Mit Hightech gegen Verderb © Robert Kneschke / fotolia.com

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Mit Hightech gegen Verderb

Neue Lebensmittelverpackungen für längere Haltbarkeit

Juni 2015 – Ist der Joghurt noch gut, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum den gestrigen Tag anzeigt? An dieser Frage scheiden sich die Geister, denn nicht jeder ist bereit, abgelaufene Lebensmittel auf ihre Haltbarkeit zu testen. Dabei zeigen Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMELV), dass 61 Prozent noch genießbarer Lebensmittel nach Erwerb vom Konsumenten entsorgt werden. Das entspricht pro Haushalt und Jahr 80 Kilogramm.

Um solch unnötiger und vorzeitiger Entsorgung noch genießbarer Lebensmittel weltweit zu begegnen, hat sich im Jahr 2011 ‚SAVE FOOD’ gegründet. Die Initiative der Welternährungsorganisation FAO, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, UNEP, der Messe Düsseldorf und der Weltleitmesse für Verpackungen und Prozesse ‚interpack’ möchte Innovationen vorantreiben, den interdisziplinären Dialog fördern und Debatten anstoßen, um Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen.

Auf Ebene der Industrie arbeiten Forscher an innovativen Verpackungslösungen für längere Haltbarkeit der Lebensmittel. Antibakterielle Kunststoffe, ‚Pulsed Light-Verfahren’ und Folien mit Barrierefunktion sind einige der Neuentwicklungen auf dem internationalen Markt.
Antimikrobielle Folien und gepulstes Licht
Im Zuge der gesellschaftlichen und demografischen Entwicklung nimmt die Anzahl an vorverpackten und verzehrfertigen Lebensmitteln im Handel rapide zu. Um Ansprüchen hinsichtlich organoleptischer, diätarischer, hygienischer und toxikologischer Aspekte gerecht zu werden, entwickelt die Industrie kontinuierlich neue Prozesse und Technologien.

Forschern der Universität Bonn ist in Kooperation mit Fleisch verarbeitenden Betrieben und Verpackungsunternehmen die Entwicklung eines gegenüber herkömmlichen Materialien besonders keimresistenten Kunststoffes gelungen. Die antimikrobielle Folie soll die Haltbarkeit frischer Lebensmittel verlängern. Eine baldige Markteinführung ist geplant, vermehrte Kosten entstehen nach Angabe der Verantwortlichen dadurch nicht.

Um das Thema Dekontamination von Lebensmitteln und Lebensmittelkontaktmaterialien wie etwa Verpackungsmaterialien bei frischen Lebensmitteln geht es bei der sogenannten ‚Pulsed Light-Technologie’. Als Weiterentwicklung der UV-Technologie generiert das gepulste Licht Hochspannungsimpulse, die zu Lichtblitzen mit hoher Frequenz und Intensität umgewandelt werden und Mikroorganismen zerstören.

Gerade angelaufen ist mit 'Actipoly' ein Entwicklungsprojekt, das ebenfalls die Haltbarkeit frischer Lebensmittel in den Blickpunkt stellt. Faserbasierte Verpackungsmaterialien mit Barrierefunktion und antimikrobieller Beschichtung sollen nicht nur die Genießbarkeit der enthaltenen Produkte verlängern, sondern auch die Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit gewährleisten. Der Clou des Projekts ist, die faserbasierten Materialien so zu modifizieren, dass sie thermoplastische Eigenschaften erzeugen und gegenüber Sauerstoff und Wasserdampf resistent sind.
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