Seit 15 Jahren verarbeitet das Unternehmen TerraCycle gemeinsam mit seinen Partnern monatlich rund zwei Millionen Kilogramm von normalerweise nicht recycelbaren Abfällen. Foto: TerraCycle

Seit 15 Jahren verarbeitet das Unternehmen TerraCycle gemeinsam mit seinen Partnern monatlich rund zwei Millionen Kilogramm von normalerweise nicht recycelbaren Abfällen. Foto: TerraCycle

Kosmetikverpackungen recyceln

Materialmix erschwert Recycling

Weltweit werden jährlich Körperpflegeprodukte in zweistelliger US-Dollar Milliardenhöhe umgesetzt und Prognosen sehen die Hundertermarke bis 2020 geknackt. Zeitgleich mit dem Kaufinteresse, wachsen die Bedürfnisse der Kunden – unter anderem an nachhaltigen Verpackungen. Während bei der Herstellung von Kosmetikbehältnissen zunehmend natürliche Rohstoffe verwendet werden und Energie eingespart wird, erweist sich das Recycling aufgrund häufiger Materialkombinationen noch als kompliziert. Doch die Verpackungsindustrie schläft nicht, und so haben einige Unternehmen Rückrufaktionen zur Wiederverwertung leerer Pflegemittelbehältnisse ins Leben gerufen – unter anderem in Kooperation mit der international agierenden Recyclingfirma TerraCycle.
Produkte der Marke L’Oreal können beispielsweise in Australien recycelt werden. Foto: L’Oreal

Produkte der Marke L’Oreal können beispielsweise in Australien recycelt werden. Foto: L’Oreal

TerraCycle-Kooperationen

Vor genau 15 Jahren in den USA gegründet, ist TerraCycle mittlerweile in 20 Ländern weltweit aktiv. Nach eigenen Angaben verarbeitet das Unternehmen gemeinsam mit seinen Partnern monatlich rund zwei Millionen Kilogramm normalerweise nicht recycelbarer Abfälle. Denn nicht für PET, Papier oder Aluminium werden Kreisläufe zur Wiederverwertung geschaffen. Vielmehr hat sich die Firma problematisch geltenden Materialien verschrieben. Ob Privathaushalte oder Schulen, öffentliche Einrichtungen oder Industrieunternehmen: Jeder kann die Erfahrung und Unterstützung von TerraCycle in Anspruch nehmen. So ist es Interessenten möglich, sogenannte ‚Zero Waste Boxes‘ zum Sammeln spezieller Abfälle zu mieten. Sind die Boxen voll, werden sie abgeholt und ihr Inhalt verwertet.
Henkel lässt das Aluminium von Deodosen recyceln. Das gewonnene Material wird unter anderem in Kinderturnhallen verbaut. Foto: Henkel

Henkel lässt das Aluminium von Deodosen recyceln. Das gewonnene Material wird unter anderem in Kinderturnhallen verbaut. Foto: Henkel

Auch zeitlich begrenzte Programme werden initiiert, und so haben bislang einige Kosmetikfirmen ihren Kunden die Möglichkeit der Verpackungsrücknahme geboten:

  • Der französische Kosmetikproduzent L’Oreal hat gleich in mehreren Ländern Maßnahmen gestartet: Australische Verbraucher können ihre leeren Pflegemittel-Behältnisse kostenfrei in designierten Läden zurückgeben, ohne weitere Produkte kaufen zu müssen. In Österreich wird jede zurückgebrachte Verpackung der Apotheken-Linie Vichy per Stempel in einem Recyclingpass vermerkt - nach sechs Belegen erhält der Besitzer ein kostenloses Vichy-Spa-Duschgel. Und Tochterunternehmen Garnier nimmt nicht nur sämtliche Verpackungen aus dem eigenen Programm zurück, sondern auch von anderen Marken. Die leeren Behältnisse werden jeweils mechanisch bzw. manuell nach Bestandteilen getrennt, Glas und Metall eingeschmolzen, Kunststoffe zu Pellets verarbeitet. Aus diesen entstehen entweder neue L’Oreal Verpackungen oder Kunststoffprodukte für Gemeindeprojekte.
  • Konsumgüterunternehmen Henkel hat in Großbritannien mit seiner Linie ‚Right Guards Deosprays‘ die ‚Aerocycle‘-Aktion gestartet, bei der das am Ende recycelte Aluminium unter anderem in Kinderturnhallen verbaut wurde.
  • Auch in Deutschland wurden Deodosen gesammelt. Das Recyclingprogramm R’cycle! von Unilever und der Drogeriemarktkette ‚dm‘ kam auch hier Kindern zugute: Fast 800 Fahrräder für soziale Einrichtungen konnten aus dem Alt-Aluminium hergestellt werden.
Seit vielen Jahren schon kennen Liebhaber der Marke MAC Cosmetics das Recycling-Programm. Für sechs zurückgebrachte Produkte gab es früher einen Lippenstift geschenkt – ganz neu ist es ein Lidschatten

Seit vielen Jahren schon kennen Liebhaber der Marke MAC Cosmetics das Recycling-Programm. Für sechs zurückgebrachte Produkte gab es früher einen Lippenstift geschenkt – ganz neu ist es ein Lidschatten. Foto: pureglam.tv

Weitere Rücknahmeaktionen

Doch auch im Alleingang haben Kosmetikunternehmen Recyclingprogramme gestartet.
  • Estée Lauders Make-up-Linie MAC Cosmetics bietet Kunden mit seinem ‘Back-to-M·A·C Programm’ die Option, in teilnehmenden Geschäften leere Primärverpackungen abzugeben. Für sechs returnierte Kosmetikbehältnisse gibt es einen Lidschatten als Dankeschön. Die Verpackungen selbst werden an Subunternehmer weitergeleitet, die ihrerseits für das Recycling zuständig sind.
  • Auch beim Biokosmetik- und Dufthersteller Farfalla können Tuben und Flaschen im Rahmen der ‚Bring it back‘-Aktion zurückgegeben werden – besonders hilfreich, da in der Schweiz Kunststoff nicht über Sammelbehältnisse im Hausmüll entsorgt werden kann. Die Kunststoffbehälter werden von Recyclingpartnern zu Pellets weiterverarbeitet. Nach Angaben des Unternehmens werden dadurch pro Kilogramm Plastik rund ein Liter Erdöl sowie zwei Kilogramm Kohlendioxid eingespart.
  • Das österreichische Unternehmen Ringana hat sich in etwas anderer Form der Annahme ihrer Verpackungen gewidmet: Insgesamt zehn ausschließlich völlig entleerte, vorgereinigte Kosmetik-Glasflaschen ohne Pumpe und ohne Verschluss müssen postalisch und auf eigene Kosten an das Unternehmen verschickt werden. Dann allerdings erhält der Absender ein Gratis-Kosmetikprodukt nach Wahl. Die Flakons werden umweltgerecht aufbereitet und erneut gefüllt.
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