Verpackungen können helfen, Nahrungsmittelverluste zu vermeiden. Foto: © Korta / fotolia.com

Verpackungen können helfen, Nahrungsmittelverluste zu vermeiden. Foto: © Korta / fotolia.com

Lebensmittelverluste verringern, heißt Klima verbessern

Am 4. November ist der Weltklimavertrag, der nur ein Jahr zuvor in Paris beschlossen wurde, in Kraft getreten. Und schon einige Tage danach trafen sich die Vertreter aus über 190 Ländern erneut, um die vorformulierten Klimaziele von Paris zu konkretisieren und zugehörige Regeln zu entwickeln. Im Vordergrund der Diskussionen standen die Überprüfung der erlaubten Treibhausgasbudgets der einzelnen Staaten sowie die Frage, mit welchen Methoden der Ausstoß von Treibhausgasen gebremst werden kann.
Treibhausgase zu verringern muss eines der obersten Ziele der Weltbevölkerung sein. Foto: S. Hecht / flickr.com. https://www.flickr.com/photos/108434525@N05/

Treibhausgase zu verringern muss eines der obersten Ziele der Weltbevölkerung sein. Foto: S. Hecht / flickr.com. https://www.flickr.com/photos/108434525@N05/

Was bedeuten Nahrungsmittelverluste für unser Klima?

Zur Verringerung der schädlichen Klimagase strebt die Weltgemeinschaft im UN-Klimavertrag den Abschied von Öl, Gas und Kohle an. Spätestens 2020 soll die Vereinbarung in Kraft treten, wenn das Kyoto-Protokoll von 1997 ausläuft. Eine tragende Rolle bei der Reduktion des Kohlendioxidausstoßes spielt unter anderem die Vermeidung von Lebensmittelverlusten. Der sogenannte Carbon-Footprint der weltweiten Nahrungsmittelverluste beläuft sich auf 3,3 Gigatonnen Kohlendioxid-Äquivalent und liegt damit im Vergleich zum CO2-Ausstoß der Nationalstaaten auf Platz drei hinter China und den USA.
Ban Ki-Moon hat die Rolle von Lebensmittelverlusten in seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016 aufgegriffen. Foto: UN Photo/Rick Bajornas

Ban Ki-Moon hat die Rolle von Lebensmittelverlusten in seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016 aufgegriffen. Foto: UN Photo/Rick Bajornas

Wie kommt diese Zahl zustande? Bei Produktion, Transport und Lagerung von Lebensmitteln entstehen Treibhausgase. Die höchsten CO2-Werte bringen Getreideprodukte mit sich (34 %), weil ihr Produktionsvolumen weltweit am höchsten ist. Danach folgen Fleisch und Gemüse mit je 21 Prozent. Allerdings beträgt der Anteil von Fleisch an der Gesamtmenge verlorener Nahrungsmittel weniger als fünf Prozent. Folglich ist die Carbon-Footprint-Intensität im Vergleich deutlich höher. Gründe sind primär der hohe Energie- und Ressourcenverbrauch beim Futtermittelanbau, aber auch Treibhausgas produzierende Einrichtungen bei Haltung und Transport der Tiere. Verderben die Nahrungsmittel oder werden unnötig weggeworfen, gelangen die schädlichen Gase letztlich ohne jeden Nutzen für die Bevölkerung in die Atmosphäre.
Ehrgeiziges Ziel: Der jährliche Verlust der Mangoernte in Kenia soll bis 2030 von 300.000 Tonnen auf 270.000 Tonnen gesenkt werden. Foto: Azuri Health

Ehrgeiziges Ziel: Der jährliche Verlust der Mangoernte in Kenia soll bis 2030 von 300.000 Tonnen auf 270.000 Tonnen gesenkt werden. Foto: Azuri Health

SAVE FOOD

Um diese Verluste zu vermeiden, haben sich im Jahr 2011 die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die Messe Düsseldorf zusammengeschlossen und die Initiative SAVE FOOD gegründet. Seit 2013 unterstützt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die Arbeit. In enger Kooperation von Industrie, Forschung und Nichtregierungsorganisationen sind seitdem zahlreiche Projekte entstanden, die zur Verringerung des CO2-Austoßes beitragen können.Ein Erfolgsbeispiel der vergangenen Jahre ist das Mangoprojekt in Kenia, bei dem durch fachgerechte Verarbeitung und Abpackung von Mangos als Trockenfrüchte, Großteile der Ernte der beteiligten Kleinbauern, deren Verluste zuvor über 60 Prozent betrugen, gerettet werden konnten.
Anteil von Nahrungsmittelverlusten im Vergleich zu Produktionsvolumina nach Segment. Grafik: FAO. http://www.fao.org/docrep/018/i3347e/i3347e.pdf

Anteil von Nahrungsmittelverlusten im Vergleich zu Produktionsvolumina nach Segment. Grafik: FAO. http://www.fao.org/docrep/018/i3347e/i3347e.pdf

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