140 Millionen Plastiktüten pro Jahr weniger im Müll: REWE verbannt die Plastiktragetasche sukzessive aus den Supermärkten. Foto: "obs/REWE Markt GmbH/Meta Welling"

140 Millionen Plastiktüten pro Jahr weniger im Müll: REWE verbannt die Plastiktragetasche sukzessive aus den Supermärkten. Foto: "obs/REWE Markt GmbH/Meta Welling"

Kommt nicht in die Tüte

Plastiktütenverbot nimmt weiter zu

 Schritt für Schritt zur plastikbeutelfreien Zone.  Nach Verabschiedung der EU-Richtlinie im April 2015 zur Reduzierung des Einwegbeutelverbrauchs innerhalb der kommenden 15 Jahre um 80 Prozent ziehen die Nationalstaaten sukzessive nach. Einige mit freiwilligen Vorgaben, andere mit bindenden Gesetzen. Um das Ziel zu erreichen, können die europäischen Mitglieder zwei Wege gehen:
  1. Bis Ende 2019 darf jeder Verbraucher maximal 90 Kunststofftaschen pro Jahr benutzen; bis Ende 2025 sollen es jährlich nur noch 40 sein.
  2. Ein Verbot von kostenlosen Plastiktüten bis Ende 2018.
Europaweit landen jährlich acht Millionen Plastiktüten im Abfall. Durchschnittlich benutzt jeder Mensch in der EU fast 200 Plastiktüten pro Jahr. Foto: Rubbish that can be recycled © photka / fotolia.

Europaweit landen jährlich acht Millionen Plastiktüten im Abfall. Durchschnittlich benutzt jeder Mensch in der EU fast 200 Plastiktüten pro Jahr. Foto: Rubbish that can be recycled © photka / fotolia.

Tüte weg – Geldbörse auf

Großbritanniens Handel geht kreativ mit der Gebühr um. Nachdem die britische Regierung im Jahr 2015 eine Gebühr auf Plastiktüten erlassen hat, um den Verbrauch zu reduzieren, geht die Supermarktkette Tesco noch einen Schritt weiter, indem sie den mit den Tüten eingenommenen Gewinn an Umweltorganisationen spendet. Der Clous dabei: Die Kunden dürfen selber darüber abstimmen, welcher lokalen Organisation das Geld zugutekommen soll. Insgesamt werden durch die Aktion 11,5 Millionen Pfund in Schritten von 12.000, 10.000 und 8.000 Pfund gespendet - das entspricht den Einnahmen durch die Plastiktüten, die der Konzern seit Oktober 2015 gemacht hat.

Währenddessen auf dem Kontinent ...

Italien untersagte Einwegplastikbeutel bereits 2012 aus Umweltgründen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn der Markt mit biologisch abbaubaren Plastiktüten ist ein wichtiger Industriezweig für die Italiener. In Frankreich gilt seit Juli 2016 ein Verbot für Einweg-Plastiktüten. Zunächst sind die leichten Plastiktüten betroffen, ab 2017 auch Plastikbeutel für Obst und Gemüse. Irland hat durch die Festlegung eines gesetzlichen Festpreises seinen Plastikbeutelverbrauch von 328 auf 16 Stück pro Kopf und Jahr gesenkt. In Dänemark sind es sogar nur noch vier pro Kopf.
Auch in Deutschland hat der Handelsverband die flächendeckende Einführung von Gebühren für die Tüten angekündigt. Mit dieser ab 1. Juli geltenden freiwilligen Selbstverpflichtung will der Handel einer gesetzlichen Regelung zuvor kommen. Rund 80 Prozent der Tüten sollen so innerhalb von zwei Jahren kostenpflichtig werden.

Große Ziele weltweit

Als erstes Land weltweit hat Bangladesch die Tüte aus Plastik komplett verboten. Dem Beispiel folgten Ruanda (2004/8), Taiwan (2003), Eritrea (2005), Tansania (2006) China (2008) und Marokko (2016). In Nordamerika, Australien und Myanmar gelten Teilverbote und Pflichtabgaben für die umstrittenen Beutel.
TIGHTLY PACKED

interpack Newsletter

  • Non-Food - Themen aus den Bereichen Pharma, Kosmetik, Non-Food und Industriegüter
  • Food - Themen aus den Bereichen Nahrungsmittel, Getränke, Backwaren und Süßwaren
Jetzt abonnieren

Weitere Informationen