenetiketts sein wie die bereits Außen auf der Verpackung abgedruckte Anwendungsinformationen. Auch Sicherheitsmerkmale zur Verhinderung von Plagiaten müssen angebracht sein.

Gefährliche Chemikalien

Seit gut eineinhalb Jahren fordert die EU-Chemikalienverordnung ‚CLP‘Piktogramme und Standardangaben auf Verpackungsetiketten an gefährlichen Arbeitsplätzen zum Schutz von Arbeitnehmern und Verbrauchern.
Papierbasierte Produkte dominieren das Segment abziehbarer Etiketten mit einer Nutzung von rund 85 %, Plastikfolien hingegen erreichen nur knapp den verbleibenden Wert von 15 %. Foto: CCL

Papierbasierte Produkte dominieren das Segment abziehbarer Etiketten mit einer Nutzung von rund 85 %, Plastikfolien hingegen erreichen nur knapp den verbleibenden Wert von 15 %. Foto: CCL

Smithers Pira: Globaler Anstieg gleicht europäischem Niveau

Auch der neueste Bericht der internationalen Marktforschungsagentur Smithers Pira geht von einem gut fünfprozentigen Wachstum in der Etikettenherstellungsbranche aus. Der Unterschied: Die Zahlen gelten weltweit – und bis ins Jahr 2021. ‚The Future of Labels and Release Liners to 2021’ prognostiziert einen Wertanstieg des globalen Marktes bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5.4 Prozent, ohne Berücksichtigung von Inflation und Währungsschwankungen um durchschnittlich 4,9 Prozent. Erstgenannter Kalkulation folgend, würde der Markt von derzeitigen rund 34.5 Millionen US-Dollar auf fast 45 Millionen US-Dollar in weiteren fünf Jahren ansteigen. Die Nachfrage nach Etikettenmaterialien soll mit Schutzfolien gleichziehen. Der Vorhersage nach soll die Verwendung dieses Verpackungsmaterials alleine um 4,6 Prozent pro Jahr von mehr als 6 Millionen US-Dollar in 2016 auf knapp 8 Millionen US-Dollar ansteigen. Die Nachfrage nach kostengünstigen Etiketten wächst ebenso an wie der Bedarf an sicheren Barcodes und anderen sekundären Verpackungseinsätzen. Auch Smithers Pira sieht in der Einführung neuer rechtlicher Vorschriften eine weitere Ursache für die steigende Popularität.
Asien stellt den größten Etikettenmarkt im globalen Vergleich mit einem Anteil von über 40 %, Nordamerika zählt  22.4 %, und Westeuropa findet sich an dritter Stelle mit knapp 20 %.

Asien stellt den größten Etikettenmarkt im globalen Vergleich mit einem Anteil von über 40 %, Nordamerika zählt 22.4 %, und Westeuropa findet sich an dritter Stelle mit knapp 20 %. Foto: Foodnavigator-asia.com

Welche Etiketten bestimmen den Markt?

Druckempfindliche Etiketten führen die Liste der spezifischen Etikettenarten an. Vorausgesagt werden diesem Bereich ein Verbrauch von mehr als 44 Prozent aller weltweit produzierten Etiketten und ganze 63,3 Prozent des diesjährigen Wertes. Nassklebende Labels folgen dicht dahinter mit 35.6 Prozent bzw. 22.8 Prozent, und Schrumpfetiketten schaffen es noch auf spartenbezogene 15.1 Prozent. Aus Nachhaltigkeitsgründen wird auf diesem Sektor nach und nach das bislang meist genutzte PVC von Materialien auf Polyester-Basis abgelöst.
Ab Juli 2018 gelten in den USA nochmals verschärfte Auflagen für die Informationspflicht auf Etiketten von Lebensmittelverpackungen. Foto: interactive-biology.com

Ab Juli 2018 gelten in den USA nochmals verschärfte Auflagen für die Informationspflicht auf Etiketten von Lebensmittelverpackungen. Grund: Ein Drittel aller Käufer gibt derzeit an, die derzeitigen Nährwertangaben nicht wirklich zu verstehen. Foto: interactive-biology.com

Druckfarben

Durch ansteigendes Umweltbewusstsein wird von einer Zunahme strahlungshärtender Druckfarben von mehr als 13 Prozent jährlich ausgegangen, und auch auf Wasser basierende Druckfarben soll künftig vermehrt zurückgegriffen werden. Nach Ceresanas Berechnungen wird der weltweite Absatz von Druckfarben im Jahr 2023 ein Volumen von knapp 26 Milliarden US-Dollar betragen - 6 Milliarden US-Dollar mehr als 2011. Allein die USA und Kanada erwarten ein jährliches Wachstum von rund 1,7 Prozent.
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