Pssst.... Weihnachtsartikel, die zu reduzierten Preisen nicht verkauft werden können, landen häufig bei gemeinnützigen Institutionen. © faktorzwei / fotolia.com

Pssst.... Weihnachtsartikel, die zu reduzierten Preisen nicht verkauft werden können, landen häufig bei gemeinnützigen Institutionen. © faktorzwei / fotolia.com

Mann oder Hase? Oder beides?

Nikolausschokolade bleibt erhalten

Aus dem weißen Rauschebart werden keine langen Ohren.Lindt Weihnachtsmann © Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH

Aus dem weißen Rauschebart werden keine langen Ohren.Lindt Weihnachtsmann © Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH

Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) erleben weder der süße Inhalt selbst, noch die Verpackung nicht verkaufter Weihnachtsschokolade zu Ostern eine Auferstehung in neuem Kleid. Damit begegnet die Industrievereinigung dem Gerücht, Schokoladennikoläuse würden eingeschmolzen oder umverpackt und im Frühjahr als Osterhasen verkauft. Stattdessen werden Saisonartikel im Lebensmitteleinzelhandel in der Regel zu reduzierten Preisen angeboten oder an gemeinnützige Organisationen gespendet.

Strenge Regelungen zum Verbraucherschutz

Die Produktion für Ostersüßwaren beginnt bereits im Dezember. © maribu2000 / fotolia.com

Die Produktion für Ostersüßwaren beginnt bereits im Dezember. © maribu2000 / fotolia.com

Vor allem bei Lebensmitteln spielen Verpackungen eine bedeutende Rolle: Schließlich müssen Aromen geschützt, Temperaturwechsel konsolidiert und Beschädigungen vorgebeugt werden. Europäische Standards, Gesundheits- und Hygienevorschriften regeln dezidiert den Umgang mit Lebensmitteln und Umverpackung.

Demnach darf einmal bereits ausgelieferte Schokolade von Gesetzes wegen nicht zurückgenommen und in neuem Gewand verkauft werden. Der Grund besteht in mangelnder Transparenz: Weder das Haltbarkeitsdatum noch die einzelnen Zutaten können exakt überprüft werden, sollten mehrere Schokoladenmänner zu einem Osterhasen verschmelzen.

Dem Lebensmittelrecht zu entsprechen heißt für Schokoladenwaren, stets hohe Qualität zu gewährleisten und Waren ausschließlich frisch zu verpacken. Sobald die in Form gegossene Süßigkeit abgekühlt ist, wandert sie ohne Zeitverzögerung zu den Packmaschinen. Darüber hinaus erwiese sich nach Expertenangaben solch eine Prozedur für die Hersteller als ökonomisch sinnlos.

Kein wirtschaftlicher Vorteil

Ob zu Weihnachten oder Ostern: Der Schoko-Teddy von Lindt passt sich jeder Gelegenheit an. Lindt Teddy © Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH

Ob zu Weihnachten oder Ostern: Der Schoko-Teddy von Lindt passt sich jeder Gelegenheit an. Lindt Teddy © Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH

Der logistische Aufwand ist hoch: Die Schokolade muss ausgepackt, von eventuellen Füllungen wie Marzipanmasse separiert, wieder geschmolzen und schließlich erneut verpackt werden. Die Kosten hierfür überstiegen den Gewinn selbst bei positiver Kalkulation. Zudem lassen sich durch mittlerweile langjährige Erfahrungswerte der Industrie die nicht verkauften Saisonartikel auf ein Minimum reduzieren: Übrig gebliebene Ware wird in der Regel aufgrund hoher sofortiger Rabattierung noch in den Wochen nach dem Fest verkauft.

Hinzu kommt die Sorge um die Reputation des Unternehmens. Mit ihrem Alter, verliert Schokolade auch an Qualität. Wird sie darüber hinaus mehrmals erhitzt, kann das erhaltene Fett verderben. Last, but not least beginnt die Osterhasenproduktion bereits Anfang Dezember – übrig gebliebene Nikoläuse im Januar können den Osterhasen dann schon nicht mehr einholen.

Nachhaltige Verpackungen

Bei herkömmlichen Schokoladenverpackungen schützt zumeist eine Innenfolie aus Aluminium vor einem Verlust des Aromas, außen wird in der Regel Karton oder Papier verwendet. Vermehrt verwenden Hersteller aufgrund der höheren Nachhaltigkeit das Material Polypropylen. Hier wird das Produkt direkt in eine bedruckbare sogenannte Einstoffverpackung eingeschweißt, auf eine weitere Verpackungsschicht kann damit verzichtet werden. Neben ihrer Wiederverwertbarkeit punktet die Folie mit Licht- und Geruchsundurchlässigkeit sowie geringem Gewicht. Fachkreise sprechen gegenüber traditionellen Verpackungsarten von einer durchschnittlichen Packstoffeinsparung hierzulande von rund 1000 Tonnen jährlich.
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